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Nürnberg tanzt, München taumelt - SCN siegt 2:0 im Flutlichtduell

Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 25.903 Zuschauer im Max-Morlock-Stadion - und ein SC Nürnberg, der sich warm spielt, als sei’s schon Frühling. Am Ende stand ein 2:0 über den FC München, das so verdient war wie ein frisch gezapftes Helles nach 90 Minuten ehrlicher Arbeit. Zwei frühe Tore, viel Ballbesitz, noch mehr Spielfreude - und ein Gast, der erst spät merkte, dass die Partie längst entschieden war.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Schon nach wenigen Sekunden prüfte Josip Vuk Münchens Keeper Agemar Meira mit einem strammen Schuss - und das war mehr als nur ein Warnzeichen. Nürnberg spielte, als hätten sie Kaffee statt Wasser getrunken, München wirkte, als sei man noch in der Kabine. In der 19. Minute dann die logische Folge: Harald Sonne, der linke Flügelmotor, zog einen Pass millimetergenau in den Lauf von Vuk, der trocken ins lange Eck abschloss. 1:0 - und die Tribüne vibrierte. "Ich hab’ einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste Vuk später. "Wenn du so einen Ball kriegst, darfst du nicht nachdenken."

Nur vier Minuten später wieder Sonne, wieder ein Traumpass, diesmal auf Robert Martel. Der Routinier nahm den Ball mit der Brust, schaute kurz - und schlenzte ihn humorlos unter die Latte. 2:0 nach 23 Minuten, und Münchens Abwehr schaute einander an, als wolle man fragen: "War das jetzt derselbe Film?"

Trainer Andreas Depner hatte seine Nürnberger deutlich offensiv eingestellt - mit Pressing? Nein, mit Geduld. "Wir wollten den Ball laufen lassen, nicht hinterherlaufen", erklärte er nach Spielende und grinste breit. 58 Prozent Ballbesitz, 17 Torschüsse - das las sich wie eine kleine Machtdemonstration.

München hingegen kam kaum zur Entfaltung. Die Gäste setzten auf lange Bälle und Flügelspiel, doch jeder Versuch endete im Niemandsland oder an Nürnbergs stabiler Innenverteidigung. Einziger Lichtblick: Mario Santoy, der zweimal gefährlich abzog (16. und 38. Minute), aber stets an Keeper Jason Fröhlich scheiterte. "Ich hab’ die Dinger gesehen kommen wie Bowlingkugeln", lachte Fröhlich später, "aber heute war ich die Kegelbahn, die nichts umfallen lässt."

Zur Pause war die Partie gefühlt entschieden. Nürnbergs Fans sangen, Münchens Trainer Klaus Stögbauer kaute nervös an seinem Notizblock. Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig - Nürnberg kontrollierte, München kämpfte. Stögbauer brachte frisches Blut: erst Christian Hess für Jesus Wilke (57.), später den 19-jährigen Ben Peter (67.). Doch auch die Jugend brachte keinen Schwung.

Vorne blieb Damiano Mazza blass, und Edward Onnington versuchte es mit einem Fernschuss, der mehr an eine Rückgabe erinnerte. "Wir spielen gut, bis wir im Strafraum sind. Dann werden wir höflich", seufzte Stögbauer hinterher.

Nürnberg hingegen hätte das Ergebnis locker höher schrauben können. Finlay Hamlin, quirlig wie ein Eichhörnchen auf Espresso, scheiterte mehrfach knapp (33., 41., 69.). Und Bernt Ahrens prüfte Münchens Torwart gleich dreimal (52., 67., 82.), jedes Mal fehlten Zentimeter. "Wenn du 17 Torschüsse hast, darfst du dich eigentlich nicht mit 2:0 zufriedengeben", meinte Ahrens augenzwinkernd. "Aber gut - wir sind eben effizient mit Stil."

In den letzten Minuten plätscherte das Spiel dahin. Nürnberg schonte Kräfte, München suchte Ideen. Der Schlusspfiff kam einer Erlösung gleich - für die Gäste. Nürnberg feierte ausgelassen, Depner herzte seine Spieler, und die Fans sangen vom Aufstieg, als wäre er schon gebucht.

"Das war ein starkes Statement", meinte Depner. "Wir wollten zeigen, dass wir in dieser Liga nicht nur mitspielen, sondern mitbestimmen." Seine Mannschaft hatte nicht nur gewonnen, sondern auch überzeugt - mit klarer Struktur, unaufgeregtem Passspiel und einer Spielfreude, die man in Nürnberg zuletzt vermisst hatte.

München dagegen steht nach vier Spieltagen mit hängenden Köpfen da. Stögbauer nahm’s mit Galgenhumor: "Wir haben immerhin keine rote Karte geholt", sagte er trocken. Immerhin das - Jose Deco hatte in der 15. Minute Gelb gesehen, ein sinnbildlicher Moment für Münchens ruppige, aber harmlose Vorstellung.

Am Ende blieb das Gefühl, dass Nürnberg an diesem Abend einfach zu gut, zu wach und zu willensstark war. Zwei Tore in vier Minuten entschieden das Spiel, und die restlichen 70 Minuten waren pure Verwaltung mit Stil.

Und so ging ein Flutlichtabend zu Ende, der in Nürnberg noch lange nachklingen dürfte - nicht nur, weil der Glühwein heiß, sondern weil die Hoffnung auf eine große Saison plötzlich ganz real schmeckte.

"Wenn wir so weiterspielen", grinste Josip Vuk beim Verlassen des Rasens, "dann wird’s ein langer Winter - aber für die anderen."

22.02.643987 20:02
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Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport und nichts für Tunten.
Axel Kruse nach einer roten Karte
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