A Bola
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Santa Clara stolpert, Pacos jubelt - Brito trifft und entscheidet das Spiel

Ein lauer Januarabend auf den Azoren, 16.589 Zuschauer im Estádio de São Miguel, und man hatte das Gefühl, die Meeresbrise wehte diesmal gegen die Männer von UD Santa Clara. Am 5. Spieltag der 1. Liga Portugal setzte es für die Gastgeber eine bittere 0:1-Heimniederlage gegen Pacos de Ferreira - ein Spiel, das weniger durch spielerische Finesse als durch Effizienz und Geduld entschieden wurde.

Das Tor des Abends fiel früh, in der 16. Minute. Lionel Brito, der flinke Linksaußen der Gäste, nahm einen präzisen Pass von Linksverteidiger John Patton auf, zog einmal kurz an, schaute Santa Claras Keeper Raul Castro aus - und schob den Ball trocken ins lange Eck. Ein Treffer, der so unspektakulär wie effektiv war. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Brito nach dem Spiel und brachte damit selbst seinen Trainer Pig Pig zum Lachen. Dessen Kommentar: "Wenn alle meine Flanken so enden würden, wäre ich schon Meister."

Santa Clara wirkte nach dem frühen Rückstand konsterniert, fast beleidigt. Die Mannschaft von Trainer Patrick Kunz Gouveia hatte sich viel vorgenommen - Offensiv-Ausrichtung, mutiges Pressing, schönes Kurzpassspiel. Nur: Ballbesitz (47 Prozent) und fünf kümmerliche Schüsse aufs Tor sind wenig für einen Abend, an dem man eigentlich die Kontrolle übernehmen wollte.

In der 25. Minute hatte Harald Blume die wohl beste Gelegenheit für Santa Clara. Nach einem feinen Steckpass von Pedro Rocha zog der rechte Mittelfeldmann aus 18 Metern ab - und scheiterte an Gäste-Keeper Paulo Tonel, der mit einer Flugeinlage die Zuschauer kurz zum Aufraunen brachte. "Da habe ich gedacht, der Ball küsst gleich die Latte", stöhnte Blume später. Doch der Ball küsste nichts, sondern landete sicher in den Armen des Torwarts.

Pacos de Ferreira hingegen spielte abgeklärt. Keine Hektik, kein blindes Anrennen. 13 Torschüsse sprechen für sich, und besonders Gerard Florit auf der rechten Seite machte Santa Claras Abwehr das Leben schwer. Drei Mal prüfte er Castro - vergeblich, aber stets mit der Eleganz eines Mannes, der wusste: Der Tag gehört uns.

Die gelben Karten für Vincent Xavier (3.) und Iwan Koroljuk (53.) passten ins Bild: Pacos war engagiert, aber nie überhart. "Standard-Aggressivität", wie es im Statistik-Deutsch heißt - auf dem Platz übersetzt: robust, aber clever.

Trainer Kunz Gouveia dagegen wirkte an der Seitenlinie zunehmend ratlos. In der 68. Minute raufte er sich die Haare, als Christiano Bosingwa eine der wenigen klaren Chancen kläglich verzog. "Ich glaube, der Ball hat Angst vor dem Tor", murmelte er ins Mikrofon, als man ihn danach darauf ansprach.

In der Schlussphase versuchte Santa Clara alles. Pedro Rocha zog von links immer wieder nach innen, der eingewechselte Leandro Gomes brachte frischen Wind, und selbst Innenverteidiger Louis Ledig tauchte plötzlich im gegnerischen Strafraum auf - allerdings mit der Eleganz eines Mannes, der lieber wieder zurück in die Abwehr wollte.

Pacos de Ferreira hingegen blieb cool, fast stoisch. "Wir wollten das 1:0 einfach nach Hause bringen", erklärte Trainer Pig Pig schnörkellos. "Und wenn wir dabei aussehen wie eine Mauer aus Gelb, dann ist das eben Kunst."

Die Statistik gab ihm recht: 52,8 Prozent Ballbesitz, mehr als doppelt so viele Abschlüsse, besseres Zweikampfverhalten (54,7 Prozent) - das war kein Zufallssieg.

Als der Schlusspfiff ertönte, jubelten die Gäste ausgelassen, während Santa Clara-Spieler enttäuscht auf den Rasen sanken. Nur Raul Castro klatschte ins Publikum, als wollte er sagen: Wir kommen wieder.

"Fußball ist manchmal wie der Atlantik", meinte Kunz Gouveia zum Abschied poetisch. "Mal zieht er dich runter, mal trägt er dich." Heute hat er sein Team eher runtergezogen.

Ein Spiel also, das in Erinnerung bleibt - nicht wegen seiner Rasanz, sondern wegen seiner Konsequenz. Pacos de Ferreira nahm drei Punkte mit, Santa Clara eine Portion Ernüchterung. Und irgendwo auf den Tribünen murmelte ein älterer Fan: "Manchmal ist 0:1 ehrlicher als 3:3."

Am Ende bleibt festzuhalten: Wer Chancen liegen lässt, verliert. Wer sie nutzt, gewinnt. Lionel Brito hat das Prinzip verstanden. Und Santa Clara? Nun, die haben noch 29 Spieltage Zeit, es zu lernen.

16.03.643987 11:53
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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