Anpfiff
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Nullnummer mit Unterhaltungswert - Bremen beißt sich an Klausdorf die Zähne aus

11944 Zuschauer waren am Dienstagabend im Bremer Weserstadion Zeugen eines jener Spiele, die Fußballromantiker mit den Worten "taktisch interessant" schönreden - und die neutralen Fans schlicht "0:0" nennen. Der SV Bremen und der TSV Klausdorf trennten sich torlos, aber immerhin nicht ereignislos.

Schon in der zweiten Minute sorgte Daniel Morriss für den ersten Aufschrei. Ein satter Schuss aus zwanzig Metern zwang Klausdorfs Keeper Caio Costa zu einer frühen Flugstunde. "Ich wollte einfach mal gucken, ob er schon wach ist", grinste Morriss später. Costa war es - und blieb es über 90 Minuten.

Bremen begann druckvoll, mit fast 56 Prozent Ballbesitz und einer Passquote, die jedem Statistiker das Herz erwärmt hätte. Trainer Jack Schlakowski hatte seine Elf auf "kontrollierte Offensive" eingestellt, was im Klartext hieß: viel Ball, wenig Tor. John Pelletier, Bremer Dauerbrenner und mit 34 Jahren immer noch der unermüdliche Rechtsaußen, prüfte den Torwart gleich mehrfach (3., 12., 34., 79., 84. Minute), aber das Runde wollte einfach nicht ins Eckige.

"Ich hatte heute das Gefühl, das Tor ist einen halben Meter kleiner als sonst", murmelte Pelletier nach Abpfiff. Und tatsächlich: Während Bremen zwölfmal aufs Tor schoss, kam Klausdorf nur auf fünf Versuche - aber jeder davon fühlte sich für die Gastgeber wie ein kleiner Herzstillstand an. Besonders in der 33. Minute, als Marco Beto nach einem Fehler von Letourneur plötzlich frei vor Keeper Lennart Kjeldsen auftauchte. Kjeldsen hielt, Beto sah Gelb - allerdings schon in Minute eins, als er mit einem rustikalen Einsteigen gegen Buchholz für frühe Klarheit sorgte, dass es kein Freundschaftsspiel werden würde.

Klausdorf selbst agierte defensiv klug, lauerte auf Konter, und wenn sich mal ein Angriff zusammenfand, dann meist über den quirlig-leidenschaftlichen Nevio Zapatero. Der Linksverteidiger schoss in der 58. und 70. Minute zweimal gefährlich aufs Tor - doch Kjeldsen war an diesem Abend die Bremer Lebensversicherung.

Bremens Trainer Schlakowski raufte sich an der Seitenlinie mehrfach die Haare, während sein Gegenüber, Klausdorfs Coach (dessen Name vom Verband nicht übermittelt wurde, aber man sah ihm die Zufriedenheit an), stoisch die Hände in den Taschen vergrub. In der 55. Minute musste er allerdings wechseln: Ricardo da Costa verletzte sich bei einem unglücklichen Zweikampf und wurde durch Georg Fröhlich ersetzt. "Nur eine Zerrung, nichts Dramatisches", hieß es später aus der Klausdorfer Kabine.

Die zweite Halbzeit verlief nach ähnlichem Muster wie die erste - Bremen drückte, Klausdorf hielt dagegen. Daniel Morriss bekam in der 10. Minute Gelb, weil er meinte, der Schiedsrichter brauche etwas Farbe im Spiel. Später, in Minute 61, versuchte er es noch einmal mit einem Distanzschuss - wieder Costa, wieder Parade.

Der junge Kay Buchholz, 18 Jahre und mit der Unbekümmertheit eines Schulabgängers, sorgte in der 39. Minute für den schönsten Moment des Spiels: ein Dribbling über links, zwei Haken, ein Schuss - und das Netz zitterte. Leider nur von außen. "Ich dachte kurz, der Ball sei drin - aber dann lachte mich der Linienrichter an. Da wusste ich Bescheid", erzählte Buchholz später mit einem Grinsen, das fast so breit war wie das Tor, das er nicht traf.

Die Fans honorierten den Einsatz beider Teams mit ehrlichem Applaus. Kein Pfeifkonzert, keine Unruhe - vielleicht auch, weil sie wussten, dass man an einem kalten Februarabend in der 3. Liga eben nicht immer brasilianischen Zauber erwarten darf.

In der Schlussphase versuchte Bremen noch einmal alles. Pelletier drosch in der 84. Minute den Ball in die Nacht, als wolle er ihn bis nach Klausdorf zurückschicken. Schlakowski gestikulierte wild, rief: "Einer muss doch reinfallen!" - doch keiner tat ihm den Gefallen.

Nach Abpfiff fasste der Bremer Coach das Spiel trocken zusammen: "Wir haben Chancen für zwei Spiele gehabt, aber getroffen wie im Dart - nur das Brett verfehlt."

Immerhin: Die Abwehr stand stabil, das Mittelfeld rackerte, und mit 54 Prozent gewonnener Zweikämpfe kann man sich sehen lassen. Klausdorf hingegen nahm den Punkt mit, als wäre es Gold. "Auswärts zu null, das nehm ich jeden Tag", meinte Verteidiger Zapatero, bevor er den Bus bestieg.

Ein torloses Remis also, das mehr zu erzählen hatte, als es die nackten Zahlen vermuten lassen. Kein Feuerwerk, aber solide Handarbeit - mit einem Prise Ironie und einer Menge kaltem Atem.

Und irgendwo auf der Tribüne meinte ein Zuschauer beim Hinausgehen: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald ein Bonuspunkt-System für schöne Spielzüge." Vielleicht gar keine so schlechte Idee.

03.10.643990 03:12
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Die Alte ist trotzdem unheimlich in Ordnung! Ich habe sie kennengelernt, als ihr Zahnarzt mir das Esszimmer neu tapeziert hat. Kerstin merkte sofort, dass ich bei der Behandlung ein bißchen Schiss hatte. Sie hielt mir ganz lieb das Händchen.
Rudi Assauer über seine neue 24-jährige Lebensgefährtin, die als Zahnarzthelferin arbeitet
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