Heraldo de Mexico
+++ Sportzeitung für Mexico +++

San Luis tanzt - Leon Esmeralda geht baden

UD San Luis hat am 13. Spieltag der 1. Liga Mexico ein Fußballfest gefeiert, das den 43.233 Zuschauern im Estadio Municipal noch lange im Gedächtnis bleiben dürfte. Mit einem 5:0 über Leon Esmeralda brannten die Gastgeber ein Offensivfeuerwerk ab, das zeitweise an Straßenfußball erinnerte - allerdings an jenen, bei dem einer alle Tore schießt und der Rest nur zuschaut.

Schon in der ersten Hälfte zeichnete sich ab, dass Trainer Gerhard Münster seine Mannschaft auf Angriff programmiert hatte. Die Statistik belegt es: 21 Torschüsse, über 53 Prozent Ballbesitz und eine Tacklingquote, die zeigte, dass San Luis nicht nur schön, sondern auch hart arbeiten konnte. Leon Esmeralda dagegen kam mit Mühe auf drei Abschlüsse - und das war noch schmeichelhaft gezählt.

Bis zur 42. Minute hielt der Gast das 0:0, dann brach der Damm. Rechtsverteidiger Harrison Douglas, sonst eher für das Aufräumen zuständig, fasste sich ein Herz und drosch den Ball nach Vorlage von Ashton Hubbert humorlos in den Winkel. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Douglas nach dem Spiel, "aber der Ball hat sich anders entschieden." Zwei Minuten später durfte Victor Staes doppelt zuschlagen: erst in der 44., dann in der 45. Minute, jeweils nach Pass von Olav Buchholz. "Olav hat mir zweimal denselben Ball serviert", sagte Staes. "Beim ersten dachte ich, das war Zufall. Beim zweiten wusste ich: Der meint das ernst."

Mit einem 3:0 ging es in die Pause - und die Fans stimmten bereits Gesänge an, die man sonst erst nach Schlusspfiff hört. Auf der Tribüne rief ein Zuschauer zu seinem Nachbarn: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald eine Toranzeige mit zweistelligen Zahlen!" - der Nachbar nickte nur und bestellte noch ein Bier.

Leon Esmeralda dagegen wirkte konsterniert. Trainer Carlos Rodrigo (der gleichzeitig als Innenverteidiger auflief) versuchte in der Kabine offenbar, Ordnung ins Chaos zu bringen. "Wir wollten kompakter stehen", murmelte er später, "aber San Luis war überall. Selbst in unseren Köpfen."

Die zweite Hälfte wurde dann zur Kür. Zwar ließ San Luis zwischenzeitlich etwas Tempo vermissen, was wohl auch an den drei Gelben Karten lag - besonders Alejandro Derlei (52.) schien nach seinem Eintrag ins Notizbuch des Schiedsrichters kurzzeitig an die Bremse zu denken. Doch Derlei war es, der in der Nachspielzeit wieder aufdrehte: In der 91. Minute stieg der Innenverteidiger nach einer Ecke von George Winfield am höchsten und köpfte das 4:0. "Ich wollte eigentlich hinten absichern", sagte er schelmisch, "aber da oben war’s so schön ruhig."

Als die meisten schon den Schlusspfiff erwarteten, packte Ashton Hubbert noch einmal seinen Turbo aus. In der 94. Minute, nach Zuspiel von Inigo Gonzalo, vollendete er einen Konter zum 5:0-Endstand - ein würdiger Schlusspunkt eines Spiels, das längst entschieden war.

Die Zahlen sprechen Bände: 21 Torschüsse zu 3, Ballbesitz 54 zu 46 Prozent, Tacklingquote 58 zu 42 - UD San Luis war in jeder Hinsicht überlegen. Selbst Trainer Münster wirkte nach Abpfiff kurz sprachlos, bevor er mit einem Lächeln sagte: "Wir haben heute das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben - nämlich Fußball zu spielen. Und das ist ja nicht selbstverständlich."

Bei Leon Esmeralda herrschte hingegen betretenes Schweigen. Torhüter Marcos Ronaldo wirkte wie ein Mann, der in einem Schneesturm versucht, eine Zeitung zu lesen. "Ich habe alles gesehen", sagte er, "aber leider immer zu spät."

Das Publikum verabschiedete die Mannschaft von San Luis mit stehenden Ovationen, während Trainer Münster mit seinem Team eine Ehrenrunde drehte. Harrison Douglas klopfte dabei seinem Trainer auf die Schulter und sagte grinsend: "Chef, Sie sollten mich öfter stürmen lassen." Münster lachte nur und antwortete trocken: "Nicht übertreiben, Harrison - einmal reicht fürs Saisonhighlight."

Ein Spiel, das in seiner Klarheit selten ist: kein Zufall, kein Glück, einfach pure Dominanz. UD San Luis schießt sich mit diesem Kantersieg weiter nach oben und lässt die Liga aufhorchen. Leon Esmeralda dagegen wird die Heimfahrt nutzen, um über Verteidigungsstrategien nachzudenken - vielleicht auch über das Prinzip "Ball und Gegner gleichzeitig im Blick behalten".

Und als das Stadion langsam leerte, blieb ein Satz eines Fans hängen: "Wenn San Luis so weitermacht, brauchen sie bald keine Gegner mehr - nur noch Zuschauer." Ganz Unrecht hatte er nicht.

30.03.643994 09:02
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