Athlitiki Icho
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Papazoglou schockt Atromitos - Arias FC siegt mit kalter Effizienz

Es war einer dieser Abende in Peristeri, an denen die Stadionlichter heller strahlen als die Ideen auf dem Platz. 23.879 Zuschauer hatten sich im Atromitos-Stadion eingefunden, um ihre Blau-Weißen am 9. Spieltag der griechischen Superliga anzufeuern. Am Ende jubelte aber der Gast: Arias FC entführte mit einem 1:0-Sieg alle drei Punkte - dank eines frühen Blitzschlags in der zweiten Halbzeit von Christos Papazoglou.

Die erste Hälfte war eine Lehrstunde in Sachen "Fast, aber nicht ganz". Atromitos, unter der Leitung von Trainer Michael Graf gewohnt offensiv eingestellt, begann schwungvoll. Schon in der zweiten Minute prüfte Daniel Celine den Keeper Ktesias Stephanopoulos, der mit einer Glanzparade seinen Arbeitstag eröffnete. Wenig später zog Nicola Sala gleich zweimal ab (7. und 10. Minute), als wolle er den Ball mit purer Willenskraft durch die Abwehrmauer treiben. Doch Stephanopoulos blieb unbeeindruckt, ein griechischer Fels in der Brandung.

"Wir hätten in der ersten Halbzeit zwei Tore machen müssen", knurrte Graf nach dem Spiel. "Aber Fußball ist kein Wunschkonzert - sonst hätten wir hier heute 3:1 gewonnen."

Arias FC hielt dagegen, zunächst etwas zurückhaltend, als wüssten die Spieler noch nicht, dass sie eigentlich am Spiel teilnehmen durften. Doch je länger die Partie dauerte, desto mehr fanden sie sich in ihrer Rolle als taktisch disziplinierter Underdog zurecht. Ein erster Warnschuss kam in der 20. Minute von Rechtsverteidiger Kassandros Doxiadis, gefolgt von einem Versuch von Christos Nikolopoulos, der das Tornetz immerhin erzittern ließ (22.).

Einmal wurde es sogar richtig laut - allerdings nicht wegen eines Tores, sondern wegen einer gelben Karte für Bruno Etxebarria (26.). Der Innenverteidiger von Arias FC grätschte so beherzt, dass selbst das Gras beleidigt schien. "Ich wollte nur den Ball treffen", verteidigte er sich später mit einem unschuldigen Lächeln, "aber der Ball war halt schneller."

Dann kam die 46. Minute, und mit ihr der Moment, der das Spiel entschied. Markos Samaras, der alte Stratege im Mittelfeld, sah die Lücke, die sonst nur Mathematiker erkennen. Ein kurzer Pass in den Lauf von Christos Papazoglou - und der 26-Jährige fackelte nicht lange: flach, präzise, unhaltbar. 0:1. Die Bank von Arias jubelte, während die Atromitos-Verteidiger noch diskutierten, wer eigentlich hätte zuständig sein sollen.

"Wir haben uns kurz in der Halbzeit vorgenommen, mutiger zu spielen", erklärte Papazoglou nach dem Spiel. "Offenbar war das eine gute Idee."

Atromitos reagierte mit Wut im Bauch, aber wenig Fortune. Trainer Graf brachte in der 58. Minute Joseph Cawdor für Celine - ein Wechsel, der zumindest für frischen Wind sorgte, aber keinen Torjubel. Sala, Kroll und Cawdor feuerten aus allen Lagen, insgesamt 13 Mal landete der Ball auf dem Gästetor. Doch wie verhext wollte er nicht hinein. Selbst in der Nachspielzeit (95.) scheiterte Cawdor noch einmal - sinnbildlich für einen Abend, an dem der Ball einfach nicht hören wollte.

Arias FC, mit fast identischem Ballbesitz (49,9 Prozent), spielte unaufgeregt, fast stoisch. Ihre sieben Abschlüsse waren weniger spektakulär, aber eben erfolgreicher. Taktisch blieb das Team von Coach Georgios Arvanitis (der Mann, der selbst auf einem Vulkan noch ruhig bleiben würde) über 90 Minuten "balanciert", wie das Statistikblatt trocken notierte. "Wir wollten nicht schön spielen, wir wollten drei Punkte", grinste Arvanitis. "Ich glaube, das war heute das schönste Hässliche überhaupt."

Die Schlussphase wurde hitzig - Gelb für Atromitos-Verteidiger Alkinoos Mitroglou (78.), wütende Rufe von der Tribüne, ein Pfostenschuss, der das Stadion kurz erstarren ließ. Doch das Drehbuch blieb unerbittlich: ein Tor, null Punkte.

Als der Schlusspfiff ertönte, sank Michael Graf auf die Bank, während Papazoglou sich in der Fankurve feiern ließ. "Manchmal gewinnt nicht der, der öfter schießt", kommentierte ein älterer Fan auf der Tribüne trocken, "sondern der, der einmal richtig trifft." Und genau so war es.

Arias FC reist mit einem knappen, aber verdienten Auswärtssieg zurück - und Atromitos bleibt mit der Erkenntnis zurück, dass Leidenschaft allein keine Punkte bringt. Vielleicht hilft beim nächsten Mal ein bisschen weniger Wille und ein bisschen mehr Zielwasser.

Denn eines ist sicher: Wer 13 Mal aufs Tor schießt und trotzdem verliert, hat entweder Pech - oder Ktesias Stephanopoulos gegen sich.

21.04.643987 17:29
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Christian Ziege zur Skepsis vieler deutscher Fußballfans und -experten hinsichtlich des Abschneidens der DFB-Auswahl bei der WM 2002
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