Sovetskij Sport
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Ramenskoje siegt dank spätem Savard-Treffer - Irkutsk hadert mit Chancen

Fußball kann manchmal eine launische Diva sein - mal verführt er, mal lässt er einen verzweifeln. Beim 2:1-Sieg von Ramenskoje über Zvezda Irkutsk am 4. Spieltag der 1. Liga Russland war beides zu beobachten: frühe Euphorie, zähe Phasen und ein spätes Happy End für die Gastgeber vor 18.811 begeisterten Zuschauern.

Bereits in der 4. Minute rieben sich viele auf den Tribünen die Augen. Innenverteidiger Dirk Maus - normalerweise eher zuständig für das Aufräumen im eigenen Strafraum - traf nach einer butterweichen Flanke von Carl Galindez zum 1:0. "Ich war selbst überrascht, dass ich da vorne stand", grinste Maus später, "aber wenn schon, denn schon." Trainer Andreas Kluenker kommentierte trocken: "Wir üben das ja nicht umsonst - auch wenn Dirk meistens daneben zielt."

In der Folge spielte Ramenskoje wie ein Team, das genau wusste, was es tut. 57 Prozent Ballbesitz, 24 Torschüsse - es war, als wollten sie den Ball ins Tor hypnotisieren. Doch Zvezda Irkutsk ließ sich nicht abschütteln. Nevio Carvalho, der pfeilschnelle Rechtsaußen, prüfte den jungen Keeper Jordan Pickford mehrfach und sorgte für nervöse Momente bei den Heimfans.

Nach der Pause drehte Irkutsk dann richtig auf. Trainer Alex Alex - ja, tatsächlich so im Spielberichtsbogen vermerkt - hatte offenbar die richtige Motivationsrede gefunden. "Ich habe ihnen gesagt: Wenn ihr schon 5000 Kilometer gereist seid, dann lauft wenigstens!", lachte er hinterher. Und siehe da: In der 57. Minute belohnte sich Carvalho selbst, indem er einen Pass von Stille Ganesvoort geschickt mitnahm und eiskalt zum 1:1 einschob.

Das Spiel stand nun auf Messers Schneide. Ramenskoje verlor kurzzeitig die Linie, und Gelb für Linksverteidiger Dimas Gomes (75.) brachte noch mehr Unruhe. Auf der Gegenseite sahen auch Evangelos Fyssas (64.) und Asbjörn Pedersen (93.) Gelb - ein Zeichen dafür, wie intensiv es zuging.

Doch wer dachte, die Partie würde friedlich in ein Unentschieden plätschern, irrte. In der 81. Minute explodierte das Stadion: Daniel Savard, der schon zuvor mehrfach knapp gescheitert war, vollendete eine präzise Flanke von Gomes zum 2:1. "Ich habe einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass er reingeht", sagte Savard, während ihm seine Mitspieler Wasser über den Kopf gossen.

Trainer Kluenker gestand nach dem Spiel: "Ich hatte schon den Zettel für die Auswechslung in der Hand. Gut, dass ich noch gewartet habe." Sein Gegenüber Alex Alex schüttelte derweil den Kopf: "Wir haben ihnen zu viel Raum gelassen. Und wenn ein Innenverteidiger und ein Linksaußen treffen, dann weißt du, dass der Fußball dich wieder austrickst."

In den letzten Minuten versuchte Irkutsk noch einmal alles. Der eingewechselte Matias Cunha brachte frischen Wind, schoss in der 83. Minute knapp vorbei und raufte sich die Haare. "Ich hab’s gespürt - das war Millimeterarbeit", murmelte er frustriert. Doch Ramenskoje verteidigte clever, ließ den Ball laufen und spielte die Zeit souverän herunter.

Statistisch gesehen war der Sieg verdient: 24:9 Schüsse, 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe, mehr Ballbesitz und die klareren Aktionen in der Schlussphase. Dennoch blieb das Gefühl, dass Zvezda Irkutsk mit etwas mehr Effizienz zumindest einen Punkt hätte mitnehmen können.

"Wir sind auf dem richtigen Weg", meinte Ramenskojes Kapitän Marco Chiaravalle, der sich auf der Sechserposition aufrieb. "Wir haben zwar viel geschossen, aber am Ende zählt, dass wir getroffen haben - zweimal reicht ja bekanntlich."

Während die Fans noch sangen und die Spieler ihre Ehrenrunde drehten, schlich Carvalho vom Platz, die Hände in den Hüften. Ein Gegentor in der 81. Minute - das ist die Sorte Fußballmoment, die man noch auf der Rückfahrt spürt.

Fazit: Ramenskoje bleibt zu Hause eine Macht und gewinnt verdient, wenn auch mit einem Schuss Dramatik. Zvezda Irkutsk zeigte Moral und Leidenschaft, hatte aber das Pech, dass das Spiel nicht nach Torschüssen entschieden wird.

Oder, um es mit Trainer Kluenker zu sagen: "Am Ende war’s kein schöner Sieg, aber einer, der gut tut. Und wer schön gewinnen will, soll Ballett tanzen."

Ein Satz, der wohl noch länger nachhallen dürfte - zumindest bis zum nächsten Spieltag.

06.03.643987 09:18
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