La Nacion
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Nullnummer mit Feuerwerk: Taquari verzweifelt an Subio Nu

Ein 0:0 der spektakulären Sorte erlebten die 12.500 Zuschauer am Montagabend im Estadio Subio, als CF Subio Nu und CF Taquari sich im Rahmen des 12. Spieltags der 1. Liga Paraguay torlos trennten. Wer das Ergebnis liest, denkt vielleicht an Gähnfußball - wer das Spiel sah, weiß es besser.

Von der ersten Minute an machte Taquari klar, dass sie in dieser Partie der Gast mit den besseren Manieren sein wollten - zumindest was das Toreschießen betrifft. Schon nach drei Minuten prüfte Laurent Billet den heimischen Keeper Filipe Brito mit einem satten Schuss aus spitzem Winkel. Brito hechtete, kratzte den Ball aus der Ecke und brüllte anschließend seine Vorderleute zusammen, als wolle er sie an ihre Existenz erinnern.

Kaum hatte sich das Publikum wieder gesetzt, feuerte Xabier Maniche den nächsten Versuch ab - diesmal aus 20 Metern, wieder war Brito zur Stelle. "Ich glaube, der Ball hat heute eine Magnetfunktion auf den Torwart", witzelte Taquaris Trainer Tim Thaler nach dem Spiel. Er konnte sich das Dauerfeuer seiner Offensivabteilung kaum erklären: 18 Torschüsse, kein Treffer.

CF Subio Nu dagegen schien die Rolle des Verteidigers mit stoischer Ruhe anzunehmen. Die Statistik sprach zwar Bände - 42 Prozent Ballbesitz, ganze zwei Schüsse aufs Tor - doch was die Männer in Blau an Offensivgeist vermissen ließen, machten sie mit Leidenschaft wett. "Wir wollten heute nicht schön spielen, wir wollten einfach nicht verlieren", sagte Verteidiger Iban Farinos, der in der 83. Minute gelb sah und kurz darauf mit einem Grinsen anmerkte: "Das war taktisch - für meine Nerven."

Taquari, taktisch über weite Strecken ausgewogen, suchte die Mitte, kombinierte sauber, traf aber regelmäßig auf eine Abwehrmauer aus Körpern, Beinen und gelegentlich purem Zufall. Carlos Deco, frisch zur zweiten Halbzeit eingewechselt, kam gleich mehrfach gefährlich zum Abschluss - in der 53., 57., 58., 68. und 87. Minute. Doch entweder rutschte der Ball über den Spann oder Brito war wieder zur Stelle. "Ich habe ihn irgendwann gefragt, ob er Magnet-Handschuhe trägt", lachte Deco nach der Partie.

Auch Laurent Billet, der auffälligste Mann auf dem Platz, verzweifelte zunehmend. Seine Flanken fanden zwar Abnehmer, aber keine Erlösung. In der 65. Minute setzte Lionel Xavier den Ball aus fünf Metern über die Latte - der Moment, in dem Trainer Thaler kurz die Hände über dem Kopf zusammenschlug und man ihm auf den Lippen lesen konnte: "Das darf doch nicht wahr sein."

Subio Nu versuchte es derweil mit Kontern. In der 78. Minute hatte Iban Enriquez die große Chance, als er nach einem langen Ball plötzlich allein vor Taquaris Keeper Alf Abramson auftauchte. Doch anstatt zu schießen, legte er sich den Ball noch einmal zurecht - und das war einmal zu viel. Abramson kam raus, blockte, der Ball prallte ins Seitenaus. "Ich wollte’s schön machen", murmelte Enriquez später, "aber Schönheit hat heute kein Tor geschossen."

Die letzten Minuten verliefen wie ein Stresstest für Subio Nu. Taquari drückte, presste, warf alles nach vorn. In der 85. Minute zog Eduardo Mendo nochmal aus der Distanz ab, in der Nachspielzeit (96.) kam noch einmal Asier Goncalves für Subio Nu zum Abschluss - immerhin ein kleiner moralischer Befreiungsschlag.

Am Ende blieb es beim 0:0, das in den Statistiken wie eine Demütigung für Taquari aussieht, aber auf dem Platz wie ein kleiner Triumph für Subio Nu wirkte. Die Gäste mit 58 Prozent Ballbesitz, 18 Schüssen und jeder Menge Frust; die Hausherren mit zwei Chancen, einem Punkt und einem Torwart, der wohl heute Nacht mit einem breiten Grinsen einschlafen darf.

"Manchmal ist Fußball wie ein schlechter Witz", resümierte Thaler mit einem Schulterzucken. "Wir haben alles gemacht - außer das Tor." Subio-Nu-Co-Trainer (der Chef schwieg demonstrativ) konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen: "Tja, wir haben auch alles gemacht - außer Fehler."

Ein torloses Unentschieden, das niemanden wirklich glücklich macht - außer vielleicht den neutralen Beobachter, der sich über 90 Minuten pures Chaos, Leidenschaft und eine Prise Ironie freuen durfte. Und wer den Heimtorwart Filipe Brito fragt, der wird wohl antworten: "0:0? Für mich war’s 18:0."

Ein Fazit mit Augenzwinkern: Wer Tore sucht, sollte vielleicht nächste Woche wieder einschalten. Wer Drama liebt, war hier goldrichtig.

26.05.643987 08:58
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Wenn wir hier nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt.
Rolf Rüssmann
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