Diarios de Futbol
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San Lorenzo trotzt Santos - ein Sieg des Willens und der Widerhaken

Was für ein Abend in der Amerikaliga-Gruppenrunde! Vor 42.274 lautstarken Zuschauern im Estadio Nuevo Ciclón feierte Ciclon San Lorenzo einen 2:1-Heimsieg gegen UD Santos - ein Spiel, das in Phasen so wild war wie ein tropischer Sturm und doch genug Ordnung besaß, um am Ende ein klares Fazit zuzulassen: Wer seine Chancen nutzt, gewinnt.

Trainer Eiko Henke hatte vor dem Spiel noch gewarnt: "Santos ist wie eine Welle - sie kommt immer wieder." Und tatsächlich: Die Gäste aus Santos rollten von Beginn an mit offensiver Ausrichtung und 53,9 Prozent Ballbesitz an. Doch San Lorenzo hielt mit galliger Entschlossenheit dagegen. Schon nach 14 Minuten musste Henke improvisieren - Rechtsverteidiger Guillermo Custodio verletzte sich ohne Gegnereinwirkung. "Ich hab nur kurz gehustet und zack, Muskel dicht", witzelte Custodio später mit Eisbeutel auf dem Oberschenkel. Veteran Sakis Konstantinou kam rein - und brachte sofort Stabilität.

In der 21. Minute bebte das Stadion erstmals: Carl Eusebio, der eher als Staubsauger im Mittelfeld bekannt ist, packte einen satten Flachschuss aus 20 Metern aus - 1:0! "Ich wollte eigentlich nur klären", grinste Eusebio nach dem Spiel, "aber der Ball wollte einfach rein." Santos-Keeper Marco Derlei streckte sich vergeblich, und Trainer Tim Tahler schlug die Hände vors Gesicht, als hätte er soeben den Wetterbericht für eine Woche Dauerregen gehört.

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. San Lorenzo schoss 19-mal aufs Tor, Santos immerhin 13-mal. Luis Eusebio (nicht verwandt, aber offenbar mit ähnlicher Schussfreude) prüfte Ciclón-Keeper Duarte Mingo in der ersten Minute - ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. Doch Mingo, sonst eher unauffällig, hatte einen Sahnetag. "Ich hab heute das Gefühl gehabt, der Ball mag mich", sagte er mit einem Augenzwinkern.

Nach der Pause kam Santos mit Wut im Bauch aus der Kabine. Vier Gelbe Karten sammelten die Gäste im Laufe des Spiels - eine für fast jede Emotion. Silvestre Mascarenhas eröffnete in der 42. Minute die Sammlung, Vitor Chalana machte in der 46. weiter, und später folgten Julian Antonio (67.) und Ewan MacCallum (68.). Man hätte fast meinen können, Santos habe ein Panini-Album der Verwarnungen vollmachen wollen.

Der Ausgleich fiel dann in der 70. Minute, als Harald Heine - der rechte Flügelblitz - nach schöner Vorarbeit von Mascarenhas traf. Ein präziser Schuss aus spitzem Winkel, 1:1, und plötzlich war der Himmel über San Lorenzo voller Gewitter. "Da dachte ich kurz: Jetzt kippt’s", gestand Henke.

Doch zehn Minuten später war es wieder soweit: Der Publikumsliebling Miguel Futre, der schon zuvor drei Großchancen vergeben hatte, traf endlich. Nach einem feinen Pass von Adriano Quaresma vollendete er in der 79. Minute mit links ins lange Eck. 2:1! Das Stadion explodierte, Futre riss die Arme hoch und schrie Richtung Tribüne: "Das war für euch!" - und vielleicht auch ein bisschen für sich selbst.

Santos drückte in der Schlussphase, aber San Lorenzo verteidigte mit allem, was Beine hatte. Cesar Nani, 35 Jahre alt und mit der Erfahrung eines halben Lebens auf dem Platz, kassierte in der 73. Minute Gelb, grinste aber nur: "Ich wollte zeigen, dass ich noch lebe."

In der Nachspielzeit hatte Carl Eusebio noch einmal die Chance, alles klarzumachen, doch sein Schuss in der 91. Minute rauschte knapp vorbei. Henke sprang trotzdem an der Seitenlinie auf wie ein Kind am Heiligabend. "Ich wollte den Jungs klarmachen: Wir sind noch wach!", meinte er später lachend.

Am Ende blieb es beim 2:1 - ein Sieg, der weniger mit Taktik (Henke blieb über 90 Minuten bei "ausgewogen") als mit Herzblut zu tun hatte. Santos’ Trainer Tahler wirkte nach Abpfiff gefasst: "Wir hatten mehr Ballbesitz, mehr Struktur, aber sie hatten mehr Glück - und manchmal ist das der bessere Plan."

Ciclon San Lorenzo klettert damit in der Gruppenrunde nach oben, während Santos mit leichtem Sonnenbrand im Gesicht und einem Sack voll Gelber Karten die Heimreise antritt.

Vielleicht fasste es Miguel Futre am besten zusammen, als er sich mit einem breiten Grinsen verabschiedete: "Manchmal reicht ein bisschen Wind, um einen Sturm auszulösen."

Ein bisschen Sturm, ein bisschen Glück - und am Ende drei Punkte. Fußball eben.

11.02.643994 21:07
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Sicherlich haben wir im Moment einen kleinen Lauf, aber Lauf heißt ja bekanntlich Lauf, weil's von laufen kommt.
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