Anpfiff
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Remis mit rotem Beigeschmack: Bremen und Lübben trennen sich 1:1

Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 12.098 Zuschauer im Bremer Weserstadion - und am Ende ein Spiel, das keiner so recht gewinnen wollte, aber keiner verlieren durfte. SV Bremen und GW Lübben trennten sich nach 90 ereignisreichen Minuten mit 1:1. Zwei Tore, ein Platzverweis, viele Chancen - und jede Menge Gesprächsstoff für die Heimfahrt.

Dabei begann die Partie so, wie man es in der 3. Liga erwartet: mit viel Einsatz, wenig Glanz und reichlich Gebrüll von der Seitenlinie. "Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir da sind", erklärte Bremens Trainer Jack Schlakowski nach dem Abpfiff - ein Satz, der in der 3. Liga vermutlich schon auf der Geburtsurkunde jedes Trainers steht.

In der ersten Halbzeit neutralisierten sich beide Teams weitgehend. Bremen schoss öfter aufs Tor (14 zu 8), Lübben hatte mehr Ballbesitz (rund 55 Prozent). Doch es blieb beim klassischen 0:0 der verpassten Gelegenheiten. John Pelletier prüfte früh den Gästekeeper Bergantinos (5.), kurz darauf hatte Duarte Vaz auf der Gegenseite die Führung auf dem Fuß (6.), schoss aber so hoch, dass man kurz überlegte, ob er vielleicht den Satellitenkontakt testen wollte.

Nach der Pause wurde das Spiel endlich lebendiger - oder, wie ein Bremer Fan in der 52. Minute brüllte: "Nun spielt doch mal Fußball, nicht Sudoku!" Und siehe da: In der 64. Minute durften die Heimfans jubeln. Nach feiner Vorarbeit von Roberto Verdasco traf Daniel Morriss trocken ins rechte Eck. 1:0 für Bremen - der Lohn für eine engagierte Phase. Morriss riss die Arme hoch und grinste: "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn man nachdenkt, geht’s schief", erklärte er später lakonisch.

Doch Lübben zeigte Moral. Trainerteam und Ersatzspieler peitschten die Mannschaft nach vorn. Der junge Duarte Vaz, 20 Jahre alt und offenbar mit Eispulver in den Adern, nutzte in der 79. Minute einen Stellungsfehler der Bremer Abwehr und schob nach feinem Zuspiel von Innenverteidiger Matthias Schrader zum 1:1 ein. "Ich hab gesehen, dass der Keeper einen Schritt zu früh rausgeht", sagte Vaz nach dem Spiel verschmitzt. Schrader, der Passgeber, meinte grinzend: "Ich wollte eigentlich klären. Aber wenn’s ein Assist wird, sag ich nicht nein."

Nur eine Minute später kippte die Stimmung: Bremens Istvan Viola sah nach einem ungestümen Zweikampf glatt Rot. Der 27-Jährige stapfte kopfschüttelnd vom Platz, während Schlakowski energisch mit dem vierten Offiziellen diskutierte. "Ich hab gesagt, er soll den Ball treffen, nicht den Gegner", schimpfte der Coach nachher. "Vielleicht war das ein sprachliches Missverständnis."

Trotz Unterzahl kämpften die Bremer tapfer weiter. Daniel Morriss hatte in der 83. Minute sogar noch eine Riesenchance, scheiterte aber an Bergantinos, der sich in dieser Szene in einen fliegenden Otter verwandelte und den Ball aus dem Winkel kratzte.

In den Schlussminuten wurde es wild: Bremen wechselte defensiv, Lübben drängte auf den Sieg. Doch die Bremer Hintermannschaft hielt stand - und Torwart Lewis Clancy parierte in der Nachspielzeit noch einen gefährlichen Schuss von Esteban Baiao. Als Schiedsrichterin Lena Vogt abpfiff, atmete das Stadion kollektiv aus - und ein paar Fans riefen: "Immerhin nicht verloren!"

Die Statistiken unterstreichen das gerechte Unentschieden: Bremen zweikampfstärker (53 Prozent), Lübben mit mehr Ballbesitz und etwas strukturierter im Aufbau. "Am Ende ist das ein Punkt, mit dem beide leben können - und müssen", fasste Lübben-Coach Matthias Ackermann (der als Co-Trainer einsprang, da der Chef kurzfristig erkrankt war) zusammen.

Die Spieler sah man danach wahlweise erleichtert oder frustriert auf den Rasen sinken. Auf der Tribüne kommentierte ein älterer Bremer trocken: "Ein schönes Spiel - wenn man es nicht gesehen hat." Und damit war wohl alles gesagt.

Ein Spiel, das keine Sieger kannte, aber viele Geschichten schrieb. Der SV Bremen bleibt damit im Mittelfeld der Tabelle, GW Lübben schleicht sich langsam an die obere Hälfte heran. Und irgendwo zwischen den Flutlichtmasten hängt noch immer der Ball von Duarte Vaz aus der sechsten Minute. Vielleicht landet er ja pünktlich zum nächsten Heimspiel wieder im Stadion.

29.03.643987 13:53
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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