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Saarbrücken lässt Emsdetten im Dauerregen stehen - 3:0 und jede Menge Spielfreude

Wenn Fußball ein Wettrennen um Ballbesitz, Ideen und Torabschlüsse wäre - der SC Saarbrücken hätte am Freitagabend im Ludwigsparkstadion gleich drei Goldmedaillen abgeräumt. Mit einem souveränen 3:0 gegen Borussia Emsdetten schoben sich die Saarländer am 14. Spieltag der 3. Liga weiter an die obere Tabellenhälfte heran. 6239 Zuschauer sahen ein Spiel, das man höflich als einseitig bezeichnen konnte - oder ehrlicher: als ein 90-minütiges Belagerungsspiel mit freundlicher Duldung des Gegners.

Schon nach acht Minuten war klar, wohin die Reise geht. Luís Santos, der flinke Portugiese auf der rechten Außenbahn, nahm eine butterweiche Flanke von Otto Schöne direkt und drosch den Ball mit rechts ins lange Eck. 1:0. "Ich hab gar nicht nachgedacht - das war vielleicht mein Glück", grinste Santos nach dem Spiel. Trainer Mike Wagner lachte daneben: "Er denkt sonst auch nicht viel - aber heute war das genau richtig."

Danach spielte eigentlich nur noch der SC. 22 Torschüsse aufs Gehäuse von Emsdettens Keeper Knud Hase sprechen eine deutliche Sprache. Hase, der mit seinem Namen eher in einen Kinderroman als in ein Strafraumgetümmel gehört, verhinderte mit mehreren starken Paraden Schlimmeres. Seine Vorderleute indes wirkten, als hätten sie eine stille Wette laufen: Wer schafft es, 90 Minuten ohne einen einzigen Torschuss? Sie gewannen sie tatsächlich.

Saarbrücken agierte taktisch ausgewogen, fast lehrbuchhaft - kein wildes Pressing, kein überdrehter Offensivdrang. Stattdessen Ballzirkulation, Geduld und dann der zielstrebige Pass in die Spitze. Diego Bianchi zog die Fäden im Mittelfeld, Georg Piccard wirbelte auf links, und Otto Schöne, 34 Jahre jung, spielte, als wolle er den Jüngeren zeigen, wie man Flanken mit Augenmaß schlägt.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild unverändert. Emsdetten verteidigte, Saarbrücken kombinierte. In der 73. Minute fiel die Vorentscheidung: Liam Henkel, der unermüdliche linke Mittelfeldmann, zog aus 18 Metern ab - und der Ball zischte flach ins rechte Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Henkel später schmunzelnd zu. "Aber wenn’s so reingeht, sag ich natürlich: War Absicht."

Nur vier Minuten später durfte Henkel dann auch noch assistieren. Eine Balleroberung auf links, ein kurzer Doppelpass mit Bianchi, und dann die butterweiche Hereingabe auf den lauernden Otto Schöne. Der Veteran nahm die Kugel volley und traf zum 3:0-Endstand (77.). "Das war wie früher, als der Ball noch aus Leder war", grinste Schöne.

Emsdetten-Trainer Michael Lappe wirkte nach dem Schlusspfiff wie jemand, der sich im falschen Film wiedergefunden hat. "Wir wollten kompakt stehen", murmelte er, "aber irgendwie standen wir nur." Seine Mannschaft hatte 42 Prozent Ballbesitz - theoretisch. Praktisch bedeutete das: Sie durften den Ball gelegentlich zum Einwurf ins Spiel bringen.

Saarbrückens Coach Wagner hingegen war rundum zufrieden, aber nicht euphorisch. "Klar, das war gut. Aber nächste Woche müssen wir zeigen, dass wir’s auch auswärts können. Sonst war das hier nur ein schöner Abend mit warmem Tee."

In der Mixed Zone scherzte Santos noch mit einem Ordner, Bianchi signierte geduldig Trikots, und irgendwo auf der Tribüne summte jemand die Vereinshymne. Es war einer dieser Abende, an denen man spürt: Fußball kann so einfach sein, wenn man ihn einfach spielt.

Statistisch gesehen war es ein Klassenunterschied: 22:0 Torschüsse, 57 Prozent Ballbesitz, 61 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Und während Emsdetten wohl noch auf der Heimfahrt überlegt, ob man überhaupt über die Mittellinie gekommen ist, werden die Saarbrücker mit einem Lächeln einschlafen - wissend, dass sie an diesem Abend alles richtig gemacht haben.

Oder, wie es Kapitän Nick Jakob später trocken zusammenfasste: "Wir hätten auch noch ’ne Stunde spielen können - die hätten trotzdem nicht getroffen."

Am Ende bleibt ein klarer Sieg, ein zufriedenes Publikum und die Erkenntnis, dass Erfahrung, Spielfreude und ein Quäntchen Selbstironie manchmal die beste Taktik sind. Saarbrücken lacht, Emsdetten staunt - und die Liga hat wieder ein Gesprächsthema.

06.11.643990 12:31
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Die Alte ist trotzdem unheimlich in Ordnung! Ich habe sie kennengelernt, als ihr Zahnarzt mir das Esszimmer neu tapeziert hat. Kerstin merkte sofort, dass ich bei der Behandlung ein bißchen Schiss hatte. Sie hielt mir ganz lieb das Händchen.
Rudi Assauer über seine neue 24-jährige Lebensgefährtin, die als Zahnarzthelferin arbeitet
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