Athlitiki Icho
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OFE Kreta fegt Kallithea vom Platz - mediterrane Fußball-Magie auf Kreta

Wenn 32.868 Zuschauer in Heraklion den Atem anhalten und anschließend kollektiv jubeln, dann hat meist OFE Kreta etwas Besonderes angerichtet. Beim 4:0-Heimsieg gegen Kallithea FC am 31. Spieltag der griechischen Superliga zauberte die Mannschaft von Trainer Jeff Johnson eine Vorstellung auf den Rasen, die selbst die sprichwörtlichen Götter des Olymps verzückt hätte.

Schon in der 5. Minute begann das Spektakel: Minos Theodoridis, der quirlige Linksaußen, brachte Kreta mit einem satten Schuss nach feiner Vorarbeit von Blagoj Karaslawow in Führung. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt wollte ich eigentlich flanken", grinste Theodoridis später, während er sich mit einem griechischen Kaffee feiern ließ. Kallitheas Torhüter Bruno Serna streckte sich vergeblich - der Ball zappelte im Netz, und das Stadion vibrierte.

Danach rollte eine Angriffswelle nach der anderen auf das Tor der Gäste zu. OFE Kreta schoss 18 Mal aufs Tor, Kallithea dagegen - nun ja - kein einziges Mal. Ein Schussverhältnis wie aus einem Trainingsspiel, nur dass das hier bittere Realität für die Athener Gäste war.

Kurz vor der Pause legte Manuel Da Cru nach. Der zentrale Mittelfeldmann, sonst eher für seine Passsicherheit bekannt, verwandelte in der 43. Minute eiskalt nach einem klugen Zuspiel von Fedon Amanatidis zum 2:0. Bevor Kallithea den Schock verdauen konnte, schlug Blagoj Karaslawow nach: Eine Minute später (44.) drosch er den Ball unhaltbar in den Winkel - Vorlage diesmal vom 18-jährigen Dimas Oliveira, der damit seine Bewerbung für die Startelf eindrucksvoll abgab.

"Wir haben uns nach dem dritten Tor nur noch gefragt, ob das Flutlicht vielleicht ausgegangen ist - so dunkel war’s in unserem Strafraum", spottete Kallithea-Coach Artemis Ioannis mit Galgenhumor nach der Partie. Sein Team, das eigentlich offensiv auftreten wollte, fand über 90 Minuten kaum statt. Trotz nominell "offensiver Ausrichtung" und vollem Pressing gelang es Kallithea nicht, auch nur einen gefährlichen Abschluss zu verbuchen.

Zur Pause gönnte Johnson seinem Stammtorhüter Kian Boutin eine Pause - der junge Marios Ioannou durfte ran, vermutlich um wenigstens ein paar Ballkontakte zu bekommen. Der Rest blieb beim Alten: Kreta dominierte Ball und Gegner. Mit 55,7 Prozent Ballbesitz und einer Zweikampfquote von knapp 60 Prozent diktierte die Heimelf Tempo und Rhythmus.

In der 58. Minute folgte der Schlusspunkt: Wieder war es Manuel Da Cru, der nach Vorarbeit von Theodoridis zum 4:0 einschob. Danach hätte Kreta das Ergebnis problemlos ausbauen können, doch Yanez, Amanatidis und Karaslawow vergaben weitere Chancen. Trainer Johnson nahm’s gelassen: "Man muss ja noch was für die nächste Woche übrig lassen."

Ab der 70. Minute verwaltete Kreta das Spiel mit mediterraner Lässigkeit. Linksverteidiger Markos Kirastas holte sich in der 81. Minute noch eine gelbe Karte ab - "weil’s sonst zu langweilig gewesen wäre", scherzte er später - und auf der Gegenseite durfte Kallitheas Angreifer Minos Kamaras in der 90. Minute ebenfalls Gelb sehen, vermutlich aus Frust über das eigene Offensivvakuum.

Die Zuschauer feierten ihre Mannschaft schon lange vor Abpfiff mit rhythmischem Klatschen. Der Wind vom Meer trug die Gesänge weit hinaus über Heraklion, und irgendwo auf der Trainerbank lächelte Jeff Johnson zufrieden. "Wir haben heute gezeigt, dass wir mehr sind als Sonne und Strand. Wir können auch Fußball", sagte er mit einem Augenzwinkern.

Der 17-jährige Alexandros Eleftherakis bekam in der 87. Minute noch ein paar Minuten Einsatzzeit - ein symbolischer Akt, der zeigte, wie tief dieser Kader besetzt ist. "Ich hätte gern auch noch getroffen", meinte der Youngster schüchtern, "aber ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, dass der Schiri schon gepfiffen hat."

Für Kallithea war es ein Abend zum Vergessen. Kein einziger Schuss aufs Tor, kaum gewonnene Zweikämpfe, und eine Defensive, die mehr Löcher hatte als ein alter Fischernetz. Trainer Ioannis versuchte es am Ende mit Philosophie: "Manchmal verlierst du, manchmal lernst du. Heute haben wir wohl sehr viel gelernt."

OFE Kreta dagegen schwebt auf einer Welle der Euphorie. Mit dieser Form könnten sie selbst Poseidon Konkurrenz machen, wenn es um Wellenbewegungen geht. Und wer weiß - vielleicht war das 4:0 mehr als nur ein Sieg, vielleicht das Statement eines Teams, das endlich begriffen hat, dass Offensivgeist und Teamgeist zusammen ein ziemlich gefährlicher Cocktail sind.

Ein lauer Frühlingsabend, vier Tore, null Gegentreffer - und ein Publikum, das tanzte. So schmeckt Fußball auf Kreta: sonnengetränkt, leidenschaftlich, leicht überheblich - und einfach köstlich.

03.09.643993 02:41
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Bei diesem Schiedsrichter hätte auch unser Busfahrer eine gelbe Karte bekommen.
Rainer Calmund
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