Athlitiki Icho
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Nullnummer mit Leidenschaft - Livadia FC und Thessaloniki trennen sich 0:0

An einem kühlen Samstagabend in Livadia fanden sich 21.504 Zuschauer ein, um Zeugen eines Spiels zu werden, das am Ende keine Tore, aber reichlich Gesprächsstoff bot. Livadia FC und Thessaloniki trennten sich im Rahmen des 17. Spieltags der griechischen Superliga mit einem torlosen Unentschieden - ein 0:0, das mehr Funken als Treffer produzierte.

Von Beginn an war klar, dass beide Teams nicht gekommen waren, um Beton anzurühren. Schon in der dritten Minute prüfte Livadias junger Mittelstürmer Miguel Gallego den gegnerischen Torwart Athinagoras Georgiadis mit einem satten Schuss - der 19-Jährige aus Thessaloniki parierte glänzend, als wolle er beweisen, dass jugendlicher Leichtsinn und Reflexe sich manchmal wunderbar ergänzen. "Ich hab einfach den Arm rausgerissen", grinste Georgiadis später. "Ich glaube, der Ball hat mehr Angst vor mir gehabt als ich vor ihm."

Livadia blieb in der Anfangsphase das aktivere Team. Leonardo Guardia zog aus der Distanz ab (9. und 16. Minute), und selbst Innenverteidiger Diego Rodrigo versuchte sich am Abschluss - sein Kopfball nach einer Ecke segelte allerdings in die Nacht. Trainer Jorge Jesus gestikulierte wild an der Seitenlinie, als wolle er den Ball per Gedankenkraft ins Netz drücken. "Wir wollten unbedingt das frühe Tor", erklärte er später. "Leider hat das Tor zurückgewollt."

Thessaloniki, von Coach Johnas Heun offensiv eingestellt, brauchte eine Viertelstunde, um ins Spiel zu finden. Der 20-jährige Efthymios Panagoulias schoss in der 14. Minute erstmals gefährlich aufs Tor - ein Lebenszeichen, das Hoffnung machte. Nach gut zwanzig Minuten entwickelte sich eine offene Partie, in der beide Mannschaften mutig nach vorn spielten, aber am letzten Pass scheiterten.

Zdenek Holenda, der erfahrene tschechische Stürmer Thessalonikis, setzte in der 23. Minute ein Ausrufezeichen, als er nach einem langen Pass frei durchbrach - nur um den Ball über den Fangzaun zu jagen. "Ich hab ihn perfekt getroffen", erklärte Holenda hinterher und lachte, "leider war das Tor nicht da, wo ich hingezielt habe."

Zur Pause blieb es beim 0:0, und die Fans auf den Rängen fragten sich, ob sie Zeugen eines Spiels oder eines Lehrfilms über vergebenen Chancen geworden waren. Der Pausentee war heißer als so mancher Abschluss.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild ähnlich. Livadia agierte mit leichtem Übergewicht - 11 Torschüsse insgesamt, dazu 52 Prozent gewonnene Zweikämpfe - aber die Effizienz war so frostig wie der Januarabend. Besonders Serge Bettencourt, der flinke Rechtsaußen, rannte, dribbelte, schoss - und verzweifelte. In der 61. Minute zwang er Georgiadis erneut zu einer Glanzparade, später (83.) setzte er den Ball um Zentimeter daneben.

"Ich weiß nicht, ob das Tor heute kleiner war", murmelte Bettencourt nach Abpfiff, "aber es fühlte sich definitiv so an."

In der Defensive der Hausherren wurde es dagegen zunehmend ruppig. Javier Baro holte sich in der 40. Minute Gelb ab - ein taktisches Foul an der Mittellinie, das jedem Lehrbuch gerecht geworden wäre. Später sah auch Diego Rodrigo Gelb (81.), und Ersatzmann Agemar Herrero schaffte es nach seiner Einwechslung in Minute 64, in den Schlussminuten (91.) ebenfalls die Karte zu sehen. "Drei Innenverteidiger, drei Gelbe - das ist fast schon Teamwork", witzelte Coach Jesus.

Thessaloniki blieb gefährlich, vor allem über den jungen Diego Forlan (nein, nicht der uruguayische, sondern der griechische Nachwuchsstar gleichen Namens), der zweimal (41. und 82.) knapp scheiterte. In der Nachspielzeit köpfte Holenda noch einmal aufs Tor - Livadias Keeper Josef Anderson lenkte den Ball spektakulär über die Latte.

Die Schlussphase war ein wilder Mix aus hektischen Angriffen, müden Beinen und verzweifelten Traineranweisungen. "Wir wollten über die Flügel kommen, aber der Ball hatte eigene Pläne", seufzte Heun, der mit seiner Mannschaft immerhin 53 Prozent Ballbesitz verbuchte.

Nach 95 Minuten stand fest: Kein Tor, aber reichlich Emotionen. Die Fans verabschiedeten beide Teams mit Applaus - vielleicht aus Anerkennung für den Einsatz, vielleicht auch aus Erleichterung, dass sie nicht eingefroren waren.

"Ein 0:0 mit Charakter", fasste Jorge Jesus zusammen. "Wir haben alles gegeben - außer den entscheidenden Schuss."

Und so endete ein Spiel, das keine Sieger, aber viele kleine Helden kannte: ein Torwart mit Katzenreflexen, ein Stürmer mit Zielpech, ein Verteidiger mit Sammelleidenschaft für Gelbe Karten - und zwei Trainer, die sich einig waren, dass Fußball manchmal auch ohne Tore schön sein kann.

Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn Null zu Null so spannend ist, wie wär’s dann erst mit einem Tor?"

23.07.643987 11:45
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Wenn Lothar so weitermacht, wird er Schwierigkeiten haben, für sein Abschiedsspiel gegen die Nationalelf eine Mannschaft zusammenzukriegen.
Mario Basler
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