Noticiero VeneVision
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Real Caracas ringt Monagas nieder - ein Drama in drei Akten

Ein lauer Samstagabend in Caracas, 30.573 Zuschauer im Estadio Olímpico, und die Sonne verabschiedet sich gerade hinter den Bergen - perfekte Bedingungen für eine Partie, die keiner so schnell vergessen wird. Real Caracas besiegt AD Monagas mit 3:2 (1:1) und liefert dabei eine Vorstellung, die irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn pendelte.

Von Beginn an war klar: Das wird kein gemütlicher Spaziergang. Schon nach einer Minute prüfte Roberto Antúnez den Heimtorwart Helmut Ackermann mit einem Schuss, der eher ein Warnsignal als eine echte Gefahr war. Monagas, taktisch ausgewogen und mit viel Ballbesitz (am Ende 57 Prozent), wollte das Spiel kontrollieren, während Real Caracas unter Trainer Eiko Henke lieber den direkten Weg suchte - mit offensiver Ausrichtung, aber ohne übermäßiges Pressing. "Wir spielen lieber mit Köpfchen als mit Dauerlauf", grinste Henke vor dem Anpfiff.

Das erste Tor fiel in der 33. Minute - und es war bezeichnend für den Rhythmus des Spiels. Rechtsverteidiger Pol de Almeida, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, rauschte in den Strafraum und wuchtete den Ball unter die Latte. 1:0 für Real. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", sagte de Almeida später mit einem Schulterzucken. "Wenn du nicht schießt, triffst du auch nicht. So einfach ist das."

Doch Monagas antwortete prompt - und ausgerechnet ihr Innenverteidiger Oscar Mocana zeigte, dass er nicht nur Köpfe, sondern auch Bälle versenken kann. Nach einem Freistoß von Carlo Greca in der 41. Minute köpfte Mocana zum 1:1 ein. "Wir wollten zeigen, dass wir Standards können", meinte Greca später, bevor er in der zweiten Halbzeit noch eine gelbe Karte kassierte, vermutlich für zu viel demonstrativen Stolz.

Nach der Pause wurde es wild. Real Caracas kam mit Schwung aus der Kabine - und mit Karsten Keil, der Stürmer alter Schule, machte in der 51. Minute das 2:1. Vorlage: Miguel Costa, der das Spiel im Mittelfeld orchestrierte, als wäre er der Dirigent eines leicht angetrunkenen Orchesters. "Ich hab den Ball gesehen, Karsten gesehen, und gedacht: Warum nicht?", schmunzelte Costa.

Henke, der an der Seitenlinie gestenreich dirigierte, schien zufrieden - aber nicht lange. Monagas ließ den Ball laufen, Caracas rannte hinterher. Doch das Glück blieb beim Heimteam. In der 74. Minute - kurz nachdem der junge Ferenc Soos verletzt vom Platz musste - sorgte Agemar Manuel für das 3:1. Der 20-jährige Wirbelwind traf nach Vorarbeit von Pierre Silvestre, der gerade eingewechselt worden war. "Ich hab Pierre nur angeschaut, und er wusste, was ich will", sagte Manuel. "Fast schon Telepathie!"

Doch wer dachte, das Spiel sei entschieden, kennt Monagas nicht. Sie kämpften, schossen (wenn auch nur fünf Mal aufs Tor), und in der Nachspielzeit belohnte sich Jose Maria Viejo mit einem satten Schuss zum 3:2-Endstand. Trainer Henke rauchte da schon imaginär die Siegeszigarre. "Wir wollten’s spannend machen - fürs Publikum", sagte er grinsend.

Statistisch betrachtet war Monagas das fleißigere Team: mehr Ballbesitz, mehr Pässe, zwei Gelbe Karten und jede Menge Frust. Real Caracas hingegen nutzte seine Chancen eiskalt - elf Schüsse aufs Tor, drei Treffer, 100 Prozent Unterhaltungswert.

Nach Abpfiff war die Stimmung im Stadion ausgelassen. Ein älterer Fan auf der Tribüne fasste es treffend zusammen: "Wenn Caracas spielt, brauchst du kein Fitnessstudio. Mein Puls war bei 180."

Eiko Henke lobte sein Team, mahnte aber zur Demut: "Wir haben heute Charakter gezeigt, aber beim nächsten Mal dürfen wir nicht wieder so viel dem Gegner überlassen. Ich mag Spannung, aber nicht Herzinfarkte."

Und Monagas? Trotz Niederlage zeigte die Mannschaft Moral. "Wir haben bis zum Ende geglaubt", sagte Torschütze Viejo. "Nur leider hat der Glaube diesmal keine Punkte gebracht."

So endet ein Abend, der für Real Caracas drei Punkte bringt - und für die Zuschauer ein Wechselbad der Gefühle. Oder, wie ein Reporter-Kollege auf der Pressetribüne murmelte: "Das war kein Fußballspiel, das war eine venezolanische Telenovela mit Happy End."

Wer Fußball liebt, der liebt solche Spiele - unberechenbar, emotional, und mit genug Drama, um eine ganze Saison lang Gesprächsstoff zu liefern.

26.08.643987 11:55
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Sprücheklopfer
Die Türken haben gezeigt, dass man, egal bei welchem Spielstand, immer mit ihnen rechnen kann. Das macht sie natürlich unberechenbar.
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