Diarios de Futbol
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Olimpia tanzt in Zamora - 4:2-Sieg mit südamerikanischem Feuer

Es gibt Spiele, da ist von der ersten Minute an klar, wer den Takt vorgibt. Und dann gibt es Spiele wie dieses: AD Zamora wollte tanzen, Deportivo Olimpia dirigierte das Orchester. Vor 20.000 Zuschauern in einem stimmungsvollen Estadio Municipal de Zamora verwandelten die Gäste aus Honduras den zweiten Gruppenspieltag der Challenger League Quali in ein Offensivseminar - mit einem 4:2-Sieg, der so souverän war, dass selbst der Heimtrainer später nur lächelnd den Hut zog.

Schon nach zehn Minuten zappelte der Ball erstmals im Netz: Adriano Hermenegildo, der bullige Rechtsaußen, traf nach feinem Zuspiel von Tim Link. Es war die Art Tor, die Verteidiger Albträume beschert: ein Antritt, ein Haken, ein Schuss - und Torhüter Agemar Andrade streckte sich vergeblich. Zwei Minuten später stand es 0:2, diesmal war Ricardo Molina zur Stelle, vorbereitet von Innenverteidiger Cristobal Assis, der offenbar beschlossen hatte, dass ein Abwehrspieler auch mal Spaß haben darf. "Ich hab einfach gesehen, dass Ricardo Platz hat - und dann gedacht: Warum nicht?", grinste Assis später.

Zamora wirkte in dieser Phase wie ein Boxer, der nach zwei schnellen Treffern wankt, aber nicht fällt. Die Hausherren versuchten, mit Offensivgeist gegenzuhalten - immerhin hatten sie sich offensiv ausgerichtet. Ramon Figo prüfte früh den Gästekeeper Joao Gomes, Joseba Vaz verzog knapp, und Torvald Kruse rackerte vorne, als hinge sein Leben davon ab.

Doch zur Pause stand es 0:2, und das Publikum seufzte. "Wir hatten mehr Ball, aber weniger Plan", seufzte Trainer César Belmonte, der seine Jungs in der Kabine lautstark daran erinnerte, dass Fußball keine Schönheitskonkurrenz ist.

Und siehe da: Kaum lief die zweite Hälfte, traf Kruse in der 50. Minute nach Pass von Cesar Ze Castro - 1:2, Hoffnung! Das Stadion erwachte, die Fanfahnen tanzten wieder. "Da haben wir kurz geglaubt, dass alles möglich ist", meinte Kruse später.

Doch Olimpia blieb eiskalt. Neun Minuten später stellte Adriano den alten Abstand wieder her, diesmal nach Vorlage von Molina. Der Brasilianer, inzwischen 32, zeigte mit seinem zweiten Treffer, dass Erfahrung manchmal mehr zählt als jugendlicher Übermut. In der 77. Minute machte Jacinto Xuarez mit dem 1:4 endgültig alles klar - ein satter Linksschuss unter die Latte, assistiert von, wer sonst, Adriano.

Zamora gab sich dennoch nicht auf: Noch einmal war es Kruse, der in der 84. Minute nach erneuter Vorlage von Ze Castro das 2:4 erzielte. Der norwegische Mittelstürmer rannte jubelnd Richtung Eckfahne, als hätte er soeben den Champions-League-Titel gesichert. "Ich spiele immer, als wäre es das wichtigste Tor meines Lebens", sagte er später mit einem Augenzwinkern.

Statistisch war es ein Duell auf Augenhöhe: 11:13 Torschüsse, 46 zu 54 Prozent Ballbesitz, fast gleich viele gewonnene Zweikämpfe. Aber während Olimpia seine Chancen mit chirurgischer Präzision nutzte, verzettelte sich Zamora zu oft im letzten Drittel. "Wir haben den Ball hübsch hin- und hergeschoben, aber Tore zählen nun mal mehr als Pässe", murmelte Kapitän Figo nach Spielende.

Gelbe Karten gab es auch, allerdings nur für Olimpias Abwehrchef Assis - ein taktisches Foul der alten Schule, um einen Konter zu stoppen. "Wenn man mich nicht foult, foule ich halt selbst", lachte er und verschwand in der Kabine, wo vermutlich die Musik lauter war als die Ansprache des Trainers.

Apropos Trainer: Olimpia-Coach Luis Nascimento zeigte sich nach dem Spiel zufrieden, aber nicht begeistert. "Wir haben gut gespielt, ja. Aber vier Tore sind keine Garantie für Disziplin", knurrte er und tippte mit dem Finger auf sein Notizbuch. Vermutlich stand dort: "Defensive üben - auch wenn’s Spaß macht, vorne zu glänzen."

So endet ein Abend, der AD Zamora trotz zweier Treffer schmerzlich daran erinnerte, dass Fußball gnadenlos ehrlich ist. Wer die Chancen nutzt, gewinnt. Wer zu lange zögert, applaudiert dem Gegner.

Und während die Fans von Deportivo Olimpia ausgelassen auf den Rängen feierten, lehnten sich die Zamora-Anhänger zurück und trösteten sich mit galicischem Gleichmut. "Na gut", meinte ein älterer Herr im Trikot von 1998, "wenigstens haben wir zweimal getroffen - und keiner hat sich verletzt."

Fußball kann grausam sein, aber manchmal auch charmant. Und wenn man 2:4 verliert, darf man sich wenigstens einreden, man habe das schönere Spiel gemacht.

26.12.643993 18:23
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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