A Bola
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**SC Lissabon dreht Partie in 13 Minuten - Guimarães hadert mit verpassten Chancen**

Ein lauer Januarabend in Lissabon, knapp 19.200 Zuschauer im Estádio José Alvalade, und doch knisterte die Luft wie im Sommer: SC Lissabon empfing Victoria Guimarães zum 26. Spieltag der portugiesischen Liga - und die Gastgeber schafften es, binnen eines Wimpernschlags ein Spiel zu drehen, das ihnen zu entgleiten drohte. Am Ende stand ein 2:1, das zwar knapp aussah, aber in seiner Entstehung an ein kleines Fußballdrama erinnerte.

Guimarães begann mutiger, mit einem Roger Bernheim, der offenbar beschlossen hatte, das Tor des Abends schon früh selbst zu schreiben. Drei Abschlüsse in zehn Minuten - und in der 24. Minute war es dann so weit: Bernheim jagte den Ball nach Vorlage von Rafael Antonio mit einem satten Schuss aus halbrechter Position ins Netz. Der Jubel der mitgereisten Anhänger war laut, aber kurz, denn nur drei Minuten später antwortete Lissabon.

Leonidas Giannakopoulos, der griechische Wirbelwind auf der linken Seite, verwertete ein butterweiches Zuspiel des 18-jährigen Nikita Salenko zum Ausgleich. "Ich habe gar nicht groß nachgedacht, einfach getroffen", grinste Leonidas später, während Salenko hinter ihm verschämt nickte: "Ich wollte eigentlich querlegen - ehrlich!"

Und als hätte Lissabon plötzlich den Turbo gefunden, folgte in der 37. Minute der nächste Schlag: Rechtsaußen Kian Oliphant, bis dahin eher unauffällig, fasste sich ein Herz und traf - diesmal ohne fremde Hilfe - zum 2:1. "Ich hab’ den Ball perfekt getroffen. Oder er mich, das weiß ich nicht mehr genau", meinte Oliphant später mit einem Augenzwinkern.

Ab da wurde das Spiel zu einem offenen Schlagabtausch. Guimarães suchte verzweifelt den Ausgleich, und Bernheim schoss weiter aus allen Lagen (insgesamt 13 Schüsse der Gäste, einer mehr als Lissabon), doch Joao Morais im Tor der Hausherren hatte einen dieser Abende, an denen nichts durchkommt. Auch Noe Aguas, der in der zweiten Halbzeit zweimal gefährlich auftauchte, scheiterte jeweils knapp.

Die Statistik liest sich fast wie ein Spiegelbild: 50,6 Prozent Ballbesitz für Lissabon, 49,3 für Guimarães, Tackling-Quote nahezu ausgeglichen. Nur im Torverhältnis blieben die Gastgeber vorne - und das zählt bekanntlich.

Gelbe Karten gab es auch, drei an der Zahl: Uwe Fleischer (16.) für ein eher rustikales Einsteigen, Adam MacMillan (69.) für ein Trikotziehen, das in der dritten Liga als modischer Beitrag durchgegangen wäre, und bei den Gästen Nelio Xavier (71.) sowie Wolfgang Charpentier (87.), der offenbar vergessen hatte, dass der Ball und nicht der Gegner zu treffen war.

Kurz vor Schluss dann noch Drama pur: Noe Aguas ging nach einem Zweikampf zu Boden und musste verletzt raus. Trainer der Gäste, dessen Gesichtsausdruck an einen schlecht gelaunten Vulkan erinnerte, brachte Leandro Costa (89.), der immerhin noch einen Sprint hinlegte, bevor der Schlusspfiff die Partie beendete. "Wir hatten genug Chancen, aber Fußball ist kein Wunschkonzert", knurrte Guimarães-Coach danach.

Auf Lissaboner Seite herrschte dagegen Feierlaune. Trainer Mendes (der seinen Kaffee nach Abpfiff demonstrativ kalt austrank) lobte: "Das war reife Reaktion. Nach dem Rückstand so zurückzukommen, zeigt Charakter." Und tatsächlich: Die Mannschaft, die taktisch über weite Strecken ausgeglichen agierte - weder wild offensiv noch ängstlich defensiv -, fand immer wieder die richtige Balance.

Der zweite Durchgang brachte zwar keine weiteren Tore, aber reichlich Nervenkitzel. In der 73. Minute hatte Agemar Alves noch die Chance, alles klarzumachen, verzog aber knapp. "Wenn ich den reinmache, nennt man mich hier ’König Agemar’", lachte er später - wohl wissend, dass er trotzdem ein gutes Spiel gezeigt hatte.

So blieb es beim 2:1, einem Sieg, der die Lissaboner Fans mit einem Lächeln in die Nacht entließ. Guimarães dagegen wird sich fragen, wie man mit 13 Abschlüssen nur einmal trifft. Vielleicht lag es am fehlenden Glück, vielleicht an einem Torwart in Galaform - oder daran, dass man in Lissabon einfach nicht ungestraft führt.

Und als der Stadionsprecher die Zuschauer verabschiedete, summte einer der Ordner leise: "Ein schöner Abend, wenn man Grün trägt." Ironischerweise trugen an diesem Abend alle Beteiligten Grün - aber nur eine Mannschaft mit Stolz.

Am Ende bleibt ein Spiel, das in Erinnerung bleibt: nicht wegen perfekter Taktik oder überragender Technik, sondern wegen seiner Menschlichkeit - mit Fehlern, Emotionen und einem kleinen Funken Chaos. Genau so, wie Fußball sein muss.

16.11.643987 01:45
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