Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

**OFE Kreta fegt Panatinaicos vom Platz - 5:0 und kein Ende in Sicht**

Wer am Samstagabend auf Kreta ins Stadion kam, bekam für sein Eintrittsgeld mehr geboten als in manchem Actionfilm - nur dass hier niemand das Drehbuch vorher kannte, vielleicht mit Ausnahme von OFE-Trainer Jeff Johnson, der nach Abpfiff spitz grinste: "Wir wollten offensiv spielen - und haben’s wohl ein bisschen übertrieben."

Übertrieben war das richtige Wort. 33.430 Zuschauer sahen eine Heimmannschaft, die Panatinaicos praktisch von der ersten Minute an in den eigenen Strafraum zwang. 16 Torschüsse für Kreta, 2 für die Gäste - das statistische Verhältnis liest sich wie die Bilanz eines Boxkampfes zwischen einem Schwergewicht und einem Schuljungen. Dabei wirkte Panatinaicos zu Beginn gar nicht panisch, eher planlos.

Bereits in der 13. Minute klingelte es zum ersten Mal: Guillermo Yanez, der quirlige Linksaußen, zog nach feiner Vorarbeit von Vyron Stephanopoulos nach innen, schoss, traf - und ließ den Gästetorhüter Stamatis Katranas aussehen wie einen Statisten. Yanez rannte jubelnd zur Eckfahne, als wolle er sie gleich mit nach Hause nehmen. "Ich habe einfach draufgehalten", grinste er später. "Trainer Johnson sagt immer, wer nicht schießt, trifft nie - heute hab’ ich’s mir gemerkt."

Die erste Halbzeit blieb danach einseitig, aber ohne weitere Treffer. Panatinaicos versuchte sich an kontrolliertem Ballbesitz, doch das Wort "kontrolliert" war dabei eher theoretisch. Mit 47 Prozent Ballbesitz und einer Tacklingquote von 43 Prozent war die grüne Hoffnung schnell dahin.

Zur Pause wechselte Johnson doppelt: Der 18-jährige David Block kam für Yanez, und Blagoj Karaslawow ersetzte Stephanopoulos. Eine dieser Geschichten, die man als Reporter liebt - beide Einwechselspieler sollten später eine zentrale Rolle spielen.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es keine 20 Minuten, bis Kreta endgültig die Schleusen öffnete. In der 64. Minute setzte der 17-jährige Sami Khedira (nein, nicht der) Fedon Amanatidis glänzend in Szene, und der Mittelstürmer schob eiskalt zum 2:0 ein. Nur eine Minute später traf derselbe Amanatidis erneut - diesmal nach klugem Zuspiel von Ktesias Salpingidis. Der Doppelschlag hatte etwas von einem Knockout in zwei Akten.

Panatinaicos versuchte nun, wenigstens etwas Würde zu retten. In der 55. Minute hatte Anthimos Salpingidis den einzigen nennenswerten Torschuss der Gäste, aber OFE-Keeper Marios Ioannou war aufmerksam - und wohl auch ein bisschen beleidigt, dass er so lange nichts zu tun gehabt hatte. "Ich hab kurz überlegt, ob ich mir einen Kaffee hole", witzelte er später, "aber dann kam ja endlich ein Ball."

In der 71. Minute folgte dann die endgültige Demontage: Blagoj Karaslawow, eben erst eingewechselt, drosch den Ball nach Vorarbeit des linken Verteidigers Markos Kirastas in den Winkel - ein Treffer, der die Tribünen zum Beben brachte. Und weil auf Kreta offensichtlich niemand vorzeitig nach Hause gehen wollte, legte Ktesias Salpingidis in der 88. Minute nach, nach Pass von Karaslawow. 5:0, der Rest war Jubel, Sonne und Ouzo.

Panatinaicos-Coach (dessen Name die Statistik verschwieg - vielleicht aus Selbstschutz) stand nach Abpfiff minutenlang an der Seitenlinie, die Hände in den Taschen, der Blick irgendwo zwischen Himmel und Boden. "Wir haben keinen Zugriff gefunden", murmelte er schließlich. "Und wenn du gegen so eine Offensive spielst, sieht’s schnell nach Handball aus."

Taktisch war es ein klares Statement: OFE Kreta spielte durchgehend offensiv, aggressiv, mit starkem Einsatz und einem Pressing, das zwar offiziell nur im Rückstand aktiviert werden sollte, aber faktisch 90 Minuten lief. Panatinaicos dagegen blieb in seiner ausgewogenen Grundordnung gefangen - oder wie ein Kollege auf der Pressetribüne flüsterte: "Wenn du bei 0:3 noch ’balanced’ spielst, bist du eher ’lost’."

Trainer Jeff Johnson nahm’s sportlich: "Ich sag den Jungs immer: Fußball ist keine Mathematik. Aber heute hätten wir auch mit Algebra gewonnen."

Und während die Fans noch feierten, ließ sich der Mann des Abends, Fedon Amanatidis, zu einem letzten Bonmot hinreißen: "Fünf Tore sind schön, aber ehrlich gesagt - das sechste hätte ich auch noch genommen."

So endet ein Abend, an dem OFE Kreta zeigte, was passiert, wenn Spielwitz, jugendlicher Übermut und taktische Konsequenz zusammenkommen. Panatinaicos hingegen wird sich fragen müssen, ob "ausgewogen" nicht doch nur ein anderes Wort für "harmlos" ist.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions meinte: "Wenn sie so weitermachen, müssen sie bald den Ball mit dem Schiff nach Athen zurückbringen."

Ein 5:0, das in Kreta noch lange nachhallen dürfte - und ein Spiel, das bewies: Offensivgeist ist manchmal die schönste Form von Gastfreundschaft.

26.05.643987 10:40
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Denen wurde anscheinend kalt da draußen. Da haben sie halt hin und wieder die Fahne gehoben, damit sie nicht einfrieren!
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