Noticiero VeneVision
+++ Sportzeitung für Venezuela +++

Real Caracas siegt dank Iniguez - Zamora verzweifelt am eigenen Glück

Es gibt Tage, da hat man den Ball, das Publikum und den Rasen auf seiner Seite - und verliert trotzdem. AD Zamora durfte das am Freitagabend beim 5. Spieltag der 1. Liga Venezuela schmerzhaft erfahren. 20.000 Zuschauer im Stadion von Barinas sahen, wie ihre Mannschaft Real Caracas über weite Strecken dominierte, den Ball zirkulieren ließ, Chancen erspielte - und am Ende doch mit leeren Händen dastand. 0:1 hieß es nach 90 Minuten, ein Resultat, das nicht nur auf der Anzeigetafel, sondern auch in den Gesichtern der Heimspieler stand.

Das Tor des Abends fiel früh. In der 12. Minute setzte Real-Caracas-Veteran Arnau Iniguez zu einem seiner berühmten Außenrist-Schüsse an - elegant bedient von Alex Barros, dessen Pass wie ein chirurgischer Schnitt durch Zamoras Abwehr ging. Iniguez nahm den Ball mit links, schaute kurz, und schob ihn dann trocken ins rechte Eck. Torwart Agemar Andrade flog zwar spektakulär, aber das half nur der Fotopresse. 0:1 - und das sollte es bleiben.

"Ich dachte, er schießt mit dem rechten Fuß, ehrlich!", rechtfertigte sich Andrade später mit einem müden Lächeln. "Aber Arnau ist wie ein alter Zauberer - man weiß nie, aus welchem Ärmel er die Tricks zieht."

Tatsächlich war der 35-jährige Iniguez der sichtbarste Mann auf dem Platz. Sieben seiner 14 Torschüsse gingen auf sein Konto, und mindestens dreimal raunte das Publikum "Uuh!" - ein Zeichen, dass der Ball gefährlich nah am Tor war.

Zamora hingegen hatte, wie es die Statistik kühl ausdrückt, 55,7 Prozent Ballbesitz und acht Torschüsse. Das Problem: keiner davon wollte über die Linie. Ramon Figo prüfte den Keeper in der 5. Minute, Oscar Viana scheiterte in der 11. - danach entwickelte sich das Spiel zu einem Paradebeispiel für frustrierte Dominanz.

"Wir haben gut gespielt, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb", sagte AD-Trainer (der aus unerfindlichen Gründen nach dem Spiel lieber ungenannt bleiben wollte) sarkastisch. "Wenn es Punkte für Ballbesitz gäbe, wären wir Meister."

Real Caracas’ Coach Eiko Henke grinste breit, als er das hörte. "Ich mag Statistiken", meinte er, "aber ich mag Ergebnisse mehr." Seine Mannschaft spielte nicht spektakulär, aber effizient. Das Team aus der Hauptstadt stand kompakt, lauerte auf Fehler und verlegte sich nach dem frühen Treffer aufs Verwalten.

In der zweiten Halbzeit versuchte Zamora alles. Cesar Ze Castro zog in der 50. Minute ab - drüber. Vicente Carcedo versuchte es zehn Minuten später - daneben. Ernesto da Costa prüfte den Torwart in der 68. Minute, aber Real-Keeper Sergio Cortes war an diesem Abend unüberwindbar, eine Art menschliche Betonwand in Handschuhen.

Einer der wenigen emotionalen Momente kam in der 84. Minute, als Alberto Coelho nach einem Dribbling auf rechts den Ball in den Strafraum brachte, Figo jedoch den Fuß um Millimeter zu spät hinhielt. Die Fans schrien auf, Figo kniete kurz nieder, und man hätte schwören können, er murmelte ein Stoßgebet - oder einen Fluch.

Real Caracas blieb indes cool. Mit Routine und einem Hauch jugendlichem Übermut - der 17-jährige Joseba Couto sorgte mit seinen Läufen immer wieder für Entlastung - brachten sie das knappe Ergebnis über die Zeit. In der 82. Minute durfte sogar der zweite 17-Jährige, Jorge Collantes, noch ein paar Minuten Erstligaluft schnuppern, als er den abgekämpften Kai Marx ersetzte.

"Ich habe mich gefühlt wie ein Riese", sagte Collantes nach dem Abpfiff, während er versuchte, seine übergroße Trikotnummer in die Hose zu stopfen. Sein Trainer Henke klopfte ihm auf die Schulter: "Wenn du so weitermachst, darfst du bald auch in der Startelf Fehler machen."

Am Ende blieb es bei der bitteren Erkenntnis: AD Zamora spielte, Real Caracas siegte. Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus - vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Hoffnung.

Und irgendwo in der Kabine, zwischen nassen Handtüchern und leeren Wasserflaschen, soll César Ze Castro gesagt haben: "Wir hätten bis Mitternacht spielen können - der Ball wollte einfach nicht rein."

Ein Satz, der wohl in die Vereinschronik eingehen wird - als traurige, aber treffende Zusammenfassung eines Abends, an dem Fußball wieder einmal bewiesen hat, dass er kein Mathematikfach ist.

27.12.643993 17:38
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