Noticiero VeneVision
+++ Sportzeitung für Venezuela +++

Real Caracas zerlegt Penta Portugal in der ersten Halbzeit

Das Flutlicht im Estádio Nacional von Lissabon brannte hell, doch für Penta Portugal begann der Abend finsterer, als es die 25.456 Zuschauer erwartet hatten. Gerade einmal 40 Sekunden waren gespielt, da zappelte der Ball schon im Netz: Silvestre Meireles, der flinke Flügelspieler von Real Caracas, traf nach einem Pass von Michel Brinkmann zur frühen Führung. "Ich dachte, wir hätten noch gar nicht angefangen", stöhnte Penta-Trainer Frank Reinmüller später mit Galgenhumor.

Real Caracas spielte in der Folge so, als seien sie auf einer Mission. Kaum ein Ballverlust, präzises Passspiel, und vorne wuselte der erst 20-jährige Vitor Andrade, als wollte er die gesamte portugiesische Abwehr schwindlig dribbeln. In der 25. Minute belohnte er sich selbst: Nach schöner Vorarbeit von Meireles schob Andrade eiskalt zum 2:0 ein. "Ich hab einfach nur die Augen zugemacht und gehofft, dass er reingeht", grinste der Youngster nach Abpfiff - offenbar mit Erfolg.

Penta Portugal versuchte, sich nach dem frühen Schock zu fangen. Robin Ernst und Matias Gurendez kamen zu Chancen, aber Real-Keeper Sergio Cortes war aufmerksam. Und als dann in der 32. Minute auch noch Innenverteidiger Daniele Montanari nach einer Ecke von Daniel Gebhardt das 3:0 erzielte, war das Selbstvertrauen der Gastgeber endgültig im Tunnel verschwunden. "Da hat man kurz gedacht, Montanari verwechselt das Tor mit seinem eigenen", witzelte ein Fan auf der Tribüne - doch der Treffer zählte, und Real Caracas hatte das Spiel im Griff.

Mit 18 Torschüssen zu neun und 53 Prozent Ballbesitz dominierten die Gäste die Partie nach Belieben. Ihre Taktik? Unspektakulär, aber effektiv. "Wir spielen nicht schön, wir spielen sicher", erklärte Trainer Pablo Cardenas nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern. "SURE Shooting" nennt man das im Fachjargon, und sicher war an diesem Abend vieles - außer Pentas Abwehrverhalten in der ersten Halbzeit.

Nach der Pause änderte sich das Bild leicht. Reinmüller schien in der Kabine die passenden Worte gefunden zu haben, oder zumindest laute. Denn Penta Portugal kam entschlossener aus der Pause, griff früher an und drückte Real Caracas phasenweise in deren Hälfte. Besonders Josef Chalaskiewicz, eigentlich Innenverteidiger, schob immer wieder mutig nach vorne. In der 59. Minute wurde sein Einsatz belohnt: Nach einem langen Ball von Nevio Valdes nahm Chalaskiewicz den Ball volley und donnerte ihn unter die Latte - 1:3! Das Stadion erwachte wieder zum Leben.

"Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber er kam perfekt runter", erzählte Chalaskiewicz später, und grinste breit. Es war der Moment, in dem Penta noch einmal Hoffnung schöpfte. Doch Real Caracas ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Statt hektisch zu verteidigen, spielten sie weiter ruhig ihre Bälle - so ruhig, dass man fast meinte, sie warteten auf den Abpfiff, um den Abend im Fado-Restaurant ausklingen zu lassen.

In der 83. Minute wurde es noch einmal hitzig: Riccardo Del Carretto sah nach einem rüden Einsteigen glatt Rot. "Er hat nur den Ball gesehen", verteidigte ihn Cardenas - allerdings war der Ball zu diesem Zeitpunkt etwa fünf Meter entfernt. Trotz Unterzahl hielt seine Mannschaft den Vorsprung souverän über die Zeit.

Am Ende stand ein verdienter 3:1-Auswärtssieg für Real Caracas, der schon in der ersten halben Stunde entschieden wurde. Die Venezolaner wirkten reifer, abgeklärter und schlicht wacher. Penta Portugal hingegen verschlief den Start komplett und fand erst spät ins Spiel. Trainer Reinmüller nahm es sportlich: "Wenn man nach 30 Minuten 0:3 hinten ist, kann man sich über das Ergebnis kaum beschweren. Aber wenigstens war die zweite Halbzeit kein Totalausfall."

Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus - vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Gewohnheit. Und als die Spieler von Real Caracas in die Kabine verschwanden, hörte man Silvestre Meireles noch rufen: "Heute Abend tanzen wir Samba - aber ganz leise, damit sie’s nicht hören!"

Ein Spiel, das zeigte, wie gnadenlos Fußball sein kann: 30 Minuten Schlaf reichen, um 90 Minuten Arbeit zu ruinieren. Penta Portugal wird diese Lektion wohl nicht so schnell vergessen - und Real Caracas? Die fliegen mit breiter Brust zurück nach Venezuela.

Denn wer in Lissabon drei Tore in einer Halbzeit schießt, darf ruhig ein bisschen träumen - vielleicht sogar vom Titel.

30.01.643994 04:34
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