Heraldo de Mexico
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Pachuca zerlegt Club América - Ramallo trifft doppelt beim 4:1-Spektakel

Ein lauer Abend in Hidalgo, 59.000 Zuschauer, Flutlicht, Trommeln, und die Luft vibrierte wie ein überhitzter Verstärker: Deportivo Pachuca empfing Club América zum 14. Spieltag der 1. Liga Mexico - und servierte den Gästen eine Lehrstunde in Sachen Effizienz, Spielfreude und, ja, auch ein bisschen Arroganz. 4:1 hieß es am Ende, und der Sieg war so klar, dass selbst der Stadionsprecher beim vierten Tor nur noch lachen konnte.

Schon in der achten Minute ging es los: Salvador Alvaro, Pachucas quirliger Mittelfeldmotor, fasste sich ein Herz und donnerte den Ball nach Vorlage von Bruno Beaupre ins Netz - 1:0. "Ich hab gar nicht überlegt", grinste Alvaro später, "der Ball kam, und ich dachte: Warum nicht?" Warum nicht, in der Tat. Club América wirkte überrascht, fast beleidigt, dass das Heimteam einfach so Tore schießt.

Dann übernahm Duarte Ramallo die Bühne. Der 31-jährige Linksaußen hatte offenbar beschlossen, dass er an diesem Abend lieber Held als Statist sein wollte. In der 47. Minute veredelte er einen perfekten Pass von Alvaro zum 2:0, und nur elf Minuten später netzte er erneut - diesmal nach traumhafter Vorarbeit von Rechtsverteidiger Isidoro Simao. Zwei Tore, zwei Mal Jubelpose, zwei Mal tobte das Stadion. "Ich hab schon viele Spiele gemacht, aber heute hat sich alles leicht angefühlt. Vielleicht war’s der neue Haarschnitt", witzelte Ramallo nach dem Spiel.

Trainer Bernd Franke blieb währenddessen an der Seitenlinie erstaunlich ruhig - zumindest äußerlich. "Ich hab ihm vorher gesagt: Wenn du nicht triffst, darfst du nächste Woche keine Freistöße trainieren", lachte Franke später in die Mikrofone. "Scheint geholfen zu haben."

Und als ob das 3:0 nicht schon genug gewesen wäre, legte Simao in der 67. Minute selbst nach. Der rechte Verteidiger rauschte nach einem Doppelpass mit Freddie Home in den Strafraum, schlenzte den Ball ins lange Eck - 4:0, und die Fans feierten ihn, als hätte er gerade das Champions-League-Finale entschieden. "Ich bin eigentlich kein Torjäger", sagte Simao später bescheiden. "Aber wenn man so frei steht, wäre es unhöflich, nicht zu treffen."

Club América wehrte sich, so gut es eben ging. Zwischen der 65. und 75. Minute hatten sie ihre beste Phase: Veli Suhonen und Miguel Coelho prüften Pachuca-Keeper Otto Justesen, der zweimal glänzend hielt. "Wir haben es versucht", seufzte Gästecoach Andrés Salto. "Aber wenn du 43 Prozent Ballbesitz hast und der Gegner doppelt so oft aufs Tor schießt, dann ist das Ergebnis fast logisch."

Ganz ohne Trostpflaster musste América dann doch nicht nach Hause fahren. In der 89. Minute erzielte der junge Xavier de Torre nach Vorarbeit des eingewechselten Francisco Herrera den Ehrentreffer - 4:1. Ein Treffer, der mehr kosmetischer Natur war, aber immerhin den Gästeblock jubeln ließ.

Danach wurde es kurz ruppig: Isidoro Simao holte sich in der Nachspielzeit noch Gelb ab - vermutlich, um das Sammelkartenalbum zu vervollständigen. "Ich wollte eigentlich nur den Ball spielen", sagte er mit einem Augenzwinkern. "Der Ball wollte aber nicht."

Statistisch war alles klar: 13 Torschüsse für Pachuca, nur 5 für América, dazu 57 Prozent Ballbesitz für die Gastgeber. Tacklingquote? 53 zu 46 Prozent - auch hier hatte Pachuca die Nase vorn. Und obwohl die Taktik laut Daten nüchtern "balanced" hieß, wirkten die Hausherren wie ein Orchester, das endlich seinen Lieblingssong spielen darf.

Was blieb, war ein Abend voller Tempo, Witz und Spielfreude - und ein Club América, der sich fragte, ob der Bus vielleicht lieber früher hätte losfahren sollen. "Wir müssen unsere defensive Ordnung finden", murmelte Trainer Salto noch, bevor er Richtung Kabine verschwand.

Pachuca dagegen tanzte. "Das war Fußball, wie wir ihn lieben", sagte Coach Franke zum Abschluss. "Kein Pressing, kein Stress, nur Spaß." Dann zwinkerte er: "Naja, fast kein Stress - den hat jetzt der Gegner."

Und während die letzten Fans ihre Trommeln einpackten, hallte noch ein Gesang durchs Stadion, der frei übersetzt hieß: "So spielt man Fußball." Kein Wunder - nach einem 4:1 darf man schon mal ein bisschen übermütig werden.

18.06.643987 20:40
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