A Bola
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Pauleta trifft doppelt - Lissabon siegt eiskalt an der Atlantikküste

Es war ein kühler Abend an der Atlantikküste, doch auf dem Rasen des Estádio Municipal von Figueira da Foz glühte die Luft vor Einsatzwillen. 16.000 Zuschauer kamen am 25. Spieltag der 1. Liga Portugal, um zu sehen, ob ihre "Figueira-Boys" dem großen SC Lissabon ein Bein stellen könnten. Am Ende stand ein nüchternes 0:2 - nüchtern deshalb, weil der Gast das Spiel mit der klinischen Präzision eines Chirurgen entschied, während Figueira da Foz vergeblich nach der richtigen Diagnose suchte.

Schon früh deutete sich an, dass es kein Spaziergang für die Gäste werden würde. In der 4. Minute prüfte Ingo Postiga mit einem satten Linksschuss den jungen Lissaboner Keeper Tiago Tonel, der den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte. Trainer Hamudi Salman schüttelte kurz den Kopf, rief seinem Team zu: "Jungs, das ist hier kein Trainingslager!" - und seine Spieler verstanden.

Von da an übernahm der SC Lissabon die Regie. Mit 52 Prozent Ballbesitz und 13 Torschüssen kontrollierten sie das Geschehen, ohne dabei den Anschein zu erwecken, sie wollten den Gegner überrollen. "Wir spielen geduldig, wie ein Uhrwerk", sagte Mittelfeldroutinier Asier Espriu nach der Partie mit einem Lächeln, das andeutete: Diese Uhr war bestens geölt.

Figueira da Foz hielt dagegen - mit Leidenschaft, aber auch mit einer Prise Verzweiflung. Verteidiger Duarte Teixeira drosch in der 14. Minute einen Ball so weit übers Tor, dass ein Balljunge ihn erst nach dem Halbzeitpfiff wiederfand. Trainer João Valente (interimistisch, nach Vereinsangaben) brüllte von der Seitenlinie: "Duarte, das war Rugby, kein Fußball!" Das Publikum lachte, und für einen Moment war die Stimmung ausgelassen.

Dann kam die 56. Minute. Jorge Pauleta, dieser ewig lauernde Phantomstürmer, nutzte eine Unachtsamkeit in der Figueira-Abwehr. Ein flacher Pass in den Strafraum, ein Haken, ein Schuss - 0:1. Keine große Geste, kein Jubelritt - nur das sachliche Nicken eines Mannes, der weiß, dass er gerade das Spiel geöffnet hat. "Ich habe einfach den Ball gesehen und gedacht: Warum nicht?", erzählte Pauleta später.

Figueira reagierte wütend, schob die Linie nach vorn, suchte die Offensive. Noe Ferreira hatte in der 50. Minute noch eine gute Chance gehabt, jetzt aber wollten sie mehr. Doch dann kam die 77. Minute - und mit ihr der Moment, der das Stimmungsbarometer endgültig kippen ließ. Agemar Assis, bis dahin unauffällig, rauschte mit gestrecktem Bein in Uwe Fleischer. Der Schiedsrichter zögerte keine Sekunde: Rot. "Ich berühr’ ihn kaum!", schrie Assis, aber das half nichts. Mit hängendem Kopf verließ er den Platz, während die Fans kollektiv in die Handflächen klatschten - allerdings nicht aus Applaus.

In Unterzahl verlor Figueira den Mut und die Ordnung. Lissabon schaltete einen Gang zurück, aber nicht ab. In der 89. Minute zeigte sich erneut die Klasse von Pauleta, der einen feinen Pass von Joao Morais aufnahm und eiskalt zum 0:2 vollendete. Das war die Art von Tor, die man in Lehrvideos über "effizientes Stürmerspiel" zeigt. "Joao hat mir den Ball serviert wie ein Kellner im Fünf-Sterne-Restaurant", grinste Pauleta - und man glaubte ihm den Spaß an der Sache.

Figueira da Foz versuchte es noch einmal mit einem langen Ball, den Ingo Postiga in der 80. Minute volley nahm - doch auch der flog, wie so viele seiner Versuche, in die Abendluft über den Atlantik hinaus. "Wir haben gekämpft, aber am Ende fehlte uns der letzte Pass", resümierte Mittelfeldmann Harald Schumann. Trainer Salman von Lissabon zeigte sich dagegen zufrieden: "Wir waren defensiv diszipliniert, offensiv geduldig - ein Sieg der Reife."

Die Statistik bestätigte das nüchtern: 13:8 Torschüsse, 52:48 Prozent Ballbesitz, kein Gegentor. Die Lissaboner Defensive stand wie eine Mauer aus Beton - und Figueira prallte immer wieder daran ab.

Als die Flutlichter erloschen, blieb den Heimfans nur die Erkenntnis, dass an diesem Abend kein Atlantiksturm, sondern ein eiskalter Nordwind aus Lissabon über sie hinweggefegt war.

Oder, wie ein älterer Zuschauer beim Hinausgehen sagte: "Die haben uns nicht überrannt - die haben uns fachgerecht demontiert." Ein Satz, der wohl in Figueira noch eine Weile nachhallen wird.

04.11.643987 10:32
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