Heraldo de Mexico
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Ramallo trifft früh, Pachuca verwaltet clever - Colima bleibt blass

Es war einer dieser Abende im Estadio Hidalgo, an denen die Sonne noch glühte, als das Spiel schon entschieden war. Kaum hatten sich die 53.588 Zuschauer gesetzt, da stand es auch schon 1:0 für Deportivo Pachuca. Gerade einmal vier Minuten waren gespielt, als Duarte Ramallo, der Mann mit dem linken Fuß wie aus dem Lehrbuch, den Ball nach Zuspiel von Salvador Alvaro in die Maschen drosch. Colimas Torhüter Raul Villar sah dabei aus, als hätte er das Standbild gedrückt.

"Ich habe einfach draufgehalten. Manchmal muss man nicht nachdenken - das ist der Trick", grinste Ramallo später, als man ihn auf den Treffer ansprach. Bernd Franke, Trainer der Gastgeber, lachte daneben und meinte: "Ich predige das seit Wochen: Wer schießt, kann auch treffen. Heute hat’s mal jemand geglaubt."

Danach? Nun ja, wer auf ein Torfestival gehofft hatte, musste sich mit Statistikfreunden anfreunden. Pachuca schoss 20 Mal aufs Tor, Monarcas Colima ganze zwei Mal. Das klingt deutlicher, als es war - wobei, eigentlich war es genau so deutlich. Colima spielte, als hätte man ihnen kurz vor Anpfiff gesagt, dass der Ball bei Berührung heiß wird. Der Ballbesitz war mit 52,5 zu 47,5 Prozent beinahe ausgeglichen, aber nur, weil Pachuca nach der frühen Führung auf Verwaltungsmodus schaltete.

In der 18. Minute deutete Colima kurz an, dass sie theoretisch auch den Weg zum gegnerischen Strafraum finden könnten - Gabri Butragueno prüfte Pachuca-Keeper Otto Justesen mit einem harmlosen Roller. Es blieb Colimas gefährlichster Moment des Abends.

Pachuca dagegen spielte geduldig, fast zu geduldig. Adam Gunn, der rechte Flügel mit der Schusshäufigkeit eines Maschinengewehrs, versuchte es gleich siebenmal - und schaffte es doch nicht, Villar zu überwinden. "Ich wollte unbedingt treffen", sagte Gunn später, "aber vielleicht war mein Zielwasser abgelaufen."

In der 65. Minute gab’s dann wenigstens Farbe: Sergio Alvarez holte sich Gelb ab, nachdem er einen gegnerischen Konter mit einem beherzten Griff zur Schulter stoppte. "Taktisches Foul? Nein, das war künstlerische Improvisation", erklärte er lachend. Franke nahm ihn zehn Minuten später vom Feld - sicherheitshalber, wie er sagte. "Sergio hat manchmal zu viel Energie. Da denke ich lieber an meine Herzfrequenz."

Mit der Einwechslung des 18-jährigen Mario Mendes kam kurz frischer Wind ins Mittelfeld, aber das Spiel blieb einseitig. Colima, von außen lautstark dirigiert, wirkte zusehends ratlos. Ihre Taktik - "balanced", wie es im modernen Fußballsprech heißt - übersetzt sich hier wohl mit "wir schauen mal, was passiert". Leider passierte: nichts.

Pachuca legte sich den Gegner zurecht, vergaß nur, das zweite Tor zu machen. Salvador Alvaro zog aus der Distanz ab (68.), Jorge Lope prüfte Villar mehrfach (59., 67.), und selbst der sonst zurückhaltende Marcos Mino probierte es (30.). Doch der Ball wollte nicht mehr rein.

Kurz vor Schluss dann noch eine Schrecksekunde: Adam Gunn blieb nach einem Zweikampf liegen, hielt sich das Knie und musste in der 93. Minute raus. Für ihn kam Franck Wyler, der immerhin noch Zeit hatte, den Ball einmal zu berühren - beim Abpfiff. "Ich hoffe, Adam ist okay", sagte Franke anschließend, "sonst muss ich nächste Woche selbst auflaufen. Früher war ich auch schnell - naja, relativ."

Während Pachuca den knappen Sieg feierte, blickte Colima-Trainer (dessen Name im offiziellen Spielbericht kurioserweise fehlte) stumm in die Nacht. Seine Mannschaft hatte 90 Minuten lang versucht, nicht allzu sehr zu stören - und das immerhin mit Erfolg.

Am Ende stand ein 1:0, das knapper klingt, als es war. Pachuca bleibt damit in der Spur, während Colima weiter nach Form sucht. Die Fans waren zufrieden, auch wenn viele auf den Rängen nach Abpfiff eher über Gunns Pech als über Ramallos Glück sprachen.

"Das war kein schöner Sieg", meinte Ramallo zum Abschluss, "aber manchmal ist Schönheit überbewertet." Vielleicht hat er recht. Und vielleicht ist das die wahre Kunst des Fußballs: früh treffen, nichts mehr anbrennen lassen - und den Rest der Zeit so tun, als sei das alles Teil des Plans.

Oder, wie ein älterer Herr auf der Tribüne beim Verlassen des Stadions murmelte: "Ein Tor, drei Punkte, und trotzdem kein Herzinfarkt - das ist doch auch mal schön."

25.04.643990 04:35
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Rainer Calmund
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