Marca
+++ Sportzeitung für Spanien +++

Remis mit Feuer: Athletic Madrid und Sevilla trennen sich 1:1

Ein lauer Januarabend, 60.374 Zuschauer im Estadio Metropolitano - und zwei Mannschaften, die sich gegenseitig das Leben schwer machten. Am Ende stand es 1:1 zwischen Athletic Madrid und dem SC Sevilla - ein Ergebnis, das beiden irgendwie zu wenig und gleichzeitig zu viel war.

Schon ab der ersten Minute war klar: Hier wollte keiner den Ball kampflos hergeben. Madrid, unter der Leitung von Trainer Rocky Schönknecht, startete mit offenem Visier, aggressiv im Zweikampf und mit ordentlich Druck über die Flügel. Sevilla-Coach Peter Müller dagegen ließ seine Elf gewohnt offensiv anlaufen, aber ohne Hektik - die Andalusier spielten mit der Ruhe eines Teams, das wusste, dass es auch auswärts treffen kann.

Die erste halbe Stunde war ein zähes Ringen um Raum und Rhythmus. Juanito Cuadrado prüfte Sevillas Keeper Joseph Bridges bereits in der 5. Minute, doch der Schlussmann hielt sicher. Auf der anderen Seite zog Matthew Boissieu aus der zweiten Reihe ab (15.), und man konnte hören, wie 60.000 Madrider gleichzeitig die Luft anhielten. Der Ball rauschte knapp vorbei - ein Warnschuss, den Athletic wohl gehört, aber nicht verstanden hatte.

Denn in der 38. Minute schlug Sevilla eiskalt zu. Leandro da Costa spielte einen messerscharfen Pass in die Schnittstelle, und Caio Coluna blieb cool wie ein Kühlschrank im Keller: 0:1! "Ich hab nur kurz geschaut, wo der Torwart steht - und dann einfach gemacht", grinste Coluna später, während sein Trainer Müller trocken ergänzte: "Genau so haben wir’s geübt. Einmal in der Woche. Vielleicht sollten wir’s öfter tun."

Athletic wirkte geschockt, die Fans pfiffen, und Rocky Schönknecht brüllte an der Seitenlinie wie ein Mann, der seine Fernbedienung verloren hat. Doch zur Pause fand er offenbar die richtigen Worte. "Ich hab ihnen gesagt: Wenn ihr schon so spielt, dann wenigstens mit Leidenschaft", verriet der Coach nach dem Spiel.

Und tatsächlich: Kaum sieben Minuten nach Wiederanpfiff wendete sich das Blatt. Nach einem schnellen Vorstoß über rechts flankte Luis Carreras präzise auf Cuadrado, der den Ball in der 52. Minute per Kopf ins lange Eck setzte - 1:1! Das Stadion explodierte, Cuadrado rannte jubelnd zur Kurve und schrie: "Endlich!" - ein Wort, das 48 Prozent Ballbesitz plötzlich wie 80 wirken ließ.

Danach wurde das Spiel ruppiger. Gelbe Karten flogen wie Konfetti: erst für Pablo Mendez (51.), dann für Boissieu (61.) und später für Asier Niguez (71.). "Das war kein hartes Spiel", kommentierte Schönknecht mit hochgezogenen Augenbrauen, "nur ein leidenschaftliches. Und Leidenschaft sieht halt manchmal aus wie ein Foul."

Sevilla blieb gefährlich. Besonders Ezequiel Hermenegildo sorgte zwischen der 67. und 80. Minute für drei brandheiße Szenen, doch Madrids Keeper Roberto Dominguez hielt alles, was auf ihn zukam. "Ich hab die Sonne nicht gesehen, aber den Ball schon", witzelte der Torhüter später.

Die Schlussphase war ein offener Schlagabtausch - Madrid drückte, Sevilla konterte. In der 86. Minute hatte Alexandros Mantzios noch die Chance zum späten Siegtreffer, doch sein Schuss landete in der dritten Etage der Südtribüne. "Ich wollte eigentlich flach schießen", murmelte er nach Abpfiff entschuldigend.

Statistisch war’s ein Spiel auf Augenhöhe: 10:9 Torschüsse für Madrid, 51,8 Prozent Ballbesitz für Sevilla, eine Tacklingquote, die exakt zwischen Genie und Wahnsinn pendelte. Beide Trainer konnten also zufrieden tun, auch wenn keiner es wirklich war. "Ein Punkt ist besser als keiner", meinte Müller, "aber irgendwie fühlt sich das an wie halber Kaffee - warm, aber nicht stark genug."

Schönknecht sah’s ähnlich, nur auf seine Art: "Wir hatten Chancen, wir hatten Herz, und wir hatten Cuadrado. Das reicht manchmal. Heute halt nicht ganz."

Als das Stadion sich leerte und die Flutlichter langsam erloschen, blieb das Gefühl zurück, dass hier zwei Teams aufeinandertrafen, die sich gegenseitig den Spiegel vorhielten: offensiv, unnachgiebig, aber mit noch Luft nach oben.

Vielleicht war dieses 1:1 also mehr als nur ein Ergebnis - vielleicht eine kleine Erinnerung daran, dass Fußball manchmal kein Spiel der Sieger ist, sondern eines der Geschichten. Und an diesem Abend in Madrid war’s eine mit Tempo, Temperament und einem Hauch von Tragikomik.

17.03.643987 23:43
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich habe immer gesagt, mich interessiert nicht, wer spielt. Hauptsache ich spiele.
Mario Basler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager