Jornal do Brasil
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Punkteteilung mit Samba-Taktgefühl - Gremio und Duque liefern sich hitziges 2:2

Es war einer dieser lauen brasilianischen Abende, an denen das Flutlicht ein wenig heller scheint und die Trommeln auf den Rängen schon vor Anpfiff das Tempo vorgeben. 27.000 Zuschauer hatten sich im Estádio Olímpico versammelt, um zu sehen, wie Gremio Alegrense am 4. Spieltag der 1. Liga Brasilien gegen Duque de Caxias antrat - und sie bekamen, was sie wollten: vier Tore, reichlich Torschüsse (35 insgesamt!) und das Gefühl, dass beide Teams lieber noch eine Stunde weitergespielt hätten.

Von Beginn an war klar: Beide Seiten hatten Lust auf Offensivfußball, aber so recht wusste keiner, wer hier eigentlich das Kommando übernehmen wollte. Die Ballbesitzstatistik - 50,1 Prozent für Gremio, 49,9 für Duque - liest sich wie ein diplomatisches Unentschieden. "Das war wie Ping-Pong mit Rasen", grinste Gremios Trainer nach dem Spiel, "nur dass der Ball manchmal eigene Ideen hatte."

Die erste Viertelstunde war geprägt von vorsichtigen Annäherungen, ehe Gremios rechter Flügelstürmer Dimas Andrade die erste Duftmarke setzte. Nach mehreren energischen Vorstößen belohnte sich Gremio dann in der 28. Minute: Dimas Andrade flankte präzise, und Youngster Joao Pinto - 21 Jahre jung, schneller als sein Schatten - drückte den Ball über die Linie. 1:0, und das Stadion vibrierte.

Doch die Freude währte kurz. Nur vier Minuten später zeigte Duque de Caxias, dass sie ebenfalls Samba im Blut haben. Der erst 19-jährige Amaury Meira, ohnehin schon auffällig quirlig, verwandelte eine Vorlage von Carl Futre eiskalt zum 1:1. "Ich hab nur draufgehauen", sagte Meira später lachend, "wenn du jung bist, denkst du nicht so viel nach - und das war wohl gut so."

Mit diesem Spielstand ging es in die Pause, und die Fans nutzten die Zeit, um ihre Stimmen aufzufrischen. Denn die zweite Halbzeit sollte laut werden.

Gremio kam wacher aus der Kabine, und es war wieder Joao Pinto, der in der 71. Minute zuschlug - diesmal nach einem cleveren Pass von Mittelfeldmotor Noe Custodio. 2:1 und das Stadion stand Kopf. Pinto riss die Arme hoch, als wolle er sagen: "Na, habt ihr mich jetzt auf dem Zettel?"

Aber Duque hatte noch nicht fertig. In der 80. Minute - als die Heimfans schon begannen, von Siegesgesängen zu träumen - köpfte Innenverteidiger Miguel Couto nach einer butterweichen Flanke von Carl Futre den Ball ins Netz. 2:2! Die mitgereisten Fans aus Caxias tanzten auf den Rängen, und selbst die Heimanhänger mussten anerkennend pfeifen. "Wenn der Junge so weitermacht, spielt er bald nicht mehr bei uns", raunte ein Duque-Fan verschmitzt.

Danach war Feuer drin. Fernando Gama prüfte in der 94. Minute noch einmal Duques Keeper Dominique Bataillard, der mit einer artistischen Parade den Punkt rettete. "Ich hab kurz gedacht, das war’s", gab Bataillard zu, "aber der Ball hat Erbarmen gezeigt."

Statistisch gesehen war’s ein Duell auf Augenhöhe: 17 Torschüsse für Gremio, 18 für Duque, beide Teams mit exakt gleicher Zweikampfquote - 50 Prozent. Selbst die Taktikdaten erzählten dieselbe Geschichte: "Balanced", "Standard", "SURE" - es war, als hätten beide Trainer denselben Matchplan kopiert.

Nach dem Abpfiff standen die Spieler beider Seiten Arm in Arm. "So sollte Fußball sein", meinte Gremios Dimas Andrade mit einem Augenzwinkern. "Harte Arbeit, viele Chancen - und keiner kann böse sein." Duques Coach hingegen murmelte nur: "Ein Punkt ist ein Punkt, aber mein Herz hat jetzt graue Haare."

Und so endete dieser brasilianische Schlagabtausch mit einem 2:2, das sich anfühlte wie ein Sieg für die Zuschauer. Viel Leidenschaft, kaum Leerlauf, und genug Gesprächsstoff für die nächste Woche.

Vielleicht war das schönste Bild des Abends jenes nach dem Schlusspfiff: Joao Pinto, der Doppeltorschütze, tauschte sein Trikot mit Amaury Meira - zwei Generationen, zwei Tore, ein Spiel, das niemand so schnell vergessen wird.

Fazit des Abends? Wenn Fußball gerecht wäre, hätte es wohl 5:5 gestanden. Doch manchmal ist ein 2:2 das ehrlichste aller Ergebnisse - vor allem, wenn beide Teams sich wie Gremio Alegrense und Duque de Caxias die Seele aus dem Leib spielen.

06.03.643987 00:53
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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