Canadian Soccer
+++ Sportzeitung für Kanada +++

Quebec Blues siegen spät - Döring trifft in der Nachspielzeit zum 2:1

40774 Zuschauer im Stade de Québec hielten am Samstagabend den Atem an, als Carsten Döring in der ersten Minute der Nachspielzeit den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Ein Schuss, der nicht nur den Brampton Tigers das Herz brach, sondern auch den Quebec Blues drei Punkte bescherte, die sie sich mit 21 Torschüssen redlich verdient hatten. Endstand: 2:1 (1:0).

Die Partie begann mit einem Paukenschlag - zumindest, was die Angriffslust der Blues betraf. Bereits in den ersten zehn Minuten feuerte Barend Veeder dreimal auf das Tor von Alfred Holmqvist, der im Kasten der Tigers mehr beschäftigt war als ein Barista am Montagmorgen. "Wir hätten eigentlich schon 3:0 führen müssen", grinste Blues-Trainer Lutz Lindemann später. "Aber meine Jungs schießen den Ball lieber in Richtung Arktis als ins Netz."

In der 32. Minute fiel dann endlich das verdiente 1:0. Olivier Krieger, der linke Mittelfeldmotor mit der Eleganz eines Uhrwerks, nutzte eine Vorlage von Rechtsverteidiger Polikarp Iwanow und traf flach ins rechte Eck. Ein Tor aus dem Lehrbuch, das den Fans die Kälte aus den Knochen trieb. Krieger selbst meinte nach der Partie trocken: "Ich wollte eigentlich flanken. Aber wenn’s hilft - nehme ich."

Die Brampton Tigers wirkten lange wie ein Team auf Energiesparmodus. Mit etwas mehr Ballbesitz (51 Prozent) als die Gastgeber, aber nur zwei ernsthaften Abschlüssen aufs Tor, drohten sie, gänzlich unterzugehen. Erst in der Schlussphase, als Quebec sich schon zu sehr auf das Halten des Ergebnisses verlegte, wachten die Gäste auf. In der 85. Minute war es Serge Gariepy, der mit einem satten Schuss aus halbrechter Position den Ausgleich erzielte. Der Jubel der mitgereisten Fans dauerte allerdings nicht lange - vielleicht auch, weil sie ahnten, was noch kommen würde.

"Wir haben den Blues zu viel Raum gelassen", knurrte Tigers-Kapitän Jacques Amyot nach Abpfiff. "Und Raum ist das Letzte, was man Döring geben darf."

Denn genau dieser Carsten Döring, der in der 65. Minute für den glücklosen Veeder eingewechselt worden war, wurde am Ende zum Matchwinner. In der 91. Minute setzte sich Yves Crichton auf links durch, flankte punktgenau, und Döring nickte ein - ein Tor, das man in Quebec wohl noch beim Frühstück am Montag besprechen wird.

"Das war pure Willenskraft", sagte Döring, als er nach dem Spiel mit einer heißen Schokolade (anstatt eines Isotonikums) in der Kabine saß. "Ich hab’ einfach gehofft, dass Yves mir vertraut - und er hat’s getan." Trainer Lindemann ergänzte mit einem Augenzwinkern: "Ich hab’ Carsten gebracht, um Zeit zu schinden. Jetzt muss ich ihm wohl ein Abendessen spendieren."

Statistisch war das Spiel eine klare Angelegenheit. 21:2 Torschüsse für Quebec sprechen Bände, auch wenn der Ballbesitz leicht zugunsten der Gäste ausfiel. Die Blues spielten aggressiv, aber kontrolliert - 57,8 Prozent gewonnene Zweikämpfe belegen das. Brampton dagegen blieb brav, fast zu brav: kein Pressing, kein Risiko, und am Ende kein Punkt.

In taktischer Hinsicht blieb Lindemann seiner Linie treu: ausgewogen, aber mit starkem Zug nach vorn und einer Prise Chaos, wenn’s drauf ankam. Die Tigers dagegen wirkten über weite Strecken zu berechenbar, als hätten sie Angst, ihr Gleichgewicht zu verlieren.

Nach dem Schlusspfiff war die Stimmung ausgelassen. Lindemann umarmte jeden, der ihm über den Weg lief, und ein Ordner schwor Stein und Bein, Dörings Kopfball sei "wie eine Symphonie in Leder".

Und Brampton? Trainer Monroe (der nach eigenen Angaben "lieber Schach spielt als Elfmeterschießen") wollte keinen Schuldigen suchen. "Wir verlieren zusammen, wir gewinnen zusammen", sagte er. "Heute haben wir halt zusammen geschlafen."

So endet dieser 16. Spieltag der 1. Liga Kanada mit einem späten, aber verdienten Sieg für die Quebec Blues. Ein Spiel, das zeigte, dass Statistik zwar vieles erklärt - aber nicht den Moment, in dem ein erfahrener Stürmer wie Döring zur Legende wird.

Oder, wie ein älterer Fan im Ausgang murmelte: "Wenn du schon Blues heißt, musst du das Drama halt liefern."

19.11.643990 11:47
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Das, was ich schon die letzten 20 Jahre gemacht habe, mich wichtig machen und deppert reden!
Toni Polster auf die Frage, was er im Gladbach-Management tun werde
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager