Anpfiff
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Oberhausen mauert sich zum Punkt - Dortmund verzweifelt am eigenen Fuß

Es war einer dieser Abende in der 2. Liga, an denen man sich fragt, ob das Runde wirklich ins Eckige soll oder ob alle einfach nur mal wieder frische Luft schnappen wollten. 26.808 Zuschauer im Stadion Niederrhein sahen am 4. Spieltag ein 0:0 zwischen Oberhausen und BV Dortmund - ein torloses Remis der besonders frustrierenden Sorte für die Gäste, die zwar alles taten, aber nichts trafen.

Schon nach 60 Sekunden gab Volker Preuss von der linken Abwehrseite den ersten Warnschuss ab - und das war Programm: Dortmund ballerte aus allen Lagen, insgesamt 19 Mal, während Oberhausen mit drei zaghaften Versuchen auffiel, die man eher als höfliche Teilnahme am Spielgeschehen verbuchen konnte. Trotzdem: Auf der Anzeigetafel blieb es bei der Null.

Oberhausens Trainer Marc Toppitz stand nach Abpfiff mit verschränkten Armen und einem zufriedenen Grinsen da. "Manchmal ist ein Punkt wie ein Sieg, besonders wenn man 90 Minuten lang den Ball nicht sieht", sagte er und lachte, als hätte er gerade das Rezept gegen Schusswut entdeckt. Tatsächlich hatte seine Mannschaft nur 48 Prozent Ballbesitz, aber mindestens doppelt so viel Leidensfähigkeit.

Dortmunds Coach Njak Nordel hingegen wirkte, als hätte ihm jemand das Navi abgestellt. "Wir wollten offensiv spielen, das hat man gesehen - nur das Zielwasser hat gefehlt", knurrte er. Seine Jungs hatten permanent das Kommando, drückten, pressten (zumindest im Rückstand hätten sie das tun wollen, aber dazu kam’s ja nie) und spielten sich Chancen heraus, die in jedem Lehrbuch unter "Wie man’s nicht macht" auftauchen könnten.

In der ersten Halbzeit war es vor allem Seppo Sainio, der Oberhausens Torwart Kai Meissner gleich dreimal prüfte - allerdings eher in Sachen Nervenstärke als in Richtung Ballgefühl. "Ich schwöre, einmal war der schon halb drin", behauptete Sainio später. Meissner grinste: "Ich hab’ da so meine eigene Definition von halb drin."

Zwischenzeitlich durfte auch Enzo Cossu für Oberhausen mal auf das Dortmunder Tor schießen - in der 32. Minute, aus 20 Metern, irgendwo zwischen Tribüne und Parkplatz. Der Ballbesitz wechselte danach wieder verlässlich zur gelb-schwarzen Dauerrotation.

Kurz vor der Pause sah Dortmunds Volker Preuss Gelb, nachdem er bei einem Zweikampf mehr den Mann als den Ball getroffen hatte. "Ich wollte nur zeigen, dass ich auch Körper kann", erklärte der linke Verteidiger mit einem Augenzwinkern.

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Dortmund marschierte, Oberhausen mauerte, und das Publikum schwankte zwischen Verzweiflung und Galgenhumor. In der 52. Minute setzte Serge Bonald einen Kopfball knapp drüber, eine Minute später Friedrich Röder per Distanzschuss - drüber, daneben, vorbei.

Toppitz gestikulierte wild an der Seitenlinie, als wolle er seine Mannschaft hypnotisieren: "Bleibt kompakt!" Und sie blieben. Kompakt, tief, betonhart. In der 76. Minute wagte sich der junge Gerhard Geiger noch einmal in die Dortmunder Hälfte, sein Schuss landete aber eher symbolisch im Fangnetz.

Dortmund wechselte fröhlich durch: Tsionanis raus, Seifert rein, später kam Timo Giese für den glücklosen Bonald, und in der 89. Minute durfte sogar der 17-jährige Hans Stark noch aufs Feld. "Ich dachte, vielleicht bringt frisches Blut das Tor", murmelte Nordel nach dem Spiel. Es brachte Hämoglobin, aber keine Tore.

Die Schlussphase war ein einziger schwarz-gelber Belagerungszustand. Elf Torschüsse in den letzten 15 Minuten, doch entweder stand Meissner im Weg, ein Oberhausener Bein oder das eigene Unvermögen. In der 93. Minute gab’s noch Gelb für Mason Shepherd - vermutlich für übertriebene Freude über die Aussicht auf den Punkt.

Statistisch war alles klar: 51,8 Prozent Ballbesitz für Dortmund, 19:3 Torschüsse, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Nur das, was zählt, fehlte. "Wenn’s nach Statistik ginge, hätten wir 5:0 gewonnen", sagte Nordel bitter. "Aber Fußball ist halt kein Tabellenkalkulator."

Oberhausen feierte den Punkt wie einen Aufstieg. Die Fans sangen, die Spieler umarmten sich, und Toppitz klopfte Meissner auf die Schulter: "Unser Null-Torwart!" - "Klingt wie ein Superheld", lachte der Keeper.

Und so ging ein Spiel zu Ende, das alles hatte - außer Toren. Dortmund fuhr mit hängenden Köpfen, Oberhausen mit stolzgeschwellter Brust nach Hause. Und irgendwo im Ruhrgebiet fragte sich ein Fan: "War das jetzt eigentlich gut verteidigt oder schlecht geschossen?" Vielleicht beides. Aber auf jeden Fall: 2. Liga pur.

22.02.643987 19:55
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Ja, aber das war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.
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