Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Olympiakos zerlegt Atromitos - ein 8:0, das selbst den Ball verwirrte

Ein Spiel, das so einseitig war, dass man zwischendurch dachte, die Linienrichter hätten sich verlaufen: Olympiakos fegte Atromitos am 30. Spieltag der griechischen Superliga mit 8:0 (3:0) vom Rasen. 38.778 Zuschauer im Karaiskakis-Stadion erlebten einen Abend, der irgendwo zwischen Gala, Komödie und Trainingsspiel pendelte.

Bereits in der dritten Minute begann das Unheil für die Gäste. Ktesias Kampantais, der flinke Linksaußen, nahm eine Flanke von Asimakis Nafpliotis aus der Luft und drosch sie mit solch unverschämter Präzision in die Maschen, dass Atromitos-Keeper Jannis Lee nur staunend hinterhersah. "Ich hab den Ball kommen sehen, aber dann war er auch schon weg", stöhnte der Torwart später - und es sollte nicht das letzte Mal an diesem Abend so klingen.

Olympiakos-Trainer Dirk Reichmann hatte seine Elf gewohnt offensiv eingestellt. Das System? "Einfach: Wir greifen an", grinste er nach dem Spiel. Mit 22 Torschüssen und einer Angriffslust, die eher an ein Rudel hungriger Wölfe erinnerte, überrollten seine Männer die Gäste aus Peristeri. Paradoxerweise hatte Atromitos sogar leicht mehr Ballbesitz (51 Prozent), aber was nützt das, wenn man damit hauptsächlich Rückpässe spielt?

Nach dem frühen Rückstand versuchte Atromitos, Ordnung zu finden - und fand stattdessen Lukas Charisteas. In der 34. Minute stand der Routinier nach einer Ecke goldrichtig und köpfte zum 2:0 ein. Zwei Minuten später machte Javier Costinha das 3:0 - nach herrlichem Doppelpass mit Kampantais. Der junge Portugiese, erst 22, spielte an diesem Abend wie ein erfahrener Spielmacher: ruhig, klug, mit einer Prise Übermut.

"Ich wollte einfach Spaß haben", sagte Costinha später mit einem Lächeln, das ahnen ließ, dass ihm das gelungen war.

Zur Pause schien die Partie entschieden, doch Olympiakos hatte offenbar noch Energie für zwei Spiele. Reichmann wechselte in der 49. Minute gleich dreifach - und brachte frisches Feuer: Der 19-jährige Anargiros Saravakos ersetzte Nafpliotis, Damianos Seitaridis kam für Zagorakis, und Tasos Xanthopoulos für Argyros. Ein Jugend forscht mit rotem Tornado.

Die zweite Hälfte begann, wie die erste geendet hatte: mit einem Treffer für die Hausherren. In der 68. Minute schlug Charisteas erneut zu, nach Pass von Margaritis - 4:0. Atromitos-Trainer Michael Graf stand derweil regungslos an der Seitenlinie. "Ich überlege noch, ob ich was ändern soll oder lieber den Bus starte", murmelte er in Richtung seines Co-Trainers - angeblich halb ernst, halb resigniert.

Dann durfte auch der Teenager ran: Saravakos erzielte in der 76. Minute sein erstes Tor für die Profis. Ein flacher Schuss ins lange Eck, technisch fein, jubelnd in die Arme seines Trainers. "Er hat mich einfach umgerannt", lachte Reichmann später. "Aber das nehme ich gerne in Kauf."

Charisteas erhöhte kurz darauf in der 83. Minute auf 6:0 - sein dritter Treffer, ein lupenreiner Hattrick über zwei Halbzeiten verteilt. Selbst die gegnerischen Fans klatschten, vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Bewunderung.

Doch damit nicht genug: Costinha legte in der Schlussphase noch zweimal nach. In der 90. Minute traf er nach Vorlage von Kampantais, in der Nachspielzeit (91.) nach Flanke von Papaioannou - 8:0. Der Ball hatte da längst genug, die Anzeigetafel war überfordert, und selbst der Stadionsprecher klang leicht ungläubig: "Tor für Olympiakos… schon wieder!"

Atromitos? Kam auf genau einen Torschuss. Einer. In 90 Minuten. Und der war, wie man so schön sagt, "nicht ungefährlich" - aber hauptsächlich für die Tauben hinter dem Tor. Zwei Gelbe Karten kurz vor der Pause (de Almeida und Mitroglou) rundeten einen Abend ab, den man in Athen wohl bald vergessen wird - oder gerade nicht.

"Wir wollten dominieren", sagte Reichmann trocken. "Aber dass es so deutlich wird, hätte ich nicht gedacht. Vielleicht sollten wir künftig mit weniger Toren zufrieden sein - sonst wird’s langweilig."

Sein Gegenüber Graf hatte immerhin seinen Humor nicht verloren: "Ich habe meinen Spielern gesagt: Kopf hoch. Beim nächsten Training spielen wir ohne Gegner, vielleicht klappt’s dann mit einem Treffer."

Ein 8:0 ist selten. Ein 8:0, bei dem der Ballbesitz an den Verlierer geht, noch seltener. Aber dieser Abend zeigte, dass Zahlen eben nicht alles sind. Manchmal entscheiden Wucht, Spielfreude und ein Schuss Wahnsinn - und Olympiakos hatte von allem reichlich.

Vielleicht das schönste Zitat des Abends kam übrigens von Charisteas selbst: "Ich wollte eigentlich nur ein Tor machen - dann haben mich meine Füße überstimmt."

Ein Spiel, das in Erinnerung bleiben wird. Zumindest für alle außer Atromitos.

01.01.643988 07:30
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Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
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