Diarios de Futbol
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Quebec Blues tanzen Samba - 4:1-Gala gegen UD America

Es hätte ein Fest für die Heimfans werden sollen, doch am Ende feierten nur die Gäste in Blau: Die Quebec Blues zerlegten UD America am Samstagabend in der Copa Libertadores mit 4:1 (3:0). 59.000 Zuschauer im Estadio Metropolitano sahen eine Lehrstunde in Sachen Effizienz, Leidenschaft - und eiskalter Nüchternheit vor dem Tor.

Trainer Lutz Lindemann hatte seine Blues offensichtlich mit einem klaren Plan in den heißen Abend geschickt: früh draufgehen, die Räume eng machen, und vorne auf den bulligen Jaime Mourino vertrauen. Der 32-Jährige bedankte sich auf seine ganz eigene Weise: Mit einem Doppelpack in der 22. und 29. Minute machte er aus einem offenen Schlagabtausch ein halbes Debakel. "Ich habe einfach die Sonne im Rücken gehabt", grinste Mourino nach dem Spiel, "und vielleicht ein bisschen Glück - oder gute Gene."

Zwischen den beiden Treffern hatte auch Julien Malfoy getroffen (25.), nachdem Innenverteidiger Leon Bureau mit einem steilen Pass die gesamte Abwehr von UD America auseinandergeschnitten hatte. Beim 0:3 nach 29 Minuten war der Heimtrainer Max Struse kurz davor, seinen Kaffeebecher zu zerbeißen. "Wir haben gespielt wie ein Orchester ohne Dirigent", schimpfte er später. "Alle hatten ein Instrument, aber keiner wusste, welches Stück läuft."

Dabei begannen die Gastgeber gar nicht schlecht. Schon in der vierten Minute prüfte Linksverteidiger Max Bergen den Quebec-Keeper Javier Jimenez mit einem strammen Distanzschuss. Auch Asbjorn Nevland und Jacob Florit versuchten ihr Glück - doch was bei America nach Engagement aussah, war bei den Blues pure Zielstrebigkeit. Beide Teams kamen am Ende auf 13 Torschüsse, aber während die Kanadier viermal jubelten, kam bei den Gastgebern meist nur ein enttäuschtes Raunen von den Rängen.

Einziger Lichtblick für UD America: Sigvard Abelson. Der flinke Rechtsaußen traf in der 49. Minute nach Vorarbeit von Bergen zum 1:3 und brachte für einen kurzen Moment Hoffnung zurück. "Da dachte ich, jetzt kippt das Ding", sagte Abelson später. "Aber dann haben sie uns wieder laufen lassen wie Hühner ohne Futter."

Denn Quebec schaltete nicht etwa zurück - im Gegenteil. Der niederländische Mittelfeldmotor Daan Bolsius schnürte in der 67. Minute den Deckel auf den Topf: Sein Schuss aus 18 Metern, nach Zuspiel von Julio Ordonez, schlug unhaltbar im rechten Eck ein. Danach spielten die Blues die Partie herunter, als hätten sie einen Thermostat auf "Kontrolle" gestellt. Sogar die Gelbe Karte für Linksverteidiger Matthijs Coster (57.) brachte keine Unruhe.

Trainer Lindemann zeigte sich nach dem Spiel gelassen und leicht ironisch: "Wir haben versucht, das Spiel zu genießen - und wenn man vier Tore macht, gelingt das meistens." Sein Gegenüber Struse dagegen wirkte angefressen: "Das war ein bisschen wie ein Zahnarztbesuch. Man weiß, dass es wehtun wird, aber man hofft trotzdem auf ein Wunder."

In den letzten Minuten wurde es noch bitterer für die Gastgeber: Innenverteidiger Timotheos Darlas musste in der 87. Minute verletzt vom Platz, ersetzt von Jordan Vermeirsch. Währenddessen sangen die Quebec-Fans auf den Rängen, als hätten sie gerade den Kontinent erobert.

Statistisch gesehen war es ein ausgeglichenes Spiel - 51 Prozent Ballbesitz für UD America, 49 für Quebec, identische Schusszahlen, ausgeglichene Zweikampfquote. Aber Fußball wird nun mal nicht nach Prozentpunkten entschieden, sondern nach Toren. Und da stand es am Ende eindeutig 1:4.

"Wir haben heute gesehen, was Erfahrung ausmacht", analysierte Sportdirektor Emilio Gallardo nachdenklich. "Unsere Jungs wollten, die anderen wussten."

Mancher Zuschauer soll beim Rausgehen gesagt haben, das Ergebnis sei zu hoch ausgefallen. Vielleicht. Aber wer Mourino und Malfoy an diesem Abend sah, der wusste: Selbst wenn das Tor kleiner gewesen wäre - sie hätten es trotzdem getroffen.

Und so verabschiedete sich UD America mit gesenkten Köpfen aus dieser Gruppenphase, während die Quebec Blues euphorisch in den Nachthimmel von Bogotá sangen. Ein Team, das Blues heißt, aber spielt, als hätte es den Rhythmus des Lebens gefunden.

Max Struse fasste es am Ende mit trockenem Humor zusammen: "Wenn man vier Stück kassiert, hilft nur eins - gute Musik auf der Heimfahrt." Und davon hatten die Blues an diesem Abend reichlich geliefert.

23.07.643987 01:58
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