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Santa Cruz tanzt, Salamanca stolpert - 3:1 und viel Theater im Inselstadion

Wenn 56.577 Zuschauer auf Teneriffa ein Fußballfest erwarten, dann bekommen sie meist auch eines - aber selten in dieser festlichen Mischung aus Leidenschaft, Chaos und leichter Ironie des Schicksals. CD Santa Cruz besiegte am 19. Spieltag der 1. Liga Spanien den Gast Salamanca CF mit 3:1 (2:1) und sorgte damit für ein weiteres Kapitel in der Saisonchronik voller Emotionen und Temperament.

Schon nach zwölf Minuten bebte das Stadion, als Jaime Domingo, der flinke Linksfuß, eine butterweiche Vorlage von Raul Carcedo verwandelte. "Ich hab einfach draufgehalten, und plötzlich war’s drin", grinste Domingo nach dem Spiel, während sein Trainer Markus Trölsch trocken anmerkte: "Wir trainieren sowas - manchmal klappt’s sogar."

Doch Salamanca ließ sich nicht lange bitten. In der 21. Minute schickte Rechtsverteidiger John Craven einen dieser altmodischen Flankenbälle, die eigentlich in keinem Lehrbuch mehr vorkommen dürften, und Duarte Capucho köpfte zum 1:1 ein. Der Auswärtsblock jubelte, als hätte man die Meisterschaft gewonnen - und für einen kurzen Moment war auch Trainer Jürgen Mattes zufrieden. "Das war schön anzusehen. Danach hätten wir vielleicht einfach aufhören sollen", sagte er später sarkastisch.

Nur fünf Minuten später allerdings machte Santa Cruz ernst. Roberto Bermudez, der rechte Flügelmann mit dem Charme eines Straßenkickers und der Präzision eines Uhrmachers, traf nach Vorarbeit von Carcedo zur erneuten Führung. 2:1 nach 26 Minuten - und das Stadion verwandelte sich in ein Tollhaus.

Statistisch gesehen war Salamanca sogar das aktivere Team - 55 Prozent Ballbesitz, zwölf Torschüsse gegenüber dreizehn der Gastgeber. Aber Santa Cruz spielte, als wollte man beweisen, dass Effizienz manchmal mehr zählt als Schönheit. Ihr Kurzpassspiel funktionierte wie ein Uhrwerk, und während Salamanca die Kugel liebkoste, jagte Santa Cruz sie in die Maschen.

Nach der Pause brachte Trölsch frisches Blut: Der 18-jährige Thiago Alcantara (nicht verwandt mit dem berühmten Namensvetter, aber mindestens genauso selbstbewusst) kam für Carcedo. "Ich sollte einfach laufen", erzählte der Youngster später lachend. Und laufen tat er - bis Daniel Madigan in der 50. Minute beschloss, dass auch ein linker Verteidiger mal Geschichte schreiben darf. Nach einer Vorlage von Andreas Norgaard drosch Madigan den Ball aus halblinker Position ins Netz - 3:1!

Salamanca verlor danach allmählich die Nerven. Connor Grenier sah in der 52. Minute Gelb, Jay Broderick folgte in der 88. - und Xabier Roi setzte kurz vor Schluss mit einer völlig überflüssigen Roten Karte die bittere Note unter einen ohnehin gebrauchten Abend. "Ich wollte den Ball treffen", erklärte Roi später, "aber der Ball war halt nicht da."

Trainer Mattes schaute derweil mit verschränkten Armen auf seine Mannschaft und murmelte etwas von "mentaler Müdigkeit" und "Teneriffa-Nachtleben". Santa Cruz hingegen zog sein Pressing bis in die Nachspielzeit durch, als wollte man noch den Busfahrer von Salamanca unter Druck setzen.

Die Fans hatten ihren Spaß - und wie! "Hier auf der Insel spielt man nicht nur Fußball, man zelebriert ihn", sagte ein älterer Fan mit Sonnenhut, während er seine Trommel einpackte. Und in der Tat: Santa Cruz wirkte nicht wie ein Tabellenelfter, sondern wie ein Team mit Ambitionen.

Coach Trölsch blieb trotzdem auf dem Boden: "Ein gutes Spiel, aber nächste Woche zählt das gleiche wieder bei null." Sein Kapitän Roberto Bermudez grinste nur: "Wir haben heute gezeigt, dass wir Tore nicht zählen, sondern genießen."

Am Ende stand ein verdienter 3:1-Erfolg, der Santa Cruz neuen Schwung verleiht. Salamanca dagegen reist frustriert ab - mit Ballbesitz, aber ohne Punkte.

Und während die Sonne über dem Atlantik langsam unterging, hallte aus den Gassen von Santa Cruz ein letzter Ruf: "Otra ronda!" - noch eine Runde. Auf dem Platz, am Tresen oder beides - das lässt man hier gerne offen.

05.01.643991 00:15
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