Heraldo de Mexico
+++ Sportzeitung für Mexico +++

Pachuca tanzt San Luis schwindlig - 4:1 und Applaus bis in die Abendluft

Manchmal läuft ein Spiel so, als hätte jemand das Drehbuch vor dem Anpfiff in der Kabine vergessen - und genau das war am 18. Spieltag der 1. Liga Mexico im Estadio Hidalgo der Fall. Deportivo Pachuca besiegte UD San Luis mit 4:1 (3:0) und ließ 59.000 Zuschauer zwischen Begeisterung und ungläubigem Kopfschütteln schwanken.

Trainer Bernd Franke grinste nach dem Spiel so breit wie ein Mann, der gerade den Lottojackpot abgeholt hat. "Wir wollten über die Flügel kommen, und siehe da - es hat funktioniert", sagte er, während er sich demonstrativ den Schweiß von der Stirn wischte. Tatsächlich war es ein Flügelfeuerwerk, das seine Mannschaft da abbrannte.

Schon früh zeigte sich, dass Pachuca den besseren Plan hatte: aggressiv, mit Druck über außen, während San Luis versuchte, den Ballbesitz (am Ende 53 Prozent) in Ruhephasen zu verwandeln - leider ohne zählbaren Erfolg. Nach einer halben Stunde war klar: Das Spiel kippte in Richtung der Hausherren.

Die Tore fielen dann in einer Phase, die man getrost als "Pachuca-Blitz" bezeichnen darf. Zwischen der 39. und 42. Minute schlugen die Gastgeber gleich dreimal zu. Zuerst Salvador Alvaro, der nach Vorlage von Xabi Ordonez eine abgefälschte Flanke spektakulär ins Netz wuchtete - der Ball tanzte noch kurz auf der Latte, ehe er hinter der Linie einschlug. "Ich wollte eigentlich passen", lachte Alvaro später, "aber manchmal ist der Ball eben klüger als man selbst."

Zwei Minuten später war es Franck Wyler, der nach Vorarbeit von Marcos Mino eiskalt vollendete. Wyler, der schon in der Anfangsphase mehrere Male knapp gescheitert war, ließ sich diesmal nicht bitten. In der 42. Minute schließlich revanchierte sich Ordonez selbst und verwandelte eine Hereingabe von Mino zum 3:0 - und das Stadion bebte wie ein Vulkankrater kurz vor dem Ausbruch.

San Luis wirkte zu diesem Zeitpunkt wie ein Tourist, der in der falschen Buslinie sitzt. Trainer Mental Monster (sein Name klingt schon nach Motivationscoach im Fitnessstudio) gestikulierte wild an der Seitenlinie, rief "más rápido, más rápido!", doch seine Spieler schienen lieber den Ball streicheln zu wollen als ihn nach vorne zu prügeln.

Nach der Pause nahm Pachuca etwas Tempo raus - vielleicht zu viel. Der Ballbesitz kippte nun leicht zu Gunsten der Gäste, die immerhin zehn Torschüsse aufs Ziel brachten. In der 72. Minute gelang Bradley McLeod nach Vorlage von Santiago Lope der Ehrentreffer. Ein Schuss aus spitzem Winkel, der Keeper Otto Justesen überrascht zurückließ. "Ich hab ihn zu spät gesehen", murmelte Justesen später, "die Sonne stand ungünstig - und der Kaffee in der Halbzeit war wohl zu stark."

Doch wer glaubte, San Luis könne das Spiel noch drehen, wurde zwei Minuten später eines Besseren belehrt. Duarte Ramallo, der schon in der Anfangsphase drei Mal gefährlich geworden war, krönte seine Leistung mit einem satten Schuss zum 4:1-Endstand. Joseba Costa hatte ihn mustergültig bedient - und Ramallo grinste nach seinem Treffer nur: "Ich hab ihm gesagt, gib mir den Ball, und er hat gehorcht."

Danach war der Drops gelutscht. Pachuca spielte die Partie abgeklärt zu Ende, brachte Oscar Ximenes und den jungen Laurent Peltier für frische Beine. Peltier, 21, feuerte in der Schlussphase noch zwei Mal drauflos - beide Male knapp vorbei, aber die Fans feierten ihn, als hätte er das Siegtor geschossen. "Das ist Pachuca", raunte ein älterer Herr auf der Tribüne, "selbst die Ersatzspieler riechen nach Toren."

Statistisch gesehen war es ein Spiel der klaren Chancenverwertung: 20 Torschüsse für Pachuca, 10 für San Luis. Dass die Gäste mehr Ballbesitz hatten, wird wohl nur in den Tabellen der Statistiker Bedeutung haben. In den Köpfen der Zuschauer bleibt vor allem das Gefühl, ein Team gesehen zu haben, das Fußball mit Leidenschaft, Witz und Präzision spielte.

"Wir haben stark begonnen, stark nachgelassen und stark aufgehört", fasste Coach Franke mit einem Augenzwinkern zusammen. Sein Gegenüber Monster blieb trotz der Niederlage gelassen: "Das war Lehrgeld. Aber wenigstens ein schönes Stadion zum Zahlen."

Und so endete der Abend in Pachuca mit einem lauen Wind, jubelnden Fans und der Gewissheit: Wenn die Flügel fliegen, kann Fußball manchmal wirklich Kunst sein - oder zumindest ein ziemlich unterhaltsames Chaos mit vier Toren auf der richtigen Seite.

15.08.643987 15:18
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