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Osasuna trotzt Sevilla - ein 1:1 voller verpasster Chancen und sarkastischer Schönheit

Pamplona, 31. Januar 2026 - Ein Flutlichtabend, 36.000 Zuschauer, eine Portion Nervenkitzel und ein Hauch von Ironie: Der FC Osasuna und Bites Sevilla trennten sich im Duell der 2. Liga Spanien mit einem 1:1, das irgendwie alles und nichts sagte. Zwei Tore, viele Torschüsse, noch mehr Kopfschütteln - und Trainer Hamudi Salman (Sevilla) brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: "Wenn du 15 Mal aufs Tor schießt und nur einmal triffst, solltest du vielleicht das Tor größer malen."

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag - allerdings nur akustisch, denn die Trommler auf der Tribüne waren deutlich wacher als die Spieler. Schon nach drei Minuten hatte Sevillas rechter Flügelflitzer Sergi Rodrigo die erste Chance, verfehlte aber das Tor so knapp, dass der Ball wohl noch auf der Autobahn A15 gesucht wird. Osasuna antwortete in der 7. Minute mit einem Versuch von Pau Gamoneda, der allerdings mehr nach Rugby aussah als nach Fußball.

Sevilla spielte von Beginn an offensiv, Osasuna hielt mit Ballbesitz dagegen - 52 Prozent, um genau zu sein. Doch wer den Ball hat, hat noch lange keine Ideen. "Wir wollten ruhig aufbauen", erklärte Osasunas Kapitän Xabi Ze Castro mit einem Grinsen, "aber irgendwann wurde mir selbst langweilig, also hab ich mal nach vorne gepasst."

Zur Pause stand es 0:0, und die Zuschauer nutzten die Gelegenheit, um sich in der Warteschlange für Bocadillos die Beine zu vertreten. "Ich dachte, das wird ein torloser Abend mit musikalischer Begleitung", witzelte ein Fan, während die Mannschaften in der Kabine neue Motivation suchten.

Dann kam die 55. Minute - und endlich das, was Fußball ausmacht: ein geplanter Zufall. Marc Serna setzte auf der rechten Seite zum Sprint an, flankte halb gewollt, halb gehofft, und Isidoro Velez rauschte heran wie ein Stier auf der San-Fermín-Fiesta. Mit einem wuchtigen Linksschuss zimmerte er das Leder ins Netz - 1:0 für Osasuna. Der Jubel war ohrenbetäubend, und Velez brüllte seine Freude in den Nachthimmel: "Endlich! Ich hab’s meinem Friseur versprochen - wenn ich treffe, bleibt der Bart dran!"

Doch Sevilla wäre nicht Sevilla, wenn sie sich so leicht abschütteln ließen. Nur acht Minuten später (63.) schlug Didier Bernier zurück. Nach einem präzisen Zuspiel von Iban Mocana - derselbe Mocana, der sich kurz darauf Gelb abholte, vermutlich aus Frust über die eigene Effizienz - ließ Bernier Osasunas Keeper Filipe Assis keine Chance. 1:1, verdient, aber irgendwie unbefriedigend.

Bernier war danach kaum zu stoppen. Er schoss aus allen Lagen, mal in Richtung Tribüne, mal in Richtung Eckfahne, doch das Tor blieb ihm verwehrt. "Ich wollte einfach mal testen, ob der Ball magnetisch ist", lachte der Franzose nach dem Spiel. "Leider nicht."

Die Schlussphase war ein Abbild des gesamten Spiels: hektisch, spannend, aber ohne Happy End. Der erst 17-jährige Emilio Linares - Osasunas Nachwuchshoffnung - brachte mit zwei mutigen Abschlüssen in der 75. und 81. Minute frischen Wind, scheiterte aber an Sevillas Keeper Pedro de los Reyes. "Das war knapp", murmelte Linares, "aber ich hab gehört, Erfahrung wächst mit vergebenen Chancen."

Statistisch sah Sevilla besser aus: 15 Schüsse auf das Tor gegenüber 7 von Osasuna, dazu etwas mehr Effektivität in den Zweikämpfen (53,6 Prozent). Doch Osasuna hielt mit Kontrolle und Herz dagegen. Taktisch blieb alles solide: Osasuna balanciert und abwartend, Sevilla mutig und offensiv - wie zwei Schachspieler, die sich gegenseitig den König nicht schlagen wollen.

Nach dem Abpfiff schüttelten sich alle brav die Hände, und Trainer Salman meinte mit einem Augenzwinkern: "Ein Punkt ist ein Punkt. Aber ich hätte lieber drei - oder wenigstens ein funktionierendes Navi für unsere Stürmer."

Osasunas Trainer - der sich anonym hielt, vielleicht aus Selbstschutz - fasste es nüchtern zusammen: "Wir haben heute gesehen, dass Ballbesitz schön ist, Tore aber schöner."

Ein 1:1 also, das keiner so richtig wollte, aber beide irgendwie verdient hatten. Pamplona verabschiedete sich in die kalte Nacht, Sevilla trat die Rückreise an - mit dem Gefühl, zwei Punkte verloren, aber immerhin Humor gewonnen zu haben.

Vielleicht war das das eigentliche Highlight des Abends: dass Fußball manchmal nicht gerecht, aber immer unterhaltsam ist. Und wenn der nächste Gegner wartet, wird man sich in Osasuna wohl daran erinnern, dass man auch mit 52 Prozent Ballbesitz nicht automatisch 52 Prozent Glück hat.

Endstand: FC Osasuna - Bites Sevilla 1:1 (0:0). Tore: Velez (55.), Bernier (63.). Zuschauer: 36.000. Gelbe Karte: Mocana (69.) - und viele graue Haare auf beiden Trainerbänken.

01.01.643988 13:35
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