A Bola
+++ Sportzeitung für Portugal +++

Nullnummer mit Unterhaltungswert - SC Lissabon verzweifelt an Braga

Ein torloses Unentschieden kann vieles sein: langweilig, taktisch geprägt - oder schlicht absurd. Das 0:0 zwischen dem SC Lissabon und dem FC Braga am 24. Spieltag der 1. Liga Portugal gehörte eindeutig zur dritten Kategorie. 16.000 Zuschauer im Estádio José Alvalade sahen einen Abend, an dem alles passte - außer der Ball ins Tor.

Schon nach sieben Minuten setzte Bragas Joseph Demers das erste Achtungszeichen. Sein Schuss zischte knapp am Pfosten vorbei, und Torwart Wolfgang Müller sah ihm nur hinterher. "Ich wollte den Ball lieber nicht anfassen, sonst wäre er vielleicht doch reingegangen", scherzte der Lissaboner Keeper später mit einem Grinsen.

Danach übernahm Lissabon das Kommando. 18 Torschüsse - eine ganze Armee von Chancen - aber keine Treffer. Jorge Pauleta schoss in der 10., 40. und 50. Minute, als wolle er seine eigene Glückszahl finden. "Ich hatte das Gefühl, das Tor bewegt sich jedes Mal ein Stück nach rechts", stöhnte er nach Abpfiff.

Oscar Peyroteo, der zentrale Mittelfeldmann, dirigierte das Spiel mit Übersicht und Geduld. In der 26. und 82. Minute prüfte er Bragas Keeper Rafael Garcia, der an diesem Abend zur menschlichen Wand mutierte. "Ich habe einfach beschlossen, heute nichts reinzulassen", erklärte Garcia trocken. Und tatsächlich: kein Ball, kein Zufall, kein Ausrutscher - alles prallte an ihm ab.

Die Gastgeber kontrollierten den Ball mit 54 Prozent Ballbesitz, führten mehr Zweikämpfe (55 Prozent gewonnen) und wirkten, als hätten sie die Partie im Griff. Braga dagegen verteidigte mit der stoischen Ruhe eines Teams, das weiß, dass es nicht schön spielen muss, um Punkte zu holen. Trainer Rui Costa (der Name ist fiktiv) brüllte in der 70. Minute von der Seitenlinie: "Jungs, denkt dran, wir sind hier nicht zum Spaß!" - was bei einigen Fans auf der Tribüne ein sarkastisches Lachen auslöste.

Lissabon versuchte es immer wieder über den rechten Flügel. Adriano Ze Castro, der in der Schlussphase fast im Minutentakt zum Abschluss kam (69., 71., 83., 88., 94.), hätte sich eigentlich ein Tor verdient. "Wenn man so oft schießt, müsste irgendwann einer reingehen", meinte er kopfschüttelnd. "Aber vielleicht war das Tor beleidigt."

Die Szene des Spiels? Vielleicht die 87. Minute, als der 18-jährige Vitorino Maniche aus 25 Metern abzog - und Garcia im Flug den Ball aus dem Winkel fischte. Das Stadion stand kurz Kopf, nur um im nächsten Moment wieder in kollektives Stöhnen zu verfallen.

Auch die gelben Karten passten ins Bild: Bragas Duarte Vidigal holte sich in der 43. Minute eine ab, als er Jorge Pauleta am Trikot festhielt - "aus purer Nostalgie", wie er später witzelte. Joao Derlei sah in der Nachspielzeit ebenfalls Gelb, weil er Zeit schinden wollte. "Ich wollte meinem Torwart noch ein bisschen Pause gönnen", sagte er grinsend. Humor hatten sie alle, Tore keine.

Taktisch blieb alles ausgeglichen - beide Teams agierten mit einer balancierten Ausrichtung, ohne extremes Pressing, ohne wilde Offensivläufe. Es war, als hätten sich beide Trainer heimlich auf ein "Nicht verlieren" geeinigt. SC-Coach Manuel Ferreira (fiktiv) meinte nach dem Spiel: "Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten - nur vergessen, ein Tor zu schießen."

Das Publikum verabschiedete die Mannschaften mit höflichem Applaus - und einem kollektiven Seufzer. "Wenn’s wenigstens geregnet hätte, wäre es dramatischer gewesen", murmelte ein älterer Fan beim Hinausgehen.

Und so steht am Ende ein 0:0, das Lissabon wie eine Niederlage schmeckt und Braga wie ein kleiner Sieg vorkommt. Die Statistik spricht Bände: 18:4 Torschüsse, 54 Prozent Ballbesitz - und trotzdem kein Jubel. Fußball kann grausam sein, besonders wenn er so schön gespielt wird und doch nichts zählt.

Fazit: Der SC Lissabon spielte, als wolle er beweisen, dass man auch ohne Tore begeistern kann. Der FC Braga verteidigte, als hinge das Überleben der Menschheit davon ab. Und irgendwo zwischen Latte, Pfosten und Torwarthandschuh blieb der Ball stecken - Symbol für einen Abend, an dem das Runde einfach nicht ins Eckige wollte.

Vielleicht, so sagte Coach Ferreira augenzwinkernd, "müssen wir nächste Woche einfach das Tor etwas größer machen". Ein Vorschlag, den wohl nicht nur die Fans mit Begeisterung unterstützen würden.

23.10.643987 22:05
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Unsere Chancen stehen 70:50.
Torsten Legat
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager