Sportecho
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

SC Norderstedt überrollt Holstein Kiel - ein 4:0 mit Ansage

Es war ein Abend, wie ihn die Fans des SC Norderstedt so schnell nicht vergessen werden. 69.605 Zuschauer im ausverkauften Stadion sahen am 29. Spieltag der 1. Liga Deutschland eine Mannschaft, die Fußball zelebrierte - und eine andere, die wohl lieber zuhause geblieben wäre. Am Ende stand ein krachendes 4:0 (2:0) für Norderstedt gegen ein völlig überfordertes Holstein Kiel.

Schon nach wenigen Minuten war klar, wer hier die Musik spielt. Hans Vanderveer, der rechte Wirbelwind der Gastgeber, prüfte den Kieler Keeper Koller bereits in der dritten Minute. "Ich wollte ihm gleich mal zeigen, dass er heute Abend keine ruhige Schicht hat", grinste Vanderveer später in die Kameras. Und er meinte es ernst: In der 20. Minute drosch er den Ball nach Vorarbeit von Joschua Schmitz unhaltbar ins linke Eck - 1:0. Der Jubel hallte bis zur A7.

Kiel? Nun ja, sie hatten den Ball etwas öfter (51,8 Prozent Ballbesitz), wussten aber nichts damit anzufangen. Trainer Jason Voorhees - ja, der Name war Programm - ließ offensiv spielen, aber seine Stürmer wirkten, als hätten sie die Einladung zum Spiel vergessen. Der einzige Torschuss der Gäste, ein harmloser Versuch von George Davonport in der 45. Minute, landete brav in den Armen von Norderstedts Torwart Larry Oudekirk.

"Wir haben den Ball, aber sie haben die Tore", murmelte Voorhees zur Halbzeit, während er sich den Kaffee nachschenken ließ. Viel besser wurde es danach nicht. Schon in der 36. Minute hatte Alex Botin nach klugem Zuspiel von Adam Lester auf 2:0 erhöht - ein Schuss, so präzise, dass selbst die Linienrichter kurz klatschten.

Im zweiten Durchgang ließ Norderstedt die Zügel etwas lockerer. Trainer Andre Marsmann stand an der Seitenlinie, verschränkte die Arme und sah seiner Mannschaft bei der Arbeit zu wie ein Dirigent, der weiß, dass das Orchester auch ohne ihn perfekt spielt. "Ich hab ihnen in der Pause nur gesagt: Bleibt gierig. Und sie haben mich wörtlich genommen", sagte Marsmann später mit einem Lächeln, das fast Mitleid andeutete. Fast.

Während Kiel weiter mit sich selbst rang, brachte Marsmann in der 60. Minute Jamie Davonport für Sedat Sismanoglu - frische Beine für die linke Seite. Die Wechsel taten dem Spielfluss keinen Abbruch, Norderstedt kombinierte sich weiter durch die norddeutsche Defensive, als sei sie aus Butter.

Und dann kam die Nachspielzeit. Joschua Schmitz, bis dahin schon auffällig durch seine Vorlagen, hatte offenbar beschlossen, den Abend mit einem Knall zu beenden. In der 92. Minute traf er nach Pass von Sismanoglu zum 3:0, und nur eine Minute später legte er selbst noch einen drauf - diesmal nach Flanke von Linksverteidiger Dennis Hübner. Doppelpack in zwei Minuten, das Stadion bebte. "Ich hab gar nicht gemerkt, dass es zweimal ich war", witzelte Schmitz hinterher. "Aber die Fans haben’s mir verraten."

Die Statistik sprach Bände: 20 Torschüsse für Norderstedt, ein einziger für Kiel. Und obwohl die Gäste den höheren Ballbesitz hatten, wirkten sie über 90 Minuten wie ein Team, das auf Standby geschaltet war. Die Zweikampfquote von 41,8 Prozent tat ihr Übriges - Kiel war physisch wie mental unterlegen.

Trainer Voorhees wirkte nach dem Schlusspfiff erstaunlich gefasst. "Wir hatten einen Plan", sagte er, "aber leider hatte Norderstedt auch einen - und ihrer war besser." In der Kabine soll er seine Spieler gefragt haben, ob sie die Tornetze vielleicht für Dekoration hielten.

Marsmann hingegen sprach von "einem Statement-Sieg": "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur mitspielen, sondern dominieren können. Heute hat jeder seine Aufgabe perfekt erfüllt - sogar unser Ersatzkeeper durfte noch kurz ran." In der 89. Minute wechselte er tatsächlich Joel Eckert für Oudekirk ein - ein seltener Torwarttausch, den Marsmann trocken kommentierte: "Larry wollte sich den Applaus abholen, Joel den Rasen riechen. Win-win."

Als die Fans nach Abpfiff noch immer sangen, standen die Norderstedter Spieler Arm in Arm vor der Kurve. Kieler Trikots waren da längst verschwunden - vermutlich schon auf dem Weg zum Bus.

Bleibt festzuhalten: SC Norderstedt hat an diesem Abend nicht nur drei Punkte geholt, sondern eine Duftmarke gesetzt, die in der Liga noch nachhallen dürfte. Und Holstein Kiel? Die sollten vielleicht beim nächsten Mal daran denken, dass Ballbesitz allein kein Tor schießt - zumindest nicht, wenn der Gegner Hans Vanderveer und Joschua Schmitz auf dem Platz hat.

Oder, wie Marsmann zum Schluss sagte: "Wir haben heute einfach Fußball gespielt. Den Rest hat das Publikum erledigt."

11.08.643993 00:08
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Einige Leute müssen hier im Hintergrund ihre Profilneurosen ausleben. Wenn dieser kleinkarierte Käse so weitergeht, dann geh' ich nach Sylt und bau' Sandburgen.
Otto Rehhagel über Querelen in der Führungsetage des FCK
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager