Noticiero VeneVision
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Real Caracas siegt dank Doppelschlag in fünf Minuten

Caracas - 29.842 Zuschauer erlebten im Estadio Olímpico de Caracas ein Spiel, das erst spät Fahrt aufnahm, dann aber mit zwei blitzsauberen Treffern die Hausherren jubeln ließ. Real Caracas besiegte Lladeros Guanare mit 2:0 (0:0) und zeigte dabei, warum man in dieser Saison zu den heimlichen Titelkandidaten gezählt wird - auch wenn es eine Halbzeit lang ganz und gar nicht danach aussah.

"Ich hab in der Pause gesagt: Wenn wir schon kein Bier bekommen, dann wenigstens Tore", grinste Trainer Eiko Henke nach dem Schlusspfiff. Seine Mannschaft hatte im ersten Durchgang zwar 10 Abschlüsse, aber keinen zählbaren Erfolg. Besonders der junge Rechtsaußen Agemar Manuel versuchte sich mehrfach (13., 15., 38., 55., 92.), scheiterte jedoch jedes Mal am stark reagierenden Gästetorwart Marcio Futre, der sich mit 19 Jahren als einziger Lladeros-Spieler in Topform präsentierte.

Die Gäste aus Guanare hatten mit 53 Prozent Ballbesitz mehr vom Spiel, wussten aber wenig damit anzufangen. "Wir haben viel den Ball, aber zu wenig Mut", resümierte Mittelfeldmann Igor Bencik. Mutig war höchstens Verteidiger Juan Yague, der in der 76. Minute nach einem rustikalen Einsteigen die Gelbe Karte sah - und sich anschließend beim Schiedsrichter mit den Worten "War doch nur ein bisschen Körperkontakt!" verteidigte.

Die erste Halbzeit verlief taktisch wie ein Schachspiel ohne Figuren: Real Caracas offensiv ausgerichtet, aber ohne Pressing, Lladeros kontrollierend, aber zahm. Torchancen? Ja. Tore? Fehlanzeige. Das Publikum murmelte zunehmend ungeduldig, einer rief gar: "Weckt Gustav auf!" - gemeint war Mittelstürmer Gustav Frank, der bis dahin unauffällig blieb.

Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn nicht gerade dieser Frank den Bann brechen würde. In der 64. Minute kombinierte sich Caracas über links durch, Julian de Almeida flankte präzise, und Frank köpfte aus sechs Metern zum 1:0 ein. Ein Tor, so elegant wie verdient - und plötzlich bebte das Stadion. "Ich wollte eigentlich auflegen", erklärte de Almeida hinterher lachend. "Aber Gustav hat geschrien wie ein hungriger Löwe - da musste ich flanken."

Kaum fünf Minuten später folgte der zweite Streich. Der 28-jährige Iker Peyroteo schlenzte den Ball nach Zuspiel von Youngster Rafael Leao aus 18 Metern ins rechte Eck (69.). Ein Treffer, der so präzise kam, dass Futre nur noch die Flugbahn bewundern konnte. "Das war ein Schuss wie aus dem Lehrbuch", lobte Coach Henke später und ergänzte mit einem Augenzwinkern: "Ich schreib’s ihm trotzdem nicht in die Hausaufgabe."

Danach spielte Real Caracas befreit auf, presste plötzlich hoch - eine taktische Anpassung, die laut Henke schon länger geplant war, "aber nur, wenn die Sonne richtig steht". Guanare fand keine Antwort, wirkte ratlos, und die letzte Viertelstunde verlief eher wie ein Trainingsspiel, in dem nur noch die Uhr gegen die Gäste spielte.

Statistisch gesehen war es ein klarer Fall: 18:5 Torschüsse für Caracas, 54,7 Prozent gewonnene Zweikämpfe und eine Abwehr, die nicht einmal wackelte. Torwart Sergio Cortes verbrachte einen ruhigen Abend, abgesehen von zwei harmlosen Fernschüssen von Hugo Zorrilla (37., 60.).

Kurz vor Schluss debütierte der 18-jährige Lukasz Piszczek, der für den erfahrenen Veljko Tosic kam und prompt den Applaus des Publikums einheimste, als er einen gegnerischen Angriff resolut ablief. "Das war reiner Instinkt", sagte der Teenager später bescheiden, woraufhin Kapitän Kai Marx trocken meinte: "Instinkt nennt er das - ich nenne es Paniklauf."

Als Schiedsrichter Ruiz die Partie abpfiff, standen die Spieler von Real Caracas Arm in Arm vor der Fankurve, während die Gäste bedröppelt in die Kabine trotteten. "Wir haben es in fünf Minuten verloren", gestand Guanare-Coach (dessen Name man sich wohl besser spart) kleinlaut ein.

Eiko Henke hingegen strahlte: "Wir wollten zeigen, dass wir auch ohne 70 Prozent Ballbesitz gefährlich sind - Mission erfüllt." Damit bleibt Real Caracas nach dem vierten Spieltag der 1. Liga Venezuela oben dran, während Lladeros Guanare sich fragt, wie man mit so viel Ballkontrolle so wenig anfangen kann.

Und irgendwo auf der Tribüne summte ein Fan: "Zwei Tore reichen, wenn man sie zur rechten Zeit schießt." Ganz unrecht hatte er nicht.

26.12.643993 13:37
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