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Piraeus, 4. Februar 2026. - 41.801 Zuschauer im Karaiskakis-Stadion sahen ein Offensiv-Feuerwerk, das eher an ein griechisches Sommerfest erinnerte als an ein Fußballspiel im Februar. Olympiakos besiegte AEL Athen mit 4:2 (3:0) - und das Ergebnis schmeichelt den Gästen sogar noch. Schon nach sieben Minuten machte Emmanouil Vassiliadis klar, dass er heute nicht gekommen war, um über den Platz zu schlendern. Nach einem feinen Zuspiel von Ktesias Kampantais zog der 32-jährige Mittelfeldstratege aus der zweiten Reihe ab, und der Ball segelte wie von den Göttern gelenkt in den Winkel. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Vassiliadis später verschmitzt, "aber wenn Zeus hilft, nimmt man das Geschenk an." Wenige Sekunden später klingelte es schon wieder. Diesmal war Vassiliadis der Vorbereiter, als Stavros Margaritis in der achten Minute eiskalt zum 2:0 einschob. AEL Athen wirkte zu diesem Zeitpunkt wie vom Blitz getroffen. Trainer Jorge Gutierrez schüttelte nur den Kopf, während er sich hektisch Notizen machte. "Zwei Minuten, zwei Tore - das war nicht Teil des Plans", gab er später trocken zu. Olympiakos, taktisch von Dirk Reichmann auf Offensive eingestellt, ließ nicht locker. 29 Torschüsse und über 51 Prozent Ballbesitz sprechen eine deutliche Sprache. Vor allem die rechte Seite mit Lukas Charisteas und Marios Papaioannou brannte lichterloh - manchmal im wörtlichen Sinne, wenn Papaioannou mehr Staub als Ball traf. Der rechte Mittelfeldmann sah in der 21. Minute Gelb, nachdem er etwas zu leidenschaftlich in einen Zweikampf gegangen war. Reichmann kommentierte das süffisant: "Er wollte zeigen, dass er da ist - das hat er geschafft." Das 3:0 fiel in der 37. Minute, erneut nach einer Kombination durch das Mittelfeld. Wieder war Vassiliadis beteiligt, diesmal als Vorlagengeber für Lukas Charisteas, der den Ball humorlos unter die Latte jagte. AEL-Keeper Tyler Hannigan stand da schon nicht mehr im Tor - er hatte sich in der 19. Minute verletzt und musste durch Tiago Pinto ersetzt werden. Pinto, kaum eingewechselt, wurde sofort zum meistbeschäftigten Mann im Stadion. Nach der Pause schaltete Olympiakos kurz einen Gang zurück - um in der 61. Minute noch einmal zuzuschlagen. Wieder Vassiliadis, wieder präzise, wieder unhaltbar. Margaritis hatte ihm den Ball aufgelegt, und der Kapitän vollendete zum 4:0. "Da wusste ich, dass es ein guter Abend wird", sagte Vassiliadis, während er sich nach dem Spiel entspannt ein Handtuch über die Schultern legte. Dann wurde es kurz turbulent: Innenverteidiger Aris Kirastas, bereits in der ersten Halbzeit verwarnt, sah in der 73. Minute Gelb-Rot nach einem taktischen Foul. "Er hat die Regeln etwas zu kreativ interpretiert", meinte Reichmann mit einem Lächeln, "aber bei 4:0 darf man großzügig sein." Mit einem Mann mehr kam AEL Athen endlich etwas ins Spiel. Valantios Ioannidis nutzte in der 80. Minute eine schöne Flanke von Valantios Nikoloudis und köpfte zum 4:1 ein. Der Treffer war Balsam für die geschundene Athener Seele, die bis dahin nur 13 Torschüsse zustande gebracht hatte. In der Nachspielzeit durfte dann auch Alvertos Charisteas - der jüngere Bruder von Olympiakos-Stürmer Lukas - jubeln. In der 96. Minute traf er nach Vorarbeit von Ioannidis zum 4:2-Endstand. Ein kleiner familiärer Trostpreis, könnte man sagen. "Ich habe Lukas vor dem Spiel gesagt: Einer von uns wird heute treffen", lachte der AEL-Spielmacher. "Ich hab nur nicht gesagt, für wen das besser ist." Die Statistik untermauert, was auf dem Platz zu sehen war: 29 zu 13 Torschüsse, 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe und ein Pressing, das Athen kaum Luft zum Atmen ließ. Olympiakos spielte mit einer Mischung aus Biss und Leichtigkeit, wie man sie in dieser Liga selten sieht. Am Ende klatschten die Fans euphorisch, während Trainer Reichmann mit verschränkten Armen an der Seitenlinie stand und das Spektakel mit einem zufriedenen Nicken quittierte. "Das war unser bestes Spiel seit Wochen", sagte er, "aber ich hätte gern zu null gespielt." AEL-Coach Gutierrez nahm’s sportlich: "Wenn man vier Tore kassiert, kann man immerhin sagen, man war Teil eines unterhaltsamen Spiels." Und so ging ein Abend zu Ende, an dem Olympiakos zeigte, dass Offensivgeist und griechische Dramatik perfekt zusammenpassen. Nur einer grinste noch breiter als Vassiliadis: der Platzwart, der wusste, dass er am nächsten Tag doppelt so viele Einschusslöcher im Tornetz flicken durfte. 25.04.643990 06:33 |
Sprücheklopfer
Die Brisanz dieses Spieles hat man daran erkannt, dass sich Franz Beckenbauer über unsere Tore gefreut hat.
Mehmet Scholl nach einem der Derby der Bayern gegen die Löwen