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SC Verl schockt Gladbeck in letzter Minute - 3:2-Auswärtssieg mit Teenie-Power

Es war ein kalter Januarabend in Gladbeck, aber was sich da vor 38.170 Zuschauern abspielte, brachte die Herzen zum Glühen - und beim FC Gladbeck wohl auch einige Blutdruckmessgeräte an ihre Grenzen. Am Ende jubelte der SC Verl über ein 3:2 (2:2), das so spät kam, dass viele schon die Chipstüten zusammengeknüllt hatten.

Dabei hatte es für die Hausherren von Trainer El Comandante so verheißungsvoll begonnen. Offensiv, aggressiv, mit Pressing und ordentlich Feuer im Tank - so wollte man den Gästen aus Verl den Schneid abkaufen. Schon nach sechs Minuten donnerte Rechtsverteidiger Pedro Valdez den Ball aufs Tor, als wolle er das Tornetz neu bespannen. Die Richtung stimmte: In der 23. Minute war es Javier Antunes, der nach einem feinen Zuspiel von Innenverteidiger Noah Ulrich aus kurzer Distanz traf. 1:0 - das Stadion tobte.

"Da lief alles nach Plan", erklärte El Comandante später, während er mit einem Espresso in der Hand auf die Statistik blickte. "Fünfzehn Torschüsse, vier davon hätten auch reingehen können. Aber Fußball ist manchmal wie ein Würfelspiel - und wir hatten halt die falsche Zahl."

Denn Verl, trainiert von Big Bang (ja, der Name ist Programm), ließ sich nicht beeindrucken. Kurz vor der Pause wurde es wild. Erst erhöhte Leandro Moutinho in der 40. Minute auf 2:0 nach Vorarbeit von Francisco Gallardo - ein Schuss, so präzise, dass sogar der Linienrichter kurz Beifall klatschte. Doch was dann kam, war ein Lehrstück in Sachen jugendlicher Unbekümmertheit.

Innerhalb von zwei Minuten drehten die 19-jährigen Volker Langer und Joel O’Brien das Spielgeschehen auf links. Langer traf in der 42. Minute nach Vorarbeit von Marco Erdmann, und nur zwei Minuten später revanchierte er sich, als O’Brien nach Langers Flanke zum 2:2 einköpfte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste O’Brien nach dem Spiel. "Ich wusste gar nicht, dass der Ball drin war, bis Kurt Bertram mir fast den Arm ausgerissen hat vor Freude."

In der zweiten Halbzeit rannte Gladbeck unermüdlich an. Gallardo, Moutinho, Wilhelm - sie alle prüften den neu eingewechselten Keeper Owen Eliot, der den verletzungsbedingt abgerückten Maurice Engel in der 66. ersetzte. Eliot, 19 Jahre jung, hielt alles, was auf ihn zuflog - und das war einiges. "Ich hatte das Gefühl, die schießen auf mich mit Kanonenkugeln", witzelte der Torhüter später.

Kurzzeitig sah es so aus, als könnte Gladbeck das Spiel noch ziehen. Doch dann kam Pedro Valdez, der bereits Gelb gesehen hatte, mit seiner Interpretation von "robustem Zweikampf". In der 86. Minute sah er Gelb-Rot - und die Gladbecker Defensive fiel in sich zusammen wie ein schlecht gefaltetes Kartenhaus.

Als die Nachspielzeit anbrach, waren die Verl-Fans schon dabei, ihre Stimmen zu verlieren - und dann kam Kurt Bertram. 19 Jahre jung, eingewechselt in der 68., nahm sich in der 94. Minute ein Herz, zog zentral ab und jagte den Ball unhaltbar unter die Latte. 3:2! Die Bank des SC Verl explodierte, Big Bang rannte wie ein entfesselter Vulkan an der Seitenlinie entlang. "Ich hab nur geschrien: Schieß, Junge, schieß!", brüllte der Trainer später mit glänzenden Augen.

Der FC Gladbeck stand derweil fassungslos auf dem Platz. Fünfzehn Torschüsse, mehr Zweikämpfe gewonnen, mehr Laufleistung - und trotzdem null Punkte. "Wir haben das Spiel in zwei Minuten und dann wieder in einer verloren", meinte Kapitän Kevin Schreiner trocken. "Das muss man erstmal schaffen."

Statistisch gesehen hätte Gladbeck den Sieg verdient gehabt: 47,8 Prozent Ballbesitz, 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe, doppelt so viele Abschlüsse wie Verl. Doch Fußball ist keine Statistik - sonst würde der SC Verl noch immer auf den Bus warten, statt auf Platz sieben der Tabelle zu klettern.

Zum Schluss blieb El Comandante nur Galgenhumor: "Wir spielen schönen Fußball. Vielleicht zu schön. Nächste Woche gibt’s weniger Schönheit, mehr Tore - versprochen."

Und Big Bang? Der grinste nur breit und sagte: "Wenn du drei 19-Jährige aufstellst und die machen dir die Tore, dann weißt du, dass du was richtig machst."

Ein bitterer Abend für Gladbeck, ein rauschender für Verl - und ein Beweis dafür, dass Jugend nicht nur Zukunft, sondern manchmal auch Gegenwart ist.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen sagte: "Das war kein Spiel. Das war ein Drama mit Verl in der Hauptrolle."

07.09.643987 15:00
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Wenn ein Tor fällt, können noch mehr fallen. Aber es muss erst mal eins fallen.
Erich Ribbeck
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