Noticiero VeneVision
+++ Sportzeitung für Venezuela +++

Real Caracas verspielt 3:0-Führung - Petare feiert das Comeback des Jahres

Was für ein Abend in Caracas! 33.294 Zuschauer im Estadio Olímpico standen Kopf, als Real Caracas und Sporting Petare sich am 8. Spieltag der 1. Liga Venezuela ein 3:3-Spektakel lieferten, das wohl noch lange Gesprächsthema in den Straßen der Hauptstadt bleiben wird. Wer nach 45 Minuten nach Hause gegangen war, dürfte sich später geärgert haben - und zwar gewaltig.

Denn die erste Halbzeit gehörte ganz klar den Hausherren. Schon nach zwei Minuten zappelte der Ball im Netz: Linksverteidiger Benjamin Celine, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt als für filigrane Abschlüsse, drosch das Leder nach Vorarbeit von Miguel Costa aus 20 Metern in den Winkel. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Celine später und zuckte mit den Schultern, "aber gut, manchmal muss man das Schicksal schießen lassen."

Real Caracas spielte sich in einen Rausch. Der 18-jährige Rafael Leao, der aussieht, als müsste er eigentlich noch zur Schule, erhöhte in der 26. Minute auf 2:0 - nach präzisem Zuspiel von Jordi Pinto. "Ich hab nur den Ball gesehen und gedacht: warum nicht?", sagte der Youngster mit leuchtenden Augen. Seine Mitspieler klopften ihm nach dem Tor auf den Rücken, Trainer und Fans jubelten - alles schien auf einen entspannten Abend hinauszulaufen.

Zur Pause war Caracas klar überlegen: 15:11 Torschüsse am Ende des Spiels, knapp 50 Prozent Ballbesitz - doch das täuscht. Denn Petare war nie wirklich weg, nur kurz im Koma.

In der zweiten Halbzeit erwachten die Gäste wie nach einem doppelten Espresso. In der 59. Minute traf Pedro Segura, der schon in der vierten Minute Gelb gesehen hatte, zum Anschluss. Filipe Bosingwa hatte den Ball aus dem Mittelfeld fein durchgesteckt, Segura blieb cool und schob ein. Trainer von Petare - der Name blieb geheimnisvoll hinter Sonnenbrille und Kaugummi - schrie über den Platz: "Jetzt glaubt dran, Jungs!" Und sie glaubten.

Caracas wankte, verlor die Kontrolle, während Petare den Ball zirkulieren ließ, als sei er aus Gold. In der 81. Minute war es dann so weit: Felipe Penas, 34 Jahre alt, rechte Flanke, rechter Fuß, rechter Winkel - 2:2. Die Vorlage kam von Cristobal Tiago, der sich zuvor auf der rechten Seite durchgetankt hatte.

Das Stadion verstummte für einen Moment, bevor es gleich wieder explodierte - diesmal aus Frust. Doch die Dramatik war noch nicht am Ende. Zwei Minuten später, in der 83., brachte Jordi Pinto die Hausherren erneut in Führung. Der 32-Jährige schob nach Zuspiel von Rafael Leao überlegt ein und riss die Arme hoch. "Ich dachte, das war’s", sagte Pinto später mit einem bitteren Lächeln.

War es aber nicht. Nur eine Minute danach, in der 84., schlug Petare zurück. Der quirlige Carl Sa Pint traf zum 3:3-Endstand, assistiert von Felipe Niguez. "Wir haben Charakter gezeigt", sagte Sa Pint nach dem Spiel mit breitem Grinsen. "Und vielleicht ein bisschen Glück - aber das zählt auch."

Real Caracas dagegen stand ratlos da. "Wir verlieren den Kopf, sobald der Gegner Druck macht", knurrte Trainer Monteiro (der Name des Coaches blieb offiziell unbestätigt, aber jeder im Stadion wusste, wer gemeint war). "Ein 3:0 darfst du nie, nie hergeben - außer du willst Schlagzeilen." Nun, Schlagzeilen gibt’s genug.

Statistisch war es ein Spiel auf Augenhöhe: 49,9 Prozent Ballbesitz für Caracas, 50,1 für Petare. Beide Teams spielten "balanced", wie es im modernen Fußballsprech heißt, aber das Ergebnis zeigte, wer das Herz auf dem Platz ließ. Petare kämpfte bis zum Schluss, Caracas betete um den Abpfiff.

Nach dem Spiel diskutierten Fans auf den Rängen heftig. Ein älterer Herr im roten Trikot fasste es vielleicht am besten zusammen: "Wenn du 3:0 führst und am Ende 3:3 spielst, brauchst du keinen Gegner - du besiegst dich selbst."

So endet ein verrückter Fußballabend mit sechs Toren, drei Gelben Karten, unzähligen Emotionen und der Erkenntnis, dass Caracas in der Defensive so löchrig ist wie ein venezolanischer Käse.

Und irgendwo in Petare sitzt jetzt ein Trainer, der sich denkt: "Vielleicht sollten wir öfter 0:2 hinten liegen - dann wachen sie wenigstens auf."

Ein 3:3, das keiner wollte, aber jeder verdient hat. Fußball - manchmal ist er einfach gnadenlos ehrlich.

11.02.643994 15:43
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Oliver Kahn konnte ich gerade noch davon abhalten, sich zu ertränken. Der Rest hat sich auf der Toilette eingesperrt.
Mehmet Scholl zur schlechten Stimmung bei den Bayern
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager