Noticiero VeneVision
+++ Sportzeitung für Venezuela +++

Real Caracas tanzt Caradodo FC mit 2:0 vom Platz

Ein lauer Samstagabend in Caracas, das Stadion fast ausverkauft - 31.306 Zuschauer schwitzten gemeinsam mit Real Caracas, das am 23. Spieltag der 1. Liga Venezuela den Caradodo FC empfing. Und wenn man die nackten Zahlen betrachtet, hätte es auch 5:0, 6:0 oder, wie ein euphorischer Fan auf der Tribüne meinte, "15:0, wenn Panero heute beide Schuhe gebunden hätte" enden können. Am Ende stand ein klares 2:0 - und das fühlte sich für Caradodo fast noch schmeichelhaft an.

Schon in den ersten Minuten war klar, wer hier Gastgeber und wer Statist: Real Caracas drückte, kombinierte, schoss - und traf schließlich. In der 21. Minute, nach einer sehenswerten Ballstaffette über Alex Barros, stand Carlos Panero da, wo ein Stürmer stehen muss. Ein kurzer Blick, ein Schuss, ein Tor. "Ich hab’ einfach nur den Fuß hingehalten", grinste Panero nach dem Spiel bescheiden. Sein Trainer Eiko Henke kommentierte trocken: "Das war so geplant. Also, zumindest im Groben."

Caradodo FC versuchte, mit einer offensiven Grundordnung zu antworten - was in der Theorie nach Mut, auf dem Platz aber nach Verzweiflung aussah. Vier Torschüsse in 90 Minuten sprechen Bände. Der junge Keeper Vicente Zuloaga, mit Abstand bester Mann der Gäste, rettete mehrfach in höchster Not. Als Panero in der 27. Minute wieder frei vor ihm auftauchte, war es Zuloaga, der reflexartig die Arme hochriss und so den nächsten Einschlag verhinderte.

"Wir wollten mutig sein", erklärte Caradodo-Coach nach dem Spiel, "aber irgendwann wurde uns klar, dass Mut allein keine Tore schießt." In Minute 46 kassierte sein Stürmer Lionel Figueras dann auch noch Gelb - vermutlich für einen Frusttritt, vielleicht auch als Ausdruck purer Hilflosigkeit.

Real Caracas dagegen spielte wie auf Schienen. 55 Prozent Ballbesitz, 24 Torschüsse, und ein Tempo, das Caradodo zeitweise schwindelig machte. "Wir wollten das Spiel kontrollieren, nicht nur dominieren", sagte Trainer Henke, während er sich einen Schweißtropfen von der Stirn wischte. "Okay, ehrlich gesagt wollten wir einfach Spaß haben."

Der zweite Treffer fiel in der 55. Minute - und war fast eine Kopie des ersten. Diesmal flankte der 19-jährige Tiago Bauza von rechts, Panero kam angerauscht und drückte den Ball volley in die Maschen. 2:0, Stadionkopfstand. Bauza jubelte mit dem Enthusiasmus eines Teenagers, der gerade erfahren hat, dass er in der Startelf bleiben darf. "Ich hab’ ihn einfach gesehen und gedacht: bitte mach was draus", erzählte der Youngster später. Panero tat ihm den Gefallen.

Danach schaltete Real Caracas einen Gang runter. Die Gäste kamen kaum über die Mittellinie, und wenn doch, wartete dort Helmut Ackermann, der Torwart mit der Ruhe eines Mannes, der wusste, dass heute keiner an ihm vorbeikommt. Nur einmal, in der 80. Minute, musste er wirklich eingreifen - ein satter Schuss von Xabi Vaz, den er mit den Fingerspitzen an den Pfosten lenkte.

Henke nutzte die komfortable Führung, um seine jungen Wilden zu testen. In der 45. Minute kam der 18-jährige Silvestre Meireles für Jordi Pinto, später durfte auch Abwehrtalent Adriano Machado ran. Und vorne bekam Francisco Gallardo ab der 75. Minute Spielzeit, nachdem der überragende Vitor Andrade unter Applaus vom Platz ging.

Kurz vor Schluss wurde es dann kurz unübersichtlich: Caradodos Inigo Barbosa verletzte sich in der Nachspielzeit und musste raus. Ersatzmann Rui Brito, eigentlich Innenverteidiger, übernahm notgedrungen im Sturm - ein Sinnbild für den Abend.

Als der Schlusspfiff ertönte, atmete Caracas auf. Drei Punkte, ein Doppelpack von Panero, keine Gegentore - was will man mehr? "Vielleicht noch ein bisschen mehr Effizienz", meinte Henke augenzwinkernd, "24 Schüsse sind ja fast schon unhöflich, wenn man nur zweimal trifft."

Caradodo-Coach nahm’s sportlich: "Manchmal spielt der Gegner einfach besser. Heute war so ein Tag. Wir nehmen die Sonne, den Staub und die Niederlage mit nach Hause."

Real Caracas hingegen darf weiter träumen. Die Mannschaft wirkt gefestigt, spielfreudig und selbstironisch genug, um oben mitzumischen. Wenn Panero weiter trifft und die jungen Flügelstürmer so Gas geben wie an diesem Abend, könnte Caracas bald mehr feiern als nur einen gelungenen Heimabend.

Und irgendwo auf der Tribüne raunte ein alter Fan beim Verlassen des Stadions: "Wenn die so weiterspielen, muss ich mein altes Meistershirt wieder rausholen." Na dann - bitte waschen, bevor’s losgeht.

23.10.643987 14:33
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