La Nacion
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Porteno Asuncion siegt knapp - Club Ayes verpasst die Wende

32.000 Zuschauer im Estadio Azulano sahen am Sonntagabend ein Fußballspiel, das alles hatte: Tempo, Emotionen, eine Prise Chaos - und einen Tordrang, der besonders bei den Hausherren deutlich ausgeprägter war als beim Gegner. Am Ende stand ein 2:1-Sieg für Porteno Asuncion über den Club Ayes, ein Ergebnis, das zwar knapp klingt, aber den Spielverlauf nur teilweise widerspiegelt.

Schon in der Anfangsphase machte Porteno klar, dass sie heute nicht auf Ballgeschiebe aus waren. Trainer Philippe Koch hatte seine Elf offensiv eingestellt, und besonders die Flügelspieler Hanson und Duchesne wirbelten früh. Bereits in der achten Minute prüfte Hanson Gästekeeper Damian Bermudo erstmals ernsthaft - ein Vorgeschmack auf das, was noch folgen sollte.

In der 24. Minute dann die logische Konsequenz: Nach feiner Vorarbeit von Aitor Valente, der mit dem Außenrist einen Pass in die Tiefe spielte, traf der 34-jährige Gerard Duchesne trocken ins lange Eck. Die Fans tobten, und Duchesne riss die Arme in die Höhe, als wolle er sagen: "Na also, geht doch." Später meinte er lachend: "Ich hatte eigentlich gar nicht so fest geschossen. Vielleicht hat der Ball einfach den richtigen Moment erwischt."

Bis zur Pause blieb Porteno dominant, auch wenn Ayes’ Abwehrchef Alberto Costinha mehrfach dazwischen grätschte, als ginge es um die letzte Taxifahrt vor Mitternacht. Mit 13:5 Torschüssen und 52 Prozent Ballbesitz hatte Asuncion das Spiel weitgehend im Griff.

Doch nach dem Seitenwechsel kam Bewegung ins Geschehen - und zwar aus Richtung der Gäste. In der 47. Minute war es ausgerechnet Costinha, der mit einem langen Ball in die Spitze den Ausgleich einleitete. Mittelstürmer Kayahan Celikay nahm die Kugel mit der Brust an und schlenzte sie über Torwart James Dunn hinweg - 1:1! "Wir haben in der Halbzeit gesagt, dass wir mutiger spielen müssen", erklärte Ayes-Coach Justin Moller später. "Und siehe da, es hat genau zwei Minuten gedauert."

Der Jubel der Gäste währte jedoch nur kurz. Porteno reagierte mit der Gelassenheit einer Mannschaft, die weiß, dass sie das Heft in der Hand hat. In der 65. Minute kombinierte sich das Heimteam erneut durch die Mitte: Wieder war Valente der Strippenzieher, diesmal legte er mustergültig für den agilen Tord Hanson auf, der den Ball aus 14 Metern ins rechte Eck zimmerte. 2:1 - und das Stadion bebte.

"Aitor spielt Pässe, die man gar nicht sieht, bevor sie ankommen", schwärmte Hanson nach dem Spiel. "Ich musste eigentlich nur noch die Stollen richtig halten."

Ayes versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, doch die Ideen blieben spärlich. Theofanis Chatzi sorgte mit einem wuchtigen Schuss in der 77. Minute für den letzten großen Schreckmoment - Dunn lenkte den Ball mit einer Hand über die Latte. Kurz darauf sah Chatzi nach einem rustikalen Einsteigen die Gelbe Karte, was sinnbildlich für die zunehmende Verzweiflung seiner Mannschaft stand.

Porteno hingegen verwaltete das Ergebnis clever, ohne sich komplett hinten einzugraben. Trainer Koch stand an der Seitenlinie mit verschränkten Armen und murmelte, wie ein Reporter aufschnappte: "Wenn sie jetzt noch anfangen, schöne Tore zu schießen, wird mir das hier zu leicht."

In der Nachspielzeit flog noch ein letzter Ball durch den Strafraum der Gastgeber, doch Alexander Wiltshire setzte ihn für Ayes über die Latte. Danach war Schluss - und die Fans von Porteno feierten ihre Mannschaft mit rhythmischem Klatschen, das fast so präzise war wie Valentes Zuspiele.

"Es war ein Sieg des Willens", resümierte Koch in der Pressekonferenz. "Wir hätten früher den Sack zumachen müssen, aber am Ende zählt das Ergebnis." Sein Kollege Moller zeigte sich trotz der Niederlage kämpferisch: "Wenn wir so weiter spielen wie in den ersten Minuten nach der Pause, holen wir unsere Punkte noch."

So oder so: Der 29. Spieltag der 1. Liga Paraguay bot ein Duell, das Lust auf mehr machte - intensives Pressing, schöne Kombinationen, kleine Dramen inklusive. Und während die Spieler von Porteno Asuncion jubelnd vom Platz gingen, blieb der Eindruck, dass an diesem Abend vor allem einer das Spiel geprägt hatte: ein Mann namens Aitor Valente, der aus der Zentrale heraus die Fäden zog wie ein Musiker, der sein Publikum genau kennt.

Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn der noch zwei Meter weiter vorne spielt, dann haben wir bald einen neuen Spielmacher des Jahres."

Und wer weiß - vielleicht lag er damit gar nicht so falsch.

10.08.643993 21:22
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In der Schule gab's für mich Höhen und Tiefen. Die Höhen waren der Fußball.
Thomas Häßler
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