Anpfiff
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Oldenburg trumpft auf: 4:2-Heimsieg mit viel Drama und einem Hauch Wahnsinn

Ein nasskalter Dienstagabend in Oldenburg, Flutlicht, 10.852 Zuschauer - und ein Fußballspiel, das man so schnell nicht vergisst. Der VfB Oldenburg besiegte Einheit Frankfurt mit 4:2 (2:2) und lieferte dabei ein Spektakel, das zwischen Genie und Wahnsinn oszillierte. Trainer Kurt Kurt grinste nach Abpfiff wie ein Mann, der gerade die Lottozahlen richtig getippt hat: "Wir wollten früh Druck machen - und das ist uns gelungen. Danach wollten wir weniger Druck machen, aber die Jungs haben mich einfach ignoriert."

Schon nach fünf Minuten bebte das Marschwegstadion: Wladimir Sjusin, der 33-jährige Vollblutstürmer mit dem Charme eines Alt-Rockers, donnerte nach Vorlage von Lasse Jakob den Ball kompromisslos unter die Latte. 1:0, Bierduschen auf der Tribüne, und Frankfurt schaute sich verdutzt an, als wäre der Anstoß noch gar nicht erfolgt.

Doch wer gedacht hatte, das würde ein ruhiger Abend für die Hausherren, der irrte gewaltig. Nach einer Viertelstunde sah Sjusin Gelb - offenbar war er mit der Entscheidung des Schiedsrichters ebenso unzufrieden wie mit seiner Frisur. Kurz darauf bekam Frankfurt Oberwasser, aber Oldenburg blieb spielbestimmend. In der 26. Minute erhöhte Dimosthenis "Dimo" Georgiou nach feinem Pass von Esteban Albacar auf 2:0. Trainer Kurt klatschte, Frankfurt-Trainer Oliver Steinke raufte sich die Haare.

Aber Einheit Frankfurt zeigte Moral - und ein bisschen Dreistigkeit. Nur zwei Minuten später verkürzte Linksverteidiger Isaac Montgomery nach Vorlage von Kay Roth. Ein Verteidiger, der trifft - das kommt in Frankfurt so selten vor, dass selbst die Ersatzspieler kurz applaudierten. Und weil’s so schön war, legte Rui Pinto in der 34. Minute nach: 2:2, die Gäste jubelten, die Oldenburger Verteidigung wirkte kurz wie beim Schulausflug ohne Lehrer. "Da haben wir einfach geschlafen", knurrte Abwehrchef Johannes Fischer später. "Und zwar mit offenem Mund."

Mit diesem offenen Mund ging’s in die Kabine. Frankfurt hatte leicht mehr Ballbesitz (51 %) und sogar mehr Torschüsse (16:13), aber Oldenburg spielte zielstrebiger, mutiger - und, nun ja, gelegentlich etwas rustikal. Daniel Frank sah in der 38. Minute Gelb, was Schiedsrichterin Weber mit einem charmanten "Ruhiger, Daniel" kommentierte.

Nach der Pause dann das, was Fußballromantiker lieben: Ein Tor direkt nach Wiederanpfiff. Xavi Aguas, der flinke Spanier auf dem linken Flügel, traf in der 47. Minute nach Vorarbeit von Jakob zum 3:2. "Ich habe einfach draufgehalten", grinste Aguas später. "Und gehofft, dass der Ball nicht auf den Parkplatz fliegt."

Frankfurt reagierte - offensiv, wie es die Taktik schon zu Beginn versprach. Doch die Hessen wirkten, als hätten sie ihre Zielgenauigkeit in der Kabine vergessen. Leachman, Brenner und Barculo vergaben reihenweise Chancen. In der 53. Minute musste Jungspund Lionel Varela verletzt raus, nach einem Zusammenprall mit Oldenburgs Adriano Barros. Die Szene war unschön, Varela humpelte davon, während Barros ihn abklatschte - fairer Sportsgeist in einem hitzigen Spiel.

Dann die Entscheidung: In der 65. Minute setzte Oldenburgs Ivar Johnsen, 22 Jahre jung und mit mehr Energie als ein doppelter Espresso, den Ball nach Pass von Georgiou zum 4:2 ins Netz. Das Stadion explodierte. Coach Kurt sprang an der Seitenlinie höher als seine Spieler. "Da wusste ich, dass wir’s haben", sagte er später - und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Ich hatte aber auch Angst, dass wir’s wieder herschenken."

In der Schlussphase wurde’s nochmal wild: Frankfurts Brenner sah Gelb (94.), Steinke brüllte "Das ist doch kein Rugby!", und Oldenburg wechselte in der 86. Minute den angeschlagenen Barros aus. Der Rest war Abwehrkampf, Zeitspiel - und ein Publikum, das sich im Siegestaumel verlor.

"Wir haben leidenschaftlich gespielt, aber uns selbst geschlagen", analysierte Frankfurts Trainer Steinke nüchtern. "Oldenburg war heute einfach… frecher."

Kurt Kurt konterte: "Frech gewinnt. Das ist mein neues Motto."

Am Ende blieb ein 4:2, das so verdient wie unterhaltsam war. Oldenburgs Offensive mit Sjusin, Aguas und Johnsen war kaum zu bändigen, während Frankfurt trotz ansehnlicher Statistik (mehr Ballbesitz, mehr Schüsse) mit leeren Händen dastand - und einer Busfahrt nach Hause, die sich wohl länger anfühlen wird als die 90 Minuten auf dem Rasen.

Oder, wie ein Oldenburger Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Das war kein Spiel - das war eine Achterbahnfahrt mit Happy End."

16.06.643987 16:15
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