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Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob der Pokal wirklich seine eigenen Gesetze hat - oder ob der SC Saar einfach beschlossen hat, das Regelbuch selbst zu schreiben. 45.259 Zuschauer im Saarstadion sahen ein 3:0, das so deutlich ausfiel, wie es das Ergebnis vermuten lässt - und vielleicht sogar noch etwas deutlicher. Adlershof, angereist mit viel Mut und wenig Ballbesitz (45,4 %), wurde von der ersten Minute an in die Defensive gedrängt. Denn kaum hatte Schiedsrichter Mertens angepfiffen, da klingelte es schon. Zweite Minute, Flanke von Duarte Djalo aus der Tiefe, und Jannis Hartmann - der Mann mit dem rechten Fuß wie ein Vorschlaghammer - traf trocken ins linke Eck. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", grinste Hartmann später, "aber dann hab ich ihn einfach mal draufgehalten. War wohl keine schlechte Idee." Adlershof-Trainerin Clara Aurelia raufte sich da bereits die Haare. "So früh darf man nicht schlafen", murmelte sie in der Pressekonferenz, "wir hatten ja nicht mal Zeit, nervös zu werden." Ihr Team versuchte, sich zu sortieren, doch SC Saar blieb unbarmherzig. Tim Hanke und der 17-jährige Niklas Kuehn dirigierten das Mittelfeld, als hätten sie schon 100 Pokalspiele auf dem Buckel. Kuehn war es dann auch, der in der 40. Minute den zweiten Treffer erzielte - ein Schuss aus 16 Metern, nach schönem Zuspiel von Nestor Miro. "Ich hab nur gedacht: Wenn du den jetzt versemmelst, wirst du nie wieder ohne Spitznamen aus der Kabine gehen", lachte der Youngster, der mit seinem ersten Pflichtspieltor gleich Geschichte schrieb. Zur Pause stand es 2:0, und man hatte das Gefühl, als könnte SC Saar auch mit verbundenen Augen kombinieren. 11:1 Torschüsse zur Halbzeit - das war kein Pokalfight, das war eine Belagerung. Adlershofs Keeper Erik Maier hielt, was zu halten war, ehe er in der 53. Minute verletzt ausschied. Sein Ersatz Lukas Kurz, gerade einmal 19, bekam direkt die Feuertaufe. Kurz nach dem Torwartwechsel folgte das 3:0 (65.). Wieder Hartmann, wieder eiskalt. Dieses Mal nach Vorarbeit von Hanke, der ihn mit einem Pass durch die Schnittstelle bediente. Hartmann lief allein auf den Torhüter zu, täuschte kurz links an und schob rechts ein. Es war die Art von Tor, bei der Kommentatoren gern "abgezockt" sagen - und völlig zu Recht. "Wir wollten das Spiel früh entscheiden", erklärte SC-Trainer Peter Wessel mit einem zufriedenen Lächeln. "Aber dass wir es so konsequent durchziehen, hat selbst mich überrascht. Vielleicht war’s der Kaffee vor dem Spiel - oder einfach die kalte Januarluft." In der Schlussphase wechselte Wessel munter durch: Peters kam für Vrooman, Schumacher für Djalo, Lastovka durfte im Tor noch ein paar Minuten schnuppern. Selbst da blieb Saar gefährlich. Iker Santos prüfte Kurz in der 85. Minute mit einem Schuss aus 25 Metern - der Keeper klärte mit den Fingerspitzen, und das Publikum feierte ihn, als hätte er den Anschlusstreffer erzielt. Adlershof hingegen fand offensiv kaum statt: ganze zwei Torschüsse, einer in der 17. und einer in der 36. Minute. "Wenn du nicht aufs Tor schießt, kannst du auch nicht treffen", meinte Clara Aurelia trocken. "Das müssen wir uns ankreiden. Aber Saar war heute einfach eine Klasse besser." Gelbe Karten gab’s auch - Marcus Schön für Saar (10.) wegen übermotiviertem Einsteigen, und gleich drei für Adlershof: Bader (34.), Bostwick (56.) und der junge Manuel (88.) hielten jeweils etwas zu beherzt dagegen. "Das war kein böses Spiel", sagte Wessel später, "aber die wollten halt zeigen, dass sie auch da sind. Nur war der Ball meistens schon weg." Am Ende jubelten die Saar-Fans, als wäre der Pokal schon gewonnen. Vielleicht lag’s an der Spielfreude, vielleicht an der Choreografie auf der Tribüne, die "Saar lebt!" skandierte. Der Pokal kann also kommen - und wenn der SC Saar so weitermacht, wird man noch öfter von ihnen hören. Oder wie Jannis Hartmann es mit einem Augenzwinkern zusammenfasste: "Wenn wir jedes Spiel so anfangen wie heute, können wir uns das Aufwärmen sparen." Ein Satz, der irgendwie alles über diesen Abend sagt. 27.03.643987 13:20 |
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