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SC Saar siegt spät - Djalo köpft den Deckel drauf

44295 Zuschauer im Saarstadion sahen am Samstagabend ein Spiel, das erst spät so richtig Fahrt aufnahm - und am Ende mit einem 3:1-Sieg des SC Saar gegen die SG Vegesack endete. Was die Statistik nüchtern erzählt - 23:8 Torschüsse, 45 Prozent Ballbesitz für Saar -, fühlte sich auf dem Rasen nach einem wilden Ritt zwischen Genie, Chaos und jugendlichem Übermut an.

Schon in der Anfangsphase deutete sich an, dass die Hausherren keine Lust auf Abtasten hatten. Nestor Miro prüfte Vegesacks Keeper Dominique Blanchett bereits nach sieben Minuten mit einem satten Schuss, der das Tornetz zum Flattern brachte - leider nur von außen. Trainer Peter Wessel rief von der Seitenlinie: "Nestor, das war der Pfosten, nicht das Tor!" - woraufhin Miro nur grinste und abwinkte.

Nach einer halben Stunde durften die Fans dann jubeln. Iban Gimenez, sonst eher der Vater der Kompanie, flankte butterweich auf Miro, der sich im Strafraum drehte und den Ball zum 1:0 versenkte (27.). "Ich hab ihn gar nicht richtig getroffen", gestand Miro später lachend. "Aber wenn’s schön aussieht, beschwert sich keiner."

Vegesack, von Trainer Christian Lehmann offensiv eingestellt und mit viel Ballbesitz unterwegs, antwortete noch vor der Pause. Der erst 17-jährige Oscar Raab traf nach Vorarbeit von Gabri Rocha zum 1:1 (44.) - ein Treffer, der das Stadion kurz verstummen ließ. "Ich dachte, der Junge spielt U19", murmelte ein Saar-Fan auf der Tribüne, "und dann haut der uns so einen rein!"

Mit dem Pausenpfiff ging’s also ausgeglichen in die Kabinen, wobei Saar trotz weniger Ballbesitz das gefährlichere Team blieb. Vegesack kombinierte gefällig, doch vorne fehlte die Durchschlagskraft. Tobias Erdmann mühte sich, fand aber kaum Lücken gegen Djaló und Dietrich, die im Zentrum dichtmachten wie ein Garagentor im Winter.

Nach der Pause änderte sich wenig: Vegesack drückte, Saar lauerte. Als in der 64. Minute Vegesacks Flügelflitzer Hansen Van Vechten verletzt vom Platz musste, kippte das Spiel langsam. Wessel brachte später frische Kräfte - unter anderem den 19-jährigen Fabrizio Repetto, der nach Abpfiff stolz verkündete: "Mein erstes Heimspiel, mein erstes Tackling - und keiner ist verletzt. Läuft!"

In der Schlussphase bewies SC Saar dann, warum man sie nie abschreiben sollte. Enzo Beltrame, der bis dahin mehr gelaufen als geglänzt hatte, traf in der 85. Minute nach Vorarbeit des aufgerückten Innenverteidigers Duarte Djalo zum 2:1. "Ich wollte eigentlich nur klären", grinste Djalo hinterher, "aber Enzo hat einfach schneller gedacht."

Und als Vegesack in der Nachspielzeit alles nach vorne warf, schlug Djalo selbst zu. Nach einer Ecke von Ewan Blanchard stieg der Verteidiger am höchsten und nickte zum 3:1-Endstand ein (94.). Das Stadion bebte, und Wessel riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen. "So was gönne ich dem Jungen", sagte er später. "Der hat heute alles wegverteidigt, was zwei Beine hatte - und dann auch noch getroffen."

Vegesack hingegen verließ das Spielfeld mit gesenkten Köpfen. Trainer Lehmann suchte nach Worten: "Wir haben schön gespielt, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb. Wenn man 54 Prozent Ballbesitz hat und trotzdem verliert, weiß man, was gefehlt hat: Tore."

Auch die Kartenstatistik sprach für ein hitziges Spiel: Drei Gelbe - zwei für Vegesack (Rocha, De Mey) und eine für Saar (Beltrame kurz vor Schluss). "Wenn’s läuft, muss man halt auch mal auf die Bremse treten", kommentierte Beltrame trocken.

Insgesamt bot das Duell alles, was eine gute Samstagsabendpartie braucht: Emotionen, eine Prise Drama und ein Publikum, das jeden Zweikampf feierte, als hinge die Liga davon ab.

Zum Schluss scherzte Wessel in der Pressekonferenz: "Ich hatte 23 Torschüsse auf meinem Zettel, aber gefühlt 40 Herzstillstände. Das ist Saar-Fußball - nichts für Leute mit schwachen Nerven."

Vegesack wird sich an die eigene Nase fassen müssen: Zu verspielt, zu wenig Punch im letzten Drittel. Saar dagegen feiert den dritten Heimsieg in Folge - und vielleicht auch einen neuen Publikumsliebling in Duarte Djalo.

Ein Abend, an dem Statistik und Leidenschaft einander die Hand gaben - und der SC Saar bewies, dass Effizienz manchmal schöner ist als Ballbesitz.

02.10.643990 08:03
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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