Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Olympiakos siegt 4:3 in Torfestival gegen AEL Athen

Es war ein Abend, der alles hatte, was der Fußballgott im Angebot hat: frühe Treffer, wilde Wendungen, Emotionen - und ein Publikum, das zwischen Verzweiflung und Ekstase pendelte. 42.800 Zuschauer im Karaiskakis-Stadion sahen beim 4:3 (2:1) von Olympiakos gegen AEL Athen ein Spiel, das an ein griechisches Drama erinnerte - allerdings mit Happy End für die Hausherren.

Schon nach sieben Minuten lag der Puls am Anschlag: Silvestre Carcedo, der quirlige Mittelfeldmann aus Athen, traf nach feinem Zuspiel von Lagonikakis zum 0:1. Olympiakos-Trainer Dirk Reichmann raufte sich die Haare, während Gästecoach Ryan Mystery an der Seitenlinie ein Lächeln nicht unterdrücken konnte. "Wir wollten sie gleich überraschen - hat ja kurz funktioniert", grinste Mystery später.

Doch kaum hatte AEL Athen den Jubel beendet, schlug Olympiakos zurück: Nur eine Minute später glich Marios Papaioannou nach Pass von Routinier Emmanouil Vassiliadis aus. Das Stadion bebte, als wäre gerade der Titel entschieden worden. Und als Emmanouil Margaritis in der 14. Minute nach Flanke von Rechtsverteidiger Tasos Xanthopoulos zum 2:1 einnickte, war klar: Hier würde kein Stein auf dem anderen bleiben.

Die erste Halbzeit gehörte den Hausherren - 51 Prozent Ballbesitz, 16 Schüsse aufs Tor, davon etliche mit Wucht, aber auch einer gehörigen Portion Leichtsinn. AEL Athen hielt mit Leidenschaft dagegen, aber die Defensive wackelte bedenklich. Reichmann knurrte in der Pause: "Wir führen, aber ich sehe keine Ruhe im Spiel. Das ist kein Schach, das ist Pinball!"

Nach dem Seitenwechsel kam AEL mit offenem Visier zurück. Und prompt klingelte es: In der 48. Minute schob Luís Travassos nach Vorarbeit von Takis Samaras zum 2:2 ein - eiskalt, wie man es von einem Stürmer seiner Klasse erwartet. "Ich hab einfach die Lücke gesehen", sagte Travassos später, "und gehofft, dass der Ball nicht wieder vom Platzwart erwischt wird."

Olympiakos wirkte kurz geschockt, besann sich aber auf seine Offensive. In der 63. Minute brachte Kleanthes Dranias die Gastgeber wieder in Führung. Ein trockener Schuss, keine Chance für AEL-Keeper Simone Ferrari. Doch wer glaubte, das sei die Entscheidung, irrte. Carcedo, der schon früh getroffen hatte, schnürte in der 70. Minute seinen Doppelpack - diesmal mit einem Sonntagsschuss aus 20 Metern. 3:3, und die Gästefans auf der Tribüne sangen von der Sensation.

Aber Olympiakos wäre nicht Olympiakos, wenn da nicht noch ein letzter Akt folgen würde. Nur drei Minuten später fasste sich Mittelfeldmotor Stavros Margaritis ein Herz - nach Zuspiel von Ktesias Kampantais - und jagte den Ball zum 4:3 unter die Latte. Der Jubel kannte keine Grenzen. Reichmann rannte die Linie entlang, als hätte er gerade die Champions League gewonnen. "Ich habe den Ball praktisch reingeschrien", sagte der Coach später lachend.

Die letzten 15 Minuten waren ein einziger Nerventest. AEL warf alles nach vorn, mit langen Bällen und purer Verzweiflung. Travassos scheiterte in der 72. und 91. Minute knapp, während Torhüter Omiros Nafpliotis bei Olympiakos zweimal glänzend parierte. Zwischenzeitlich kassierte Xanthopoulos noch Gelb (29.), wohl auch, um sich daran zu erinnern, dass Verteidigung Teil seines Berufsbildes ist.

Statistisch war es ein Duell auf Augenhöhe: Olympiakos mit 51,4 Prozent Ballbesitz, AEL mit 48,5. Die Zweikampfquote lag bei fast ausgeglichenen 52 zu 48 Prozent zugunsten der Hausherren. Beide Teams spielten offensiv, beide mit offenem Visier - nur hatte Olympiakos am Ende die etwas bessere Zieloptik.

Nach Abpfiff zeigte sich auch AEL-Coach Mystery versöhnlich: "Wenn du vier Gegentore bekommst und trotzdem Applaus bekommst, weißt du, dass du etwas richtig gemacht hast." Reichmann wiederum lachte: "Ich bekomme langsam graue Haare, aber wenigstens drei Punkte dazu."

Und so verließen 42.800 Zuschauer das Stadion mit dem Gefühl, einem der spektakulärsten Spiele dieser Saison beigewohnt zu haben. Sie hatten sieben Tore gesehen, zwei Doppelpacker, eine Gelbe Karte, unzählige Chancen - und den Beweis, dass Fußball manchmal einfach die schönste Form des Chaos ist.

Oder, wie es Papaioannou beim Hinausgehen formulierte: "Wenn wir jedes Spiel so spielen, brauchen wir bald alle Herzmedikamente - aber die Fans lieben’s."

Ein passendes Schlusswort für ein Spiel, das wohl noch lange in Piräus diskutiert werden wird - laut, leidenschaftlich und mit breitem Grinsen.

19.01.643994 02:07
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich sehe einen positiven Trend: Tiefer kann es nicht mehr gehen.
Olaf Thon
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager