Sportecho
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

SC Saar ringt Hamburg nieder - Beltrame und Bosingwa machen den Unterschied

53927 Zuschauer sahen an diesem frostigen Freitagabend ein Spiel, das man in Saarbrücken wohl noch eine Weile diskutieren wird: Der SC Saar besiegte den SC Hamburg mit 2:1 (0:0) - ein Ergebnis, das nüchtern betrachtet knapp klingt, aber den Spielverlauf nur unzureichend widerspiegelt. Denn über weite Strecken dominierte die Elf von Peter Wessel das Geschehen, während Hamburgs Offensive lange Zeit wie eingeschneit wirkte.

Schon in den ersten Minuten deutete sich an, dass die Saarländer mehr wollten. Ewan Blanchard prüfte Hamburgs Keeper Oliver Kraft bereits in der zweiten Minute mit einem satten Linksschuss. "Ich wollte ihm gleich zeigen, dass es heute kein gemütlicher Abend wird", grinste der 25-Jährige später. Hamburgs Antwort ließ nicht lange auf sich warten - Jack Chevallier zog in der vierten Minute aus der Distanz ab, allerdings mehr in Richtung Oberrang als Richtung Tor. Das Publikum quittierte es mit einem vielstimmigen "Ooooh", das irgendwo zwischen Spott und Mitgefühl lag.

Die erste Halbzeit verlief dann wie ein Lehrbuchbeispiel für vergebene Mühe: Saar mit mehr Ballbesitz (56,8 Prozent), Hamburg mit dem frommen Wunsch, irgendwie ins Spiel zu finden. Enzo Beltrame ackerte auf dem linken Flügel, als wollte er den Rasen umpflügen, während Vincent Pelletier sich mit einer frühen Gelben Karte (8.) die persönliche Erinnerung an diesen Abend sicherte. "Ich hab den Ball gespielt - zumindest fast", kommentierte er später mit einem Schulterzucken.

Nach dem Seitenwechsel kam endlich Leben in die Bude. In der 55. Minute belohnte sich der SC Saar für seine Dominanz: Caio Bosingwa setzte sich stark auf der linken Seite durch, legte quer, und Beltrame musste nur noch einschieben - 1:0. Der Jubel war ohrenbetäubend, und Trainer Peter Wessel riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Champions League gewonnen. "Endlich hat Enzo getroffen. Ich hab ihm vor dem Spiel gesagt: Heute triffst du - oder läufst heim", witzelte Wessel nach Abpfiff.

Hamburg wankte, aber fiel nicht. Tim Engel, der hanseatische Coach, schickte in der 59. Minute gleich drei frische Kräfte: La Barre, Grossmann und den 17-jährigen Aris Seitaridis. "Jugend forscht", kommentierte ein Reporter trocken auf der Tribüne. Doch ehe die jungen Wilden richtig auf dem Platz waren, schlug Saar erneut zu. In der 68. Minute war es diesmal Bosingwa selbst, der nach Vorarbeit von Blanchard den Ball humorlos in den Winkel drosch - 2:0. "Ich hab einfach gedacht: Wenn keiner schießt, mach ich’s halt", sagte der Brasilianer hinterher mit einem breiten Grinsen.

Doch Hamburg zeigte Moral. Gerade fünf Minuten später (73.) verkürzte Nestor Caballero nach feinem Zuspiel von Marc Doreste auf 2:1 - plötzlich war wieder Spannung drin. Engel schrie von der Seitenlinie: "Jetzt sind wir da!", während Wessel mit den Händen fuchtelte wie ein Dirigent, der sein Orchester vor einem falschen Einsatz bewahren will.

Die Schlussphase wurde zu einem kleinen Nervenkrieg. Saar verteidigte leidenschaftlich, Hamburg warf alles nach vorn, ohne die nötige Durchschlagskraft. Der 17-jährige Seitaridis hatte in der 80. Minute noch die große Chance auf den Ausgleich, verzog aber knapp. "Ich wollte’s zu schön machen", gestand der Teenager nach dem Spiel, während Trainer Engel ihm väterlich auf die Schulter klopfte: "Lieber so lernen als gar nicht."

Mit 14:7 Torschüssen und einer besseren Zweikampfquote (53 zu 47 Prozent) hatte Saar am Ende die Nase vorn - verdient, wenn auch mit dem typischen Herzklopfen in der Nachspielzeit. Enzo Beltrame, der Mann des Abends, wurde zurecht gefeiert. "Wir sind keine Zauberer, aber heute haben wir ein bisschen Magie gezeigt", sagte er, bevor er in der Kabine verschwand, wo man angeblich schon den Grill anschmiss.

Trainer Wessel fasste das Ganze trocken zusammen: "Das war kein Spiel für Feingeister. Aber für drei Punkte reicht’s." Sein Gegenüber Tim Engel blieb fair: "Saar war heute einfach galliger. Und manchmal ist Fußball eben ein einfaches Spiel - leider."

Und so ging ein unterhaltsamer Abend zu Ende, an dem die Saarländer bewiesen, dass Einsatz, Wille und ein bisschen sarkastischer Humor manchmal mehr wert sind als Taktiktafeln und Ballbesitzquoten. Hamburg fuhr mit leeren Händen, aber nicht ohne Hoffnung nach Hause. Saar dagegen darf weiter träumen - zumindest bis zum nächsten Freitag, wenn die Realität wieder anklopft.

30.12.643987 13:46
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport und nichts für Tunten.
Axel Kruse nach einer roten Karte
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager