Noticiero VeneVision
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Real Caracas siegt dank junger Flügelblitze - Penta Portugal verzweifelt am eigenen Ballbesitz

23368 Zuschauer hatten sich am Freitagabend im Estádio da Luz de Maracaibo eingefunden - und sie sahen, wie Penta Portugal eindrucksvoll bewies, dass Ballbesitz allein noch kein Tor schießt. Trotz 53 Prozent Spielanteil endete der 27. Spieltag der "1. Liga Venezuela" mit einem 0:2-Heimdebakel gegen clevere Gäste von Real Caracas, die ihre Chancen so effizient nutzten wie ein Uhrmacher mit Schweizer Präzision.

Schon früh zeichnete sich ab, wohin die Reise gehen würde. Penta Portugal begann zwar schwungvoll - David Brito prüfte Gästekeeper Sergio Cortes in der 10. Minute mit einem Distanzschuss, der jedoch mehr nach Rückpass aussah. Acht Minuten später zirkelte Real-Caracas-Routinier Miguel Costa den Ball aus 20 Metern Richtung Tor, aber Keeper Sean Trottier rettete artistisch. Danach übernahmen die Gäste das Kommando - leise, aber bestimmt.

Trainer Eiko Henke hatte seine Elf mit einer ausgewogenen Taktik eingestellt, die so unscheinbar wirkte, dass man sie fast für Langeweile halten konnte. Doch hinter der scheinbaren Balance lauerte tödliche Effektivität. "Wir wollten einfach geduldig bleiben", grinste Henke nach dem Spiel. "Und ehrlich gesagt: Wir wussten, dass sie sich irgendwann selbst ein Bein stellen."

In der 63. Minute kam der Moment, der das Spiel kippte. Der erst 19-jährige Vitor Andrade, bis dahin vor allem als Unruheherd auf der linken Seite auffällig, zog nach einem langen Pass von Innenverteidiger Tomas Fritz mit jugendlicher Frechheit nach innen - und traf trocken ins rechte Eck. 1:0 für Real Caracas. Der Jubel des Teenagers war ebenso ungestüm wie sein Spiel: Er riss die Arme in den Nachthimmel, während sein Trainer an der Seitenlinie nur den Kopf schüttelte und grinste. "Ich wollte eigentlich, dass er den Ball querlegt", meinte Henke später augenzwinkernd. "Aber was weiß ich schon?"

Penta Portugal reagierte - oder versuchte es zumindest. Viel Ballbesitz, viele Querpässe, wenig Durchschlagskraft. Linksverteidiger Sergio Sousa brüllte seine Mitspieler an: "Wir brauchen Tempo, Männer!" - doch das Tempo blieb so übersichtlich wie eine Parkuhr an einem Sonntag.

Als die Heimelf in der 76. Minute alles nach vorn warf, machte Real Caracas den Deckel drauf. Francisco Gallardo, der zuvor für Andrade auf den Platz gekommen war, startete über die linke Seite, spielte einen Doppelpass mit Michel Brinkmann - und schob eiskalt zum 2:0 ein. Ein Treffer, der so sauber herausgespielt war, dass selbst die Heimfans kurz klatschten.

Danach war die Luft raus. Real Caracas verwaltete den Vorsprung, Penta Portugal spielte weiter auf Ballbesitz - und auf Zeit, die sie nicht mehr hatten. Ihre zwei mageren Torschüsse blieben der traurige Beleg einer ideenlosen Offensivabteilung.

Nach dem Abpfiff wirkte Heimkeeper Trottier gefasst: "Wenn du 17 Schüsse auf dein Tor bekommst, weißt du, dass irgendwas nicht stimmt. Aber ich kann ja schlecht selbst Tore schießen." Trainer Henke dagegen genoss den Abend sichtlich. "Ich sag’s mal so", lachte er, "wenn du in einem Auswärtsspiel 17 Mal aufs Tor schießt und nur zwei reinmachst, kannst du dich eigentlich beschweren - aber heute nicht."

Und die Fans von Real Caracas? Sie sangen sich in die Nacht hinein, während die Penta-Anhänger ratlos auf ihre Dauerkarte starrten. "Wir haben dominiert", murmelte Mittelfeldmann Lucas Latham, "aber irgendwie auch nicht."

In der Schlussviertelstunde zeigte sich nochmals der Unterschied: Während Real Caracas mit jugendlicher Energie (Durchschnittsalter der Torschützen: 23,5 Jahre) und taktischer Disziplin glänzte, wirkten die Portugiesen, als spielten sie auf einem Schachbrett ohne Dame.

So bleibt Penta Portugal nach dieser Niederlage weiterhin im Mittelfeld der Tabelle stecken - mit viel Ballbesitz, aber wenig Biss. Real Caracas dagegen festigt durch den Auswärtssieg seinen Platz im oberen Drittel und beweist, dass Effizienz manchmal die schönste Form von Fußball sein kann.

Oder, wie es der junge Vitor Andrade nach seinem Treffer formulierte: "Ich wollte einfach Spaß haben. Und Tore machen macht halt mehr Spaß als Ballhalten."

Ein Satz, den man in Portugal wohl noch eine Weile verdauen wird.

18.07.643993 17:42
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In der Schule gab's für mich Höhen und Tiefen. Die Höhen waren der Fußball.
Thomas Häßler
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