Noticiero VeneVision
+++ Sportzeitung für Venezuela +++

Real Caracas ringt Penta Portugal mit spätem Treffer nieder

Ein lauer Abend in Caracas, 32.550 Zuschauer, ein Spiel, das man sich vor allem wegen des Ergebnisses merken wird - Real Caracas gewinnt am 10. Spieltag der 1. Liga Venezuela knapp, aber verdient, mit 1:0 gegen Penta Portugal. Es war kein Feuerwerk, eher ein geduldiges Zündeln, das schließlich in der 66. Minute endlich Flamme fing.

Die Gastgeber begannen druckvoll, als wollten sie alle Zweifel an ihrer Heimstärke schon in den ersten Minuten beseitigen. Bereits nach 60 Sekunden prüfte Agemar Manuel den portugiesischen Keeper Esteban Etxeita - und zwar so früh, dass die Stadionuhr kaum in Gang gekommen war. Der junge Flügelstürmer legte gleich in der dritten Minute nach, scheiterte aber erneut. "Ich dachte, wenn ich so weiterballere, gehört mir bald der Ball", grinste Manuel nach dem Spiel.

Penta Portugal wirkte in dieser Anfangsphase eher wie ein Touristenteam, das vom Jetlag überrascht wurde. Nur zwei Torschüsse im gesamten Spiel sprechen eine deutliche Sprache. Dennoch hatte das Team von Trainer Henke (der sich diesmal demonstrativ ruhig gab) Respekt: "Portugal ist technisch stark, wenn man sie lässt. Aber wir haben sie einfach nicht gelassen."

Die erste Hälfte endete torlos, aber nicht ereignislos. Real Caracas sammelte Chancen wie andere Panini-Bilder, traf aber nur das Fangnetz. Besonders Iker Peyroteo machte auf sich aufmerksam: drei Versuche, keiner drin, dafür lautes Aufstöhnen der Tribünen. Kurz vor der Pause dann Schreckmomente: Portugals Daniel Domingos verletzte sich nach einem unglücklichen Zweikampf (44.), musste raus, Juan Marquez kam für ihn. Vier Minuten später erwischte es auf der Gegenseite Adriano Machado, der mit schmerzverzerrtem Gesicht das Feld verließ - ersetzt von Tomas Fritz.

"Wir mussten in der Kabine erstmal sortieren, wer überhaupt noch auf dem Platz steht", witzelte Real-Coach Eiko Henke später. "Aber dann kam Xavi."

Gemeint war Xavi Eusebio, der zentrale Mittelfeldmotor, der in der 66. Minute das Spiel entschied. Nach einem feinen Zuspiel des eingewechselten Francisco Gallardo zog Eusebio aus gut 18 Metern ab - trocken, präzise, unhaltbar. Etxeita flog, aber mehr zur Zierde. 1:0 für Real Caracas. Das Stadion explodierte vor Erleichterung.

"Ich habe einfach draufgehalten", sagte Eusebio nach dem Spiel mit einem Schulterzucken, "Gallardo hat mir den Ball so hingelegt, dass man nur schießen konnte - oder Ärger mit ihm bekommt." Gallardo stand daneben, grinste breit und nickte: "Das war Absicht. Meistens jedenfalls."

Danach kontrollierten die Gastgeber das Geschehen, auch wenn der Ballbesitz mit 48 zu 52 Prozent leicht zugunsten der Gäste ausfiel. Doch wer die Zweikämpfe gewinnt - in diesem Fall Caracas mit knapp 58 Prozent - bestimmt, was passiert. Und das war schlicht: nichts mehr. Penta Portugal versuchte in den Schlussminuten, das Spiel noch zu drehen, brachte aber mehr Verzweiflung als Ideen auf den Platz. Tiago Agirre prüfte in der 72. Minute Real-Keeper Sergio Cortes - es blieb der erste und fast einzige ernste Versuch der Portugiesen.

In der 86. Minute versuchte es Daniel Baur noch einmal für Penta, aber auch er fand seinen Meister in Cortes, der später trocken kommentierte: "Ich hatte heute Abend weniger zu tun als unser Balljunge."

Real Caracas drängte dagegen auf das zweite Tor, wollte aber zu schön spielen. Silvestre Meireles (79.) und der unermüdliche Manuel (88. und 91.) vergaben aussichtsreiche Gelegenheiten - Letzterer schoss so knapp vorbei, dass man auf der Pressetribüne kurz nach Luft schnappte.

Am Ende jubelte Caracas, während Penta Portugal ratlos in den Nachthimmel starrte. Trainer Eiko Henke fasste es zusammen: "Wir haben heute gezeigt, dass man auch ohne 70 Prozent Ballbesitz gewinnen kann - und dass Schönheit im Fußball zwar nett ist, aber Tore machen glücklicher."

Ein Zuschauer auf der Tribüne brachte es auf den Punkt: "Ein 1:0 ist wie Espresso - klein, stark, aber es weckt dich auf." Und so war dieser Abend im Estadio Nacional de Caracas vielleicht kein großes Fußballfest - doch ein Lehrstück darin, wie man mit Geduld, Einsatz und einem gut getimten Schuss drei Punkte einfährt.

Man könnte sagen: Real Caracas spielte Realistisch.

11.09.643990 03:32
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Ja, aber das war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.
Holger Fach auf die Frage, ob er schon einmal vor dem DFB-Sportgericht stand
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