Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

OFE Kreta ringt Livadia FC nieder - mit Sonne, Schweiß und Sarkasmus

An einem milden Februarabend, an dem der Wind über das Stadion von Heraklion streifte, sahen 26.332 Zuschauer ein Spiel, das irgendwo zwischen griechischer Dramatik und mediterraner Komödie pendelte. OFE Kreta besiegte Livadia FC mit 2:1 (1:0) - ein Ergebnis, das nüchtern betrachtet verdient war, aber emotional betrachtet viel Stoff für Diskussionen bot.

Jeff Johnson, der britisch-nüchterne Trainer der Kretaner, stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, als hätte er gerade ein Schachspiel begonnen. Sein Gegenüber Jorge Jesus, flamboyant wie eh und je, gestikulierte schon in der dritten Minute so heftig, dass ein Balljunge kurz dachte, er solle eingewechselt werden.

Die Partie begann mit Feuer - allerdings nur auf einer Seite. Kreta legte los wie ein Espresso nach dem Mittagsschlaf: Felipe Jemez prüfte den Livadia-Keeper gleich mehrfach (4., 7., 21. Minute), und selbst Rechtsverteidiger Fernando Longas mischte vorne mit. Doch der Ball wollte nicht ins Tor - noch nicht.

In der 42. Minute war es dann soweit: Guillermo Yanez, der flinke Linksaußen mit der Eleganz eines Tänzers, traf nach Pass von Manuel Da Cru zum 1:0. Der Jubel glich einer kleinen Vulkanausbruchprobe - und Yanez grinste später: "Ich wollte eigentlich flanken, aber auf Kreta ist der Wind manchmal auch mein Mitspieler."

Livadia FC, bis dahin eher mit dem Ballbesitz (45 Prozent) als mit Offensivideen beschäftigt, hatte kaum nennenswerte Aktionen - bis zur Pause. Nur Leonardo Guardia versuchte es einmal aus der Distanz (11.), aber Kretas Torhüter Kian Boutin parierte so ruhig, als hätte er gerade ein Glas Retsina in der Hand.

Zur zweiten Halbzeit kam Bewegung in die Partie - und zwar sofort. Kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, schickte Serge Bettencourt seinen Mitspieler Guardia steil, und der verwandelte eiskalt in der 47. Minute zum 1:1. Ein Tor, das Livadia kurz wachrüttelte. "Wir dachten, jetzt kippt das Spiel", meinte Jorge Jesus später, "doch Kreta hatte andere Pläne. Leider."

Denn nur zwei Minuten später - 49. Minute - schlug Kreta zurück. Wieder war es Manuel Da Cru, der den Ball butterweich in den Lauf von Felipe Jemez spielte. Der Stürmer nahm Maß und traf trocken zum 2:1. Da Cru grinste danach schelmisch: "Ich hatte gerade überlegt, ob ich schieße - aber Felipe hat so gebettelt, da konnte ich nicht nein sagen."

Livadia wirkte danach wie ein Schauspieler, der den Text vergessen hat. Zwar bemüht um Präsenz, aber ohne Struktur. Nur drei Torschüsse insgesamt - zu wenig, um Kretas Abwehr wirklich in Verlegenheit zu bringen. Kreta dagegen spielte weiter munter nach vorne, 14 Schüsse in Summe, und zwischendurch gab’s auch ein wenig Gelb: Dimas Quixano sah kurz vor der Pause (43.) die Karte, weil er den Ball "einmal zu leidenschaftlich" trat, wie der Schiedsrichter erklärte.

In der 65. Minute dann auch Gelb für Kretas Markos Kirastas - ein taktisches Foul, wie man so schön sagt, also eines, das man begeht, wenn man die Konsequenzen kennt. Der Verteidiger lachte anschließend: "Ich wollte nur sicherstellen, dass ich im Bericht vorkomme."

Trainer Jeff Johnson wechselte zur Halbzeit doppelt, allerdings etwas kurios: Torwart Marios Ioannou kam für Stürmer Blagoj Karaslawow, während Vyron Stephanopoulos für Keeper Kian Boutin eingewechselt wurde. Ein klassischer Johnson-Move - taktisch fragwürdig, aber irgendwie erfolgreich. "Ich mag es, wenn meine Spieler flexibel bleiben", erklärte er mit einem Zwinkern.

In der Schlussphase ließ Kreta nichts mehr anbrennen. Felipe Jemez prüfte den Keeper noch einmal (74.), Stephanopoulos vergab in der 87. Minute die endgültige Entscheidung. Livadia wirkte kraftlos, fast versöhnt mit dem Ergebnis. Jorge Jesus fasste es treffend zusammen: "Wir haben versucht, Fußball zu spielen. Kreta hat gespielt."

Statistisch gesehen war alles klar: 55 Prozent Ballbesitz, 14:3 Torschüsse, bessere Zweikampfquote - Kreta dominierte in allen Belangen. Nur beim Unterhaltungswert konnte Livadia mithalten, dank einiger hitziger Wortwechsel zwischen Trainerbank und Linienrichter.

Als der Schlusspfiff ertönte, atmete das Stadion auf. Die Fans sangen, der Abend roch nach Meer, Staub und Sieg. Jeff Johnson winkte in die Kurve und sagte ins Mikrofon: "Es war kein schönes Spiel, aber ein ehrliches. Und ehrlich gewinnt manchmal."

Vielleicht ist das die Quintessenz dieses Abends: Kreta kämpfte, Livadia träumte - und am Ende siegte die Mannschaft, die den Ball einfach öfter aufs Tor brachte. Ein 2:1, das in Erinnerung bleibt, nicht wegen seiner Schönheit, sondern wegen seines Charmes.

Oder, um es mit Yanez’ Worten zu sagen: "Manchmal gewinnt auf Kreta nicht der Bessere. Sondern der, der mehr Sonne im Herzen hat."

22.06.643990 03:15
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