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Santa Cruz ringt Barcelona nieder - 3:2 im heißen Inselauftakt

Ein lauer Abend auf Teneriffa, 49.024 Zuschauer, ein Flutlicht, das sogar das Meer erblassen ließ - und dazu ein Spiel, das von der ersten Minute an zeigte, dass CD Santa Cruz in dieser Saison keine Statistenrolle in Spaniens 1. Liga spielen will. Am Ende stand ein 3:2 gegen den favorisierten SC Barcelona, und die Heimfans sangen, als ginge es um die Meisterschaft.

Schon nach sieben Minuten bebte das Estadio de la Playa. Juan Olazabal, der Mann mit dem unerschütterlichen Selbstvertrauen und der Frisur eines 90er-Jahre-Popstars, nahm sich nach Zuspiel von Javier Viqueira den Ball, drehte sich einmal um die eigene Achse und drosch ihn aus 14 Metern unhaltbar ins linke Eck. "Ich hab’s gar nicht richtig gesehen, ich hab’s nur gehört - das Netz hat gezischt", grinste danach Trainer Markus Trölsch, der seinen Kaffee fast verschüttet hätte.

Santa Cruz spielte mutig, und die Gäste aus Barcelona wirkten überrascht, dass hier nicht nur Palmen wachsen, sondern auch Pressing. Nach 25 Minuten legte der 21-jährige Antonio Frechaut nach - ein Treffer aus dem Nichts, nach einem langen Ball von Innenverteidiger Nicolaas Vedder. Die Sonne war längst untergegangen, aber es wurde noch heißer. 2:0, und Santa Cruz schnupperte an der Sensation.

Doch Barcelona wäre nicht Barcelona, wenn sie sich einfach ergeben würden. In der 32. Minute verkürzte Emilio Zapatero - kein Verwandter von Santa-Cruz-Keeper Matias Zapatero, aber an diesem Abend ebenso auffällig. Nach einem feinen Steckpass von Roberto Bermudez schob er lässig ein. "Da haben wir kurz Urlaub gemacht", murmelte Trölsch später sarkastisch über seine Abwehr.

Zur Pause stand es 2:1, und beide Trainer wirkten zufrieden - der eine, weil sein Plan funktionierte, der andere, weil es schlimmer hätte kommen können. Walter Temmel, Barcelonas Coach, brüllte in der Kabine angeblich: "Wir spielen hier gegen Santa Cruz, nicht gegen Real Madrid!" Der Satz wurde natürlich sofort weitergetragen.

Nach dem Seitenwechsel drängten die Gäste, und Faas Vanderwerken - ausgerechnet der Linksverteidiger - traf in der 65. Minute zum 2:2. "Ich dachte erst, er will flanken", sagte Santa-Cruz-Torwart Zapatero mit einem gequälten Lächeln. "Dann war’s halt ein Torschuss."

Aber Santa Cruz antwortete umgehend. Nur zwei Minuten später stand das Stadion Kopf: Matias Antolinez zog aus der zweiten Reihe ab, der Ball klatschte an den Innenpfosten und trudelte ins Tor. Frechaut hatte vorher per cleverem Laufweg die Abwehr auseinandergezogen - keine Statistik der Welt kann diesen Moment beschreiben. 3:2, und selbst die Ersatzspieler sprangen über die Werbebande.

Danach wurde es ruppiger. Barças Innenverteidiger Pau Alcantara sah in der 40. Minute Gelb, später humpelte er verletzt vom Platz. Patrik Krueger und Jose Ochoa aus Santa Cruz holten sich ebenfalls Gelb ab - "weil sie zu ehrlich grätschten", wie Kapitän Antolinez süffisant kommentierte.

Die Statistik spricht für Santa Cruz: 16 Torschüsse gegenüber 8 der Gäste, 50,1 Prozent Ballbesitz, 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Zahlen, die zeigen, dass hier nicht nur Glück im Spiel war. Barcelona versuchte es in der Schlussphase mit aller Macht, aber Keeper Zapatero hielt, was zu halten war, während die Abwehr um Vedder und Ramos jeden hohen Ball wegköpfte, als ginge es um den Familienbesitz.

"Wir haben heute Herz gezeigt", sagte Trölsch nach dem Abpfiff mit heiserer Stimme. "Und manchmal reicht das, wenn man es 90 Minuten lang tut." Walter Temmel hingegen wirkte angespannt. "Drei Tore aus drei Chancen - das ist kein Zufall, das ist fehlende Konzentration bei uns", knurrte er, bevor er wortlos im Kabinengang verschwand.

Die Fans von Santa Cruz feierten noch lange, während die Ordner schon die Ränge leerten. Ein Junge im Trikot von Olazabal rief seinem Vater zu: "Papa, wir sind Tabellenführer!" - und der Vater lachte. "Für eine Nacht, mein Sohn. Aber was für eine Nacht."

Ein Auftakt, der Lust auf mehr macht: Santa Cruz hat Barcelona besiegt, und zwar nicht durch Zufall, sondern durch Wille, Tempo und ein bisschen südliches Chaos. Wenn sie so weitermachen, könnte in dieser Saison tatsächlich mehr drin sein als nur ein schöner Sonnenuntergang über dem Stadion.

30.05.643990 00:22
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