Heraldo de Mexico
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Pachuca dreht das Spiel: Ramallo lässt die Diablos tanzen

59.000 Zuschauer im Estadio Hidalgo erlebten am 10. Spieltag der 1. Liga Mexico einen Fußballabend, der alles hatte: Nervosität, Wut, Gelbe Karten en masse - und einen gewissen Duarte Ramallo, der sich kurzerhand entschloss, das Drehbuch selbst zu schreiben. Am Ende jubelte Deportivo Pachuca über ein 2:1 (1:1) gegen die Diablos Guadalajara, und Trainer Bernd Franke grinste so breit wie ein Mann, der weiß, dass sein Matchplan trotz aller Hektik aufgegangen ist.

Dabei begann das Spiel denkbar schlecht für die Gastgeber. Gerade acht Minuten waren gespielt, da kombinierten sich die Diablos einmal über die linke Seite, Alberto Matamoros flankte mit chirurgischer Präzision, und Pedro Coluna köpfte den Ball ins Netz - 0:1. "Ich hab’ nur kurz gezwinkert, und der Ball war drin", murmelte Pachuca-Keeper Otto Justesen später, halb lachend, halb fluchend.

Doch die Antwort kam prompt. Nur eine Minute später, im direkten Gegenzug, bediente Innenverteidiger Bruno Ouellet mit einem beherzten Steilpass den lauernden Duarte Ramallo. Der 31-Jährige ließ Guadarajaras jungen Keeper Nestor Andrade mit einem trockenen Schuss ins kurze Eck alt aussehen - 1:1. "Wenn du so früh hintenliegst, darfst du nicht nachdenken, du musst handeln", erklärte Ramallo später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und Erleichterung lag.

Nach diesem Doppelschlag schaltete das Spiel in den Dauerlaufmodus. Pachuca hatte mehr vom Ball (53 Prozent Ballbesitz) und deutlich mehr Zug zum Tor - 16 Torschüsse gegenüber 7 der Gäste. Besonders Adriano Almeida und Salvador Alvaro tauchten immer wieder gefährlich vor dem Tor auf, doch entweder fehlte die Präzision oder Andrade hatte die Handschuhe im richtigen Moment an der richtigen Stelle.

In der 28. Minute holte sich Bruno Beaupre die erste Gelbe Karte des Abends - ein rustikales Einsteigen, das so aussah, als wollte er eher das Gras umpflügen als den Ball treffen. Auch die Diablos ließen sich nicht lumpen: Innenverteidiger Julian Veloso sah in Minute 37 Gelb, kurz darauf folgte Pierre Le Tallec. "Wenn man schon Diablos heißt, darf’s auch mal brennen", kommentierte Gästecoach Ralf Mr trocken in der Pressekonferenz.

Kurz vor der Pause musste Pachuca wechseln - Beaupre angeschlagen raus, Sergio Alvarez rein. Und kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, zeigte Ramallo, dass er nicht nur Tore, sondern auch perfekte Timings beherrscht. In der 47. Minute drückte er eine Hereingabe von Xavi Velasquez über die Linie und drehte das Match endgültig. 2:1 - und die Tribüne bebte.

"Das war ein Tor aus dem Lehrbuch: Laufweg, Pass, Abschluss - alles wie gemalt", lobte Trainer Franke später. Der Angesprochene, Velasquez, grinste: "Ich wollte eigentlich flanken, aber Duarte hat sich einfach in den Ball verliebt."

Guadalajara versuchte, mit frischen Kräften gegenzuhalten: Pedro Suero kam, nachdem Cesc Carvalho verletzt raus musste, später folgten Espriu und Kowalik. Doch der erhoffte Schwung blieb aus. Stattdessen häuften sich die Fouls - und die Gelben Karten. In der Nachspielzeit erwischte es sogar noch Suero und Kowalik, als sie mehr Gegner als Ball trafen.

Pachuca hingegen verteidigte mit Leidenschaft und einer ordentlichen Portion Chaos. Innenverteidiger Gresko kam für den verwarnten Ouellet, und spätestens ab der 85. Minute wurde jeder Befreiungsschlag vom Publikum gefeiert, als wäre es das Siegtor. Der Schlusspfiff ging im Jubel unter - und Coach Franke wurde fast von der Ersatzbank über den Haufen gerannt, als seine Spieler zum Feiern ansetzten.

Statistisch gesehen war der Sieg verdient: mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, mehr Nerven. Und doch fühlte es sich an wie ein Kraftakt. "Wir haben heute gezeigt, dass wir auch mit Rückschlägen umgehen können", sagte Franke, noch immer leicht heiser vom Anfeuern. Sein Gegenüber Ralf Mr zuckte mit den Schultern: "Fußball ist manchmal wie ein Kartenspiel - du weißt nie, wann der Gegner sein Ass zieht. Heute war’s Ramallo."

Ein Ass, das zwei Tore wert war. Und während die Flutlichter langsam erloschen, rief ein Fan von der Tribüne: "Duarte for President!" - was Ramallo mit einem Winken quittierte. Vielleicht meinte er’s als Scherz. Vielleicht aber auch nicht.

Denn nach diesem Abend in Pachuca dürfte klar sein: Wenn Ramallo den Ball will, bekommt er ihn - und meistens auch das Spiel dazu.

03.05.643987 15:13
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Bei diesem Schiedsrichter hätte auch unser Busfahrer eine gelbe Karte bekommen.
Rainer Calmund
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