Heraldo de Mexico
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Pachuca tanzt, Durango stolpert - ein Abend voller Pässe, Pfiffe und Pointe

Wenn 56.860 Zuschauer im Estadio Hidalgo schon vor dem Anpfiff singen, dann weiß man: Heute soll’s krachen. Und tatsächlich - kaum hatte Schiedsrichter Ramirez die Partie des 12. Spieltags in der 1. Liga Mexiko angepfiffen, fing Deportivo Pachuca an zu wirbeln, als wolle man die Alacranes Durango gleich aus dem Stadion schreiben. Am Ende stand ein völlig verdienter 2:0-Sieg, der fast noch zu niedrig ausfiel.

Trainer Bernd Franke, sonst kein Freund der großen Worte, grinste nach dem Spiel: "Wir haben den Ball laufen lassen, und Durango ist hinterhergelaufen. So einfach kann Fußball manchmal sein." Einfach war’s nicht, aber wirkungsvoll. Schon in der 5. Minute klingelte es: Salvador Alvaro, der Mann mit dem lässigen Haarschnitt und dem präzisen Schuss, traf nach Vorlage von Emilio Vidigal. Der Ball zischte aus 18 Metern in den Winkel - ein Treffer, der die Durango-Abwehr kurzzeitig in philosophische Grübeleien über Sinn und Zweck der Raumdeckung stürzte.

Durango versuchte zu antworten, doch was nach Offensive aussah, war eher eine höfliche Erinnerung daran, dass sie auch mitspielen durften. Ihr erster Torschuss kam in der 12. Minute von Nelson Santos - ein Versuch, der Torwart Otto Justesen eher an ein Trainingsspiel erinnerte. Pachuca dominierte: 25 Torschüsse zu 6, 54 Prozent Ballbesitz und eine Tacklingquote, die so robust war, dass selbst der Rasen zwei Tage Urlaub beantragt haben dürfte.

"Wir wollten offensiv auftreten", erklärte Durango-Kapitän Callum Duff, der in der 84. Minute dann Gelb sah, "aber irgendwie war der Ball nie lang genug bei uns, um offensiv zu sein." Ein ehrlicher Mann - im Gegensatz zu seinem Trikot, das nach dem Spiel aussah, als hätte er eine Runde Rugby gespielt.

In der ersten Halbzeit wirbelte besonders Xavi Velasquez im Zentrum. Drei Torschüsse, Dutzende Pässe und mindestens so viele Anweisungen an seine Mitspieler. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft Xavi ’Ball!’ gerufen hat", witzelte Mitspieler Duarte Ramallo. "Aber er hat recht: Wenn der Ball bei ihm ist, sieht alles leichter aus."

Durango-Coach - der sich nach dem Spiel zu einer Mischung aus Fatalismus und Galgenhumor bekannte - kommentierte trocken: "Wir hatten einen Plan. Pachuca hatte zwei." Mehr muss man über die taktische Überlegenheit der Hausherren kaum sagen.

Nach der Pause wurde Pachuca kurz etwas gemütlich. Man ließ Durango mehr Raum, der aber ungenutzt blieb. Die Gäste schoben sich den Ball quer, als wollten sie einen geometrischen Beweis führen, dass man auch ohne Torgefahr existieren kann. Pachuca hingegen lauerte - und als in der 87. Minute der junge Laurent Peltier, gerade einmal 21, eingewechselt für Vidigal, nach einem Pass von Jorge Lope den Ball ins Netz drosch, explodierte das Stadion. Es war die perfekte Belohnung für eine Mannschaft, die 90 Minuten lang das Spiel kontrolliert hatte, ohne überheblich zu werden.

"Ich wollte einfach draufhalten", sagte Peltier später, noch mit Gras im Haar und einem Grinsen, das vermutlich bis Dienstag halten wird. "Jorge meinte, ich soll’s probieren - und dann war er drin. Vielleicht hab ich ja auf ihn gehört."

Franke klopfte ihm danach auf die Schulter und raunte: "So schießt man sich in die Herzen der Fans." Und tatsächlich - die Kurve sang seinen Namen, als wäre er schon seit Jahren Stammspieler.

Zum Schluss wurde es noch hitzig: ein paar harte Zweikämpfe, ein Gelb für Duff, und ein wütender Ball, der auf der Durango-Bank landete - allerdings eher zufällig. Doch der Sieg war längst entschieden. Pachuca setzte in den letzten Minuten sogar Pressing ein, als wolle man noch ein drittes Tor erzwingen.

Statistisch betrachtet war alles klar: 25:6 Torschüsse, 53,7 Prozent Ballbesitz, Zweikampfquote jenseits der 56 Prozent. Emotional gesehen war’s eine Lehrstunde in Geduld, Spielfreude und Humor.

"Das Ergebnis ist schön, aber noch schöner ist, dass wir Spaß am Spiel hatten", meinte Franke mit einem Augenzwinkern. "Und wenn meine Jungs so weitermachen, müssen wir bald Eintritt fürs Training verlangen."

Durango hingegen reist mit leeren Händen, aber immerhin mit vollem Respekt für den Gegner ab. "Pachuca war heute einfach besser", sagte Torhüter Francisco Galindo, der trotz zwei Gegentoren einer der besten seines Teams war. "Ich hab versucht, alles zu halten - aber irgendwann hat man nur noch gehofft, dass das Tornetz hält."

Und so ging ein Abend zu Ende, an dem Fußball wieder einmal zeigte, wie elegant Überlegenheit aussehen kann - mit Tempo, Technik und einem Schuss Ironie. Pachuca lacht, Durango lernt. Und wir warten gespannt, wer den nächsten Tanz wagt.

05.06.643987 06:57
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