Noticiero VeneVision
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Real Caracas fegt El Vigia mit 3:0 vom Platz - Manuel trifft doppelt

Es war einer dieser Abende in Caracas, an denen schon der Anpfiff nach Toren roch. 32.477 Zuschauer im Estadio Olímpico hatten kaum Platz genommen, da rollte Real Caracas schon wie ein rot-gelber Sturm über AD El Vigia hinweg. Am Ende stand ein souveränes 3:0 - und ein junger Mann namens Agemar Manuel im Mittelpunkt, der an diesem 20. Spieltag der 1. Liga Venezuela gleich zweimal traf und dabei aussah, als hätte er das Toreschießen erfunden.

Bereits in der 10. Minute zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz. Miguel Costa, der alte Stratege im Mittelfeld, schickte Manuel mit einem butterweichen Pass in die Tiefe. Der 21-Jährige nahm kurz Maß, zwinkerte noch dem Torwart David Morte zu - und schob eiskalt ein. "Ich hab’ gar nicht richtig nachgedacht, sonst wär’s wahrscheinlich drüber gegangen", grinste Manuel später in der Mixed Zone.

El Vigia versuchte es mit gepflegtem Ballbesitz (am Ende sogar leicht überlegen mit 52 Prozent), aber ohne jede Durchschlagskraft. Ihr Pressing? So vorhanden wie Schnee in der Karibik. Stattdessen tanzte Real Caracas mit 17 Torschüssen durch den Abend, während die Gäste nur achtmal ernsthaft Richtung Tor kamen.

In der 32. Minute dann das 2:0. Wieder Manuel, diesmal nach Vorarbeit des jungen Linksverteidigers Ferenc Soos, der mit 19 Jahren spielte, als sei er schon ewig dabei. Ein wuchtiger Schuss ins lange Eck - und Trainer Eiko Henke drehte sich zur Bank, als wollte er sagen: "So hab ich mir das vorgestellt." Nach dem Spiel erklärte er trocken: "Wir wollten früh Druck machen. Dass Agemar dann gleich zweimal trifft, war natürlich Teil des Plans - zumindest im Nachhinein."

El Vigia reagierte mit Gelb. Rechtsverteidiger Jose Mascarenhas sah in der 13. Minute nach einem rustikalen Einsteigen die Verwarnung - ein frühes Zeichen, dass der Frust größer war als der Mut. Einmal kam Francisco Viana gefährlich durch (5. Minute), aber Keeper Sergio Cortes war hellwach. Später schoss Isidoro Oliveira aus 18 Metern, doch auch das klang mehr nach Verzweiflung als nach Torgefahr.

Das 3:0 fiel in der 40. Minute: Vitor Andrade, ebenfalls gerade mal 19, nahm eine Hereingabe von Costa volley - Tor des Monats-verdächtig. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Costa mit einem Augenzwinkern, "aber Vitor hat’s schöner gemacht, als ich dachte."

Nach der Pause passierte - nun ja - nicht mehr allzu viel. Real Caracas verwaltete das Ergebnis mit der Lässigkeit eines Teams, das weiß, dass der Job erledigt ist. Henke nutzte die 50. Minute für einen Doppelwechsel: Francisco Gallardo kam für Andrade, Pierre Silvestre ersetzte den jungen Soos. Beide fügten sich nahtlos ein, als hätten sie das Spiel schon vor Wochen gelesen.

Auch statistisch blieb es eindeutig. Tacklingquote? 53 Prozent für Caracas, 47 für El Vigia. Das klingt knapp, war es aber nicht. Die Gastgeber wirkten in jeder Szene entschlossener, während die Gäste in der zweiten Halbzeit fast so wirkten, als wollten sie nur noch den Bus nicht verpassen.

In der 75. Minute gab’s dann auch für Miguel Costa noch Gelb - ein kleiner Schönheitsfehler in einem ansonsten nahezu perfekten Abend. "Ich wollte nur zeigen, dass ich auch noch Energie habe", witzelte der 32-Jährige.

El Vigia-Trainer, dessen Name nach Spielschluss auf der Pressebank verschollen blieb (vielleicht aus Selbstschutz), murmelte: "Wir hatten unsere Momente." Welche genau das gewesen sein sollen, bleibt sein Geheimnis.

Das Publikum genoss es. Nach dem Schlusspfiff tanzten Kinder auf den Rängen, während Eiko Henke in aller Ruhe seine Notizen zusammenfaltete - wahrscheinlich stand da nur ein Wort drauf: "Weiter so."

Und so steht Real Caracas nach diesem Abend nicht nur mit einem klaren 3:0-Sieg, sondern auch mit einem neuen Fanliebling da. Agemar Manuel, der zweimal traf und gefühlt noch dreimal mehr hätte treffen können, wirkte fast überrascht, als man ihn nach seinem Erfolgsgeheimnis fragte: "Vielleicht der Kaffee heute Morgen. Oder Miguel Costa."

Ein Spiel, das zeigt: Manchmal braucht es keine 70 Prozent Ballbesitz, sondern nur drei klare Momente - und einen jungen Mann, der weiß, wo das Tor steht.

Schlusswort? Nun, AD El Vigia hatte 52 Prozent Ballbesitz - aber Real Caracas hatte 100 Prozent Spaß.

16.01.643991 10:25
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
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